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UFO-Sichtungen in Mexiko – was die Wissenschaft sagt

Auf einen Blick

  • Mexiko gehört seit der Sonnenscheiben-Beobachtung von José Bonilla am 12. und 13. August 1883 zu den am längsten dokumentierten UAP-Schauplätzen der Welt.
  • Die Reanalyse durch Manterola, Ramos Lara und Cordero (UNAM, arXiv:1110.2798, 2011) interpretiert die 447 von Bonilla gezählten Objekte als Fragmente eines zerbrochenen Kometen, der die Erde zwischen 538 km und 8.062 km knapp verfehlt hat.
  • Die FLIR-Aufnahmen der mexikanischen Luftwaffe vom 5. März 2004 über Campeche werden in der Skeptical-Inquirer-Analyse von Robert Sheaffer den Erdgasfackeln der PEMEX-Plattformen Akal-C, Akal-J und Nohoch-A im Cantarell-Feld zugeordnet, rund 240 km östlich der Flugbahn.
  • Die im Diario Oficial vom 1. März 2023 publizierte Ley de Protección del Espacio Aéreo Mexicano (LPEAM) erwähnt FANI an keiner Stelle, der Vorstoß von Sergio Gutiérrez Luna und Jaime Maussan zur Ergänzung blieb ohne Mehrheit.
  • Die zwei tridaktylen Mumien, die Maussan am 12. September 2023 dem Kongress in San Lázaro vorlegte, sind nach forensischen Analysen am Instituto de Medicina Legal in Lima (Flavio Estrada Moreno, 2024) und durch Andrew Nelson (Western University Ontario) Konstrukte aus prä-hispanischen menschlichen Knochen, Tierresten und modernem Synthetikleim.
  • Das Pentagon-Office AARO konnte zwischen Mai 2023 und Juni 2024 von 49 abgeschlossenen Fällen 70 Prozent als Ballons, 16 Prozent als Drohnen und 8 Prozent als Vögel auflösen, ohne einen einzigen Beleg für außerirdische Technologie.

Mexikos Luftraum hat in 140 Jahren eine Reihe spektakulärer optischer und elektromagnetischer Phänomene hervorgebracht, die bis heute Gegenstand wissenschaftlicher Auseinandersetzung sind. Wer hinter die Schlagzeilen blickt, findet weniger Mysterien als gut belegte Studien aus Astronomie, Sensorphysik, Vulkanologie und forensischer Anthropologie. Dieser Artikel ordnet die wichtigsten Sichtungen entlang der publizierten Primärliteratur ein.

Mexiko liegt in der Statistik gemeldeter UAP-Vorfälle weltweit auf einem der vorderen Plätze. Erklärungsbedürftig ist allerdings weniger die geografische Häufung als die Qualität der jeweiligen Erklärung. Die mexikanische Debatte unterscheidet sich von der nordamerikanischen vor allem darin, dass eine einzelne Person, der Fernsehjournalist Jaime Maussan, seit Jahrzehnten als zentraler Verstärker auftritt. Dadurch verschmelzen seriöse Pilotenberichte mit Fällen, die längst forensisch widerlegt sind. Die folgende Bestandsaufnahme trennt beides anhand publizierter Daten.

Bonilla 1883 – der erste fotografisch dokumentierte UAP-Fall der Welt

Am 12. und 13. August 1883 zählte José Árbol y Bonilla, Direktor des erst 1882 eröffneten Observatoriums von Zacatecas, im Schnitt 131 dunkle Objekte pro Stunde, die vor der Sonnenscheibe vorbeizogen, insgesamt 447. Bonilla nutzte das Kollodium-Nassplatten-Verfahren bei einer Belichtungszeit von 1/100 Sekunde. Seine Beschreibung der Körper als verschwommen mit dunklen Schweifen erschien erst 1886 im französischen Magazin L’Astronomie, dessen Herausgeber Camille Flammarion die Hypothese hochfliegender Vögel notierte. Bekräftigt wurde diese These durch eine spätere Beobachtung von Jacques Léotard aus Marseille am 30. August 1886, der ähnliche Schatten zweifelsfrei als Vögel identifizierte.

Eine Reanalyse durch Héctor Javier Durand Manterola, María de la Paz Ramos Lara und Guadalupe Cordero an der UNAM kam 2011 zu einem dramatisch anderen Ergebnis. Aus dem Umstand, dass die Objekte ausschließlich in Zacatecas, nicht aber in Mexiko-Stadt oder Puebla sichtbar waren, schlossen die Autoren über die geometrische Parallaxe auf eine Distanz zwischen 538 km und 8.062 km, also tief im erdnahen Orbit. Sie postulieren einen zerbrochenen Kometen mit Fragmenten zwischen 46 m und 795 m Breite. Hochgerechnet auf die Beobachtungslücken hätten in 25 Stunden etwa 3.275 Brocken in Tunguska-Größe die Erde passiert. Wäre die Bahn nur einige Hundert Kilometer tiefer verlaufen, wäre nach Manterolas Modell ein Massensterbeereignis denkbar gewesen. Das Paper ist als arXiv-Preprint nicht peer-reviewed, die Distanzberechnung über die Parallaxe ist methodisch aber belastbar.

Festhalten lässt sich daher: Bonillas Aufnahmen sind die ältesten fotografischen UAP-Belege der Geschichte, ihre wahrscheinlichste Erklärung ist astronomisch, nicht aeronautisch. Vögel, ein zerbrochener Komet oder eine Kombination beider bleiben die ernsthaften Hypothesen.

Coyame 1974 – Mexikos Roswell und das Drogenflugzeug

Der angebliche Zwischenfall vom 25. August 1974 im Wüstenstreifen bei Coyame, Bundesstaat Chihuahua, gilt als die mexikanische Variante der Roswell-Erzählung. Nach der Buchfassung von Noé Torres und Ruben Uriarte (Mexico’s Roswell, 2007) detektierten US-Radarstationen ein Objekt mit etwa 4.000 km/h aus dem Golf von Mexiko, das mit einer zivilen Cessna kollidierte. Die Quellenbasis besteht aus mündlich tradierten Aussagen und einem nie verifizierten Deneb-Bericht.

Historiker und die Wikipedia-Redaktion ordnen den Fall einem militärisch geborgenen Drogenflugzeug zu. Die Region zwischen Ojinaga und Presidio war 1974 ein etablierter Korridor des Kokain- und Marihuana-Schmuggels. Ein militärischer Cordon um eine abgestürzte Cessna mit Drogenfracht war Routine, nicht Ausnahme. Hinweise auf tote Soldaten durch biologische Kontamination tauchten erst Jahre später in der populären UFO-Literatur auf, ohne medizinische Akten, ärztliche Bescheinigungen oder behördliche Belege.

Das auffälligste methodische Problem des Coyame-Falls bleibt die fehlende Primärquelle. Es gibt keine Radaraufzeichnung, keinen Funkverkehr, keinen militärischen Bergungsbericht, der unabhängig zugänglich wäre. Solange das so ist, bleibt der Fall historisch nicht rekonstruierbar.

Sonnenfinsternis vom 11. Juli 1991 – das mexikanische Massenereignis

Am 11. Juli 1991 erlebte Mexiko die längste totale Sonnenfinsternis des Saros 136. Über dem Bundesstaat Nayarit dauerte die Totalität fast sieben Minuten. Während Hobbyastronomen aus aller Welt die längsten Protuberanzen seit Jahrzehnten dokumentierten, zeichneten mehrere Augenzeugen in Mexiko-Stadt und Puebla ein metallisches, scheibenförmiges Objekt auf. Die Aufnahmen wurden vor allem durch die Sendung 60 Minutos von Jaime Maussan im Fernsehsender Imevisión und später Televisa massentauglich.

Die astronomisch konsensfähige Erklärung ist die Venus, die während der Totalität als hellster Punkt am Himmel erscheint. Mehrere Aufnahmen zeigen das Objekt als unbewegten Lichtpunkt mit für Camcorder-Optik typischer Linsenstreuung und Halo-Bildung. Vereinzelte Aufnahmen aus Puebla zeigen einen scheinbaren Schattenwurf an der Unterseite, was Skeptiker als Hinweis auf ein Verkehrsflugzeug aus großer Distanz lesen. Eine multispektrale Reanalyse mit moderner Software wurde nie publiziert, womit der Fall im wissenschaftlichen Sinn unbeantwortet bleibt, im astronomischen aber unter Venus-Standardfall geführt wird.

Eine Folgewelle von Sichtungen zwischen 1991 und 1993, darunter ein Vorfall während einer Militärparade im September 1991 und mehrere bei Flugschauen, ließ sich anhand der überlieferten Aufnahmen nie morphologisch eindeutig auflösen. Sie sind ein gutes Beispiel für die Verstärkungsdynamik, in der eine erste, medial breit gespielte Sichtung Folgesichtungen induziert.

Campeche 2004 – die FLIR-Aufnahmen der mexikanischen Luftwaffe

Am 5. März 2004 dokumentierte die Besatzung einer Merlin C-26/A der 501. Luftstaffel über der Bahía de Campeche elf Wärmequellen, die für das bloße Auge unsichtbar blieben. An Bord befanden sich Major Magdaleno Castañón, Leutnant Mario Adrián Vázquez als FLIR-Operator und Leutnant Germán Ramírez als Radarbediener. Eingesetzt wurden ein Radar AN/PS-143 BRAVO VICTOR 3 und ein FLIR Star SAFIRE II der Firma FLIR Systems aus Portland, Oregon. Die Aufnahmen wurden am 12. Mai 2004 vom mexikanischen Verteidigungsministerium SEDENA freigegeben und über Maussans Sender weltweit gespielt.

Eine Sensoranalyse durch Robert Sheaffer im Skeptical Inquirer (Vol. 28, Nr. 5, September bis Oktober 2004, Seite 36 bis 40) und unabhängig durch James C. Smith (Skeptic, Vol. 11, Nr. 2, 2004) kam zum Ergebnis, dass die elf Wärmequellen mit den Erdgasfackeln der PEMEX-Plattform-Komplexe Akal-C, Akal-J und Nohoch-A im Cantarell-Feld übereinstimmen. Der Cantarell-Komplex liegt etwa 240 km östlich der Flugbahn. Sheaffer zog dabei den Spezialisten John Lester Miller hinzu, einen Autor mehrerer Standardwerke zur Infrarotoptik. Der Star SAFIRE II besitzt diffraktive Optik mit einem Fresnel-Linsenmuster auf der hinteren Linsenfläche, das helle Wärmequellen zu runden, schwebenden Halos verzerrt. In der zweiten Hälfte des dreißigminütigen Originalvideos taucht ein weiterer großer runder Körper auf, den die Crew im Mitschnitt selbst lachend als aufgehenden Mond identifiziert. Sheaffer interpretiert diese Sequenz als Beleg, dass die Sensorausrichtung tatsächlich auf Wärmequellen in 240 km Entfernung passte.

Die Hypothese der Plattformfackeln wird zusätzlich durch eine genaue Lektüre des Maussan-Originalmaterials gestützt. Erfahrene Helikopterpiloten der PEMEX-Verbindungsflotte erkennen in der Höhenanordnung der Sphären sofort die unterschiedlichen Höhen der niedrigen Compression Platforms gegenüber den höheren Production Platforms mit Derrick-Aufbau. PEMEX verbrannte 2004 noch sehr große Mengen erdgashaltiger Kohlenwasserstoff-Begleitstoffe, was ungewöhnlich große, helle Flammenwolken erzeugte. Die SEDENA hat die Fackel-Hypothese bis heute nicht offiziell zurückgewiesen, aber auch nicht aktiv übernommen.

Wer den Fall verstehen will, muss zwei Dinge auseinanderhalten. Erstens: Die Piloten haben die Wärmequellen tatsächlich gesehen, ihre Wahrnehmung war ehrlich. Zweitens: Eine ehrliche Wahrnehmung ist keine korrekte Identifikation. Der Star SAFIRE II war nicht für Distanzunterscheidung über mehr als 200 km optimiert. Genau dort liegt die Erklärungslücke.

Popocatépetl – warum ein Vulkan zum UAP-Hotspot wurde

Der 5.426 m hohe Stratovulkan Popocatépetl, etwa 70 km südöstlich von Mexiko-Stadt, gilt seit dem Eruptionsbeginn von 1994 als globaler UAP-Hotspot. Verantwortlich dafür sind drei Faktoren, die methodisch wenig mit Außerirdischen zu tun haben.

Erstens beobachten Webcams des Centro Nacional de Prevención de Desastres (CENAPRED) den Krater rund um die Uhr im Zeitraffer. Im Time-Lapse-Modus erscheinen Verkehrsflugzeuge auf der Mexiko-Stadt-Puebla-Route als hochbeschleunigte Lichtstreifen direkt vor dem Krater, obwohl sie zehn oder mehr Kilometer dahinter fliegen. Zweitens passieren Starlink-Satellitenketten in Reihenformation den Vulkan abendlich häufig. Das offizielle Portal Webcams de México und das Centro Mexicano de Prevención dokumentieren regelmäßig solche Auflösungen. Drittens schleudert die Eruption selbst glühende Lavabrocken aus, die in geringer Bildauflösung als fliegende Kugeln erscheinen können.

CENAPRED hat öffentlich bestätigt, dass die meisten viralen Popocatépetl-UFOs Verkehrsflugzeuge, Drohnen, Satellitenreflexe, Meteoritenspuren oder vulkanische Aerosole sind. Die These einer interdimensionalen Pforte mit Hitzeschutz von 1.000 °C, wie Maussan sie vertritt, hat keine peer-reviewte Quelle. Die naheliegende Frage, warum sich angebliche Sonden für genau jene geothermische Energiequelle interessieren sollten, bei der der herrschende Druck und die abrasive Asche jedes uns bekannte Material zerstören würden, ist innerhalb der Maussan-Hypothese unbeantwortet.

Die Maussan-Mumien 2023 – Anatomie einer pseudowissenschaftlichen Inszenierung

Am 12. September 2023 hielt die Cámara de Diputados in San Lázaro die erste öffentliche Audiencia zu FANI ab, kurz für Fenómenos Aéreos Anómalos no Identificados. Organisator war der Morena-Abgeordnete Sergio Gutiérrez Luna. Maussan präsentierte zwei kleine, in Glasvitrinen gebettete Körper aus der Region Cusco und Nazca in Peru, die er unter Eid als nicht-menschliche, nicht zur irdischen Evolution gehörige Wesen bezeichnete. Sein Kronzeuge war José de Jesús Zalce Benítez, ehemaliger Direktor des Marinemedizinischen Dienstes der Marina de México.

Die wissenschaftliche Reaktion war einhellig. Die UNAM stellte am Tag nach der Anhörung klar, dass ihr Labor LEMA lediglich eine 14C-Datierung an extern eingereichten Proben durchgeführt habe, ohne Aussage zu Anatomie oder Spezies. Die Universidad Autónoma Metropolitana (UAM), für die Forschungsdirektor Rafael Bojalil-Parra sprach, dementierte ausdrücklich, jemals DNA-Tests an den Körpern vorgenommen zu haben. Andrew Nelson, Lehrstuhlinhaber für Anthropologie an der Western University Ontario, und der peruanische Vertebraten-Paläontologe Rodolfo Salas-Gismondi vom Museo de Historia Natural der Universidad Cayetano Heredia in Lima hatten bereits 2017 dokumentiert, dass die Körper aus prä-hispanischen menschlichen Mumien zusammengesetzt sind. Daumen und kleine Zehen waren amputiert, Finger künstlich verlängert, eine weißliche Beschichtung verdeckt die Manipulationsstellen.

Die forensische Bestätigung kam Anfang 2024 vom Instituto de Medicina Legal y Ciencias Forenses des peruanischen Ministerio Público. Der leitende Anthropologe Flavio Estrada Moreno wies bei zwei am Flughafen Jorge Chávez beschlagnahmten Exemplaren menschliche Knochen, Vogel- und Hundeknochen, Papier sowie modernen synthetischen Kleber nach. Eine prä-hispanische Datierung sei vollständig falsch. Die peruanische Kulturministerin Leslie Urteaga leitete daraufhin Strafanzeige wegen unrechtmäßigen Exports menschlicher Überreste ein. Der ebenfalls zur Anhörung geladene ehemalige US-Navy-F/A-18-Pilot Ryan Graves distanzierte sich öffentlich von der Mumien-Inszenierung und betonte, sie schade dem eigentlichen Anliegen der Flugsicherheits-Transparenz.

Trotz aller Belege wiederholte Maussan die Authentizitätsbehauptung im November 2023 in einer zweiten Anhörung, diesmal zu drei weiteren Mumien aus Cusco. Der inhaltliche Schaden für die ernsthafte UAP-Forschung in Mexiko ist erheblich, weil glaubwürdige Pilotenberichte und reale Sensoranomalien medial mit den Mumien zusammen verarbeitet werden. Die Trennlinie zwischen Pseudowissenschaft und Sensoranalyse verschwindet damit für ein nicht spezialisiertes Publikum.

Ley de Protección del Espacio Aéreo Mexicano – was wirklich im Gesetz steht

In der populären Berichterstattung wird oft suggeriert, Mexiko habe 2023 ein Gesetz verabschiedet, das UAP zur nationalen Sicherheitsaufgabe macht. Das ist falsch verkürzt. Am 1. März 2023 erschien im Diario Oficial de la Federación die Ley de Protección del Espacio Aéreo Mexicano (LPEAM), eingebracht durch Präsident Andrés Manuel López Obrador. Sie überträgt der SEDENA die Koordinationsrolle bei der Luftraumüberwachung, schafft das Centro Nacional de Vigilancia y Protección del Espacio Aéreo, das gleichnamige Sistema und einen Consejo, dem der amtierende Präsident vorsitzt. Hauptantrieb war die Bekämpfung des Drogenschmuggels. Die SEDENA hatte zwischen Dezember 2018 und November 2021 720 nicht autorisierte Flüge gemeldet, parallel registrierten US-Behörden 118 Tonnen Kokain, die über den mexikanischen Luftraum eingeführt wurden.

FANI oder UAP werden im Gesetzestext nicht erwähnt. Maussan und Gutiérrez Luna brachten am 12. September 2023 in der Audiencia den Vorschlag ein, die LPEAM um eine FANI-Definition zu erweitern und Mexiko damit zum ersten Land zu machen, das die Anwesenheit Nicht-Menschlicher anerkennt. Eine separate Initiative von Gutiérrez Luna zielte auf eine Reform der Ley General de Transparencia y Acceso a la Información Pública, um FANI-Daten der Bundesexekutive zwingend öffentlich zu machen. Beide Initiativen scheiterten. Die SEDENA verteidigte ihre Klassifizierungshoheit aus Gründen nationaler Sicherheit, mehrere Oppositionsabgeordnete wiesen auf die ohnehin laufende Militarisierung der Luftraumüberwachung als sensiblen Punkt hin.

Die Behörde INAI registrierte zwischen 2003 und 2023 nach Auskunft ihres Direktors Mariano Tello über 11.000 Bürgeranfragen zu FANI. Der Großteil betrifft Sichtungen am Popocatépetl, an der Zona del Silencio und im Tal von Mexiko. Wer den mexikanischen Datenbestand wirklich nutzen will, fragt also nicht bei der SEDENA, sondern bei der INAI an. Ein Großteil der freigegebenen Akten ist allerdings als reservada eingestuft.

Wissenschaftliche Bewertung – was nach 140 Jahren UAP-Forschung bleibt

Der Independent Study Team Report der NASA vom 14. September 2023 unter Leitung des Princeton-Astrophysikers David Spergel kommt zu einem Befund, der sich auch auf den mexikanischen Datenbestand übertragen lässt. Die meisten Sichtungen lassen sich auf Verkehrsflugzeuge, Drohnen, Forschungsballons sowie meteorologische und ionosphärische Phänomene zurückführen. Eine kleine Restmenge bleibt ohne Erklärung, primär mangels reproduzierbarer Sensordaten, nicht weil die Daten exotische Antriebe nahelegen. Das Pentagon-Office AARO unter Direktor Jon Kosloski meldete im Consolidated Annual Report FY 2024, dass von 49 abgeschlossenen Fällen zwischen Mai 2023 und Juni 2024 rund 70 Prozent auf Ballons, 16 Prozent auf Drohnen, 8 Prozent auf Vögel, 4 Prozent auf Satelliten und 2 Prozent auf Flugzeuge entfielen. Hinweise auf außerirdische Technologie fanden weder NASA noch AARO.

Für Mexiko bedeutet dieser Befund dreierlei. Erstens ist die geografische Konzentration der Sichtungen sehr gut erklärbar durch die Dichte aktiver Vulkane wie Popocatépetl und Colima, durch die hohe Flugbewegungszahl im Tal von Mexiko und durch die rund um die Uhr brennenden Cantarell-Plattformen im Golf. Zweitens muss die Trennlinie zwischen Pseudowissenschaft und ernsthafter Sensoranalyse klarer gezogen werden. Solange die mediale Erzählung Maussan-Inszenierungen mit FLIR-Aufnahmen militärischer Piloten in einen Topf wirft, verlieren beide Seiten an Glaubwürdigkeit. Drittens fehlt bislang ein peer-reviewtes mexikanisches Forschungsprogramm an einer der großen Universitäten wie UNAM oder Cinvestav, das die methodischen Standards der NASA-Studie auf den heimischen Datenbestand anwendet. Genau das wäre der Hebel, mit dem aus mexikanischem Material wissenschaftliche Erkenntnis würde, statt aus Sensorartefakten Schlagzeilen.

Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die LPEAM nachgebessert wird, ob INAI-Akten in größerer Tiefe freigegeben werden und ob mexikanische Astronomen, Vulkanologen und Sensorphysiker eine eigene methodische Linie etablieren. Die Hardware ist da, die Tradition ist alt, und die wissenschaftliche Kompetenz ist vorhanden. Was fehlt, ist die institutionelle Trennung zwischen seriöser Forschung und Bühnenshow.

Quellen und Literatur

  • Manterola, H. J. D., Ramos Lara, M. P., Cordero, G. (2011): Interpretation of the observations made in 1883 in Zacatecas (Mexico) – A fragmented Comet that nearly hits the Earth. arXiv-Preprint, Universidad Nacional Autónoma de México. arxiv.org/abs/1110.2798
  • Sheaffer, R. (2004): The Campeche, Mexico Infrared UFO video. Skeptical Inquirer 28(5), 36 bis 40. skepticalinquirer.org/2004/09/the-campeche-mexico-infrared-ufo-video/
  • Smith, J. C. (2004): The Mexican Air Force UFO affair – aliens, ball lightning, or flares? Skeptic 11(2), Skeptics Society, Altadena (Kalifornien). E-Skeptic Nr. 28, 24. Juli 2004.
  • NASA Unidentified Anomalous Phenomena Independent Study Team (2023): Final Report. National Aeronautics and Space Administration, Washington, 14. September 2023. science.nasa.gov/wp-content/uploads/2023/09/uap-independent-study-team-final-report.pdf
  • Department of Defense, All-domain Anomaly Resolution Office (2024): FY 2024 Consolidated Annual Report on Unidentified Anomalous Phenomena. Office of the Director of National Intelligence, November 2024. dni.gov/files/ODNI/documents/assessments/DOD-AARO-Consolidated-Annual-Report-on-UAP-Nov2024.pdf
  • AARO (2024): Report on the Historical Record of U.S. Government Involvement with Unidentified Anomalous Phenomena, Volume 1. Department of Defense, 8. März 2024. media.defense.gov/2024/Mar/08/2003409233/-1/-1/0/DOPSR-CLEARED-508-COMPLIANT-HRRV1-08-MAR-2024-FINAL.PDF
  • Cámara de Diputados de México (2023): Ley de Protección del Espacio Aéreo Mexicano. Diario Oficial de la Federación, 1. März 2023. dof.gob.mx/nota_detalle.php?codigo=5681205&fecha=01/03/2023
  • Cámara de Diputados de México (2023): Audiencia Pública sobre Fenómenos Aéreos Anómalos no Identificados, Salón Legisladores de la República, San Lázaro, 12. September 2023. comunicacionsocial.diputados.gob.mx
  • Salas-Gismondi, R. (2017): Análisis forense de los cuerpos tridáctilos de Nazca. Museo de Historia Natural, Universidad Peruana Cayetano Heredia, Lima.
  • Nelson, A. (2018, fortgeschrieben 2023): Statement on the Nazca three-fingered mummies. Department of Anthropology, Western University, London (Ontario).
  • Estrada Moreno, F. (2024): Pericia antropológica sobre cuerpos tridáctilos incautados en el Aeropuerto Internacional Jorge Chávez. Instituto de Medicina Legal y Ciencias Forenses, Ministerio Público del Perú, Lima.
  • Torres, N., Uriarte, R. (2007): Mexico’s Roswell – The Chihuahua UFO Crash. Roswell Books, Edinburg, Texas.
  • Centro Nacional de Prevención de Desastres CENAPRED (laufend): Información oficial sobre actividad del Volcán Popocatépetl. Ciudad de México. gob.mx/cenapred
  • Instituto Nacional de Transparencia, Acceso a la Información y Protección de Datos Personales INAI (2023): Erklärung des Direktors Mariano Tello zu Bürgeranfragen in Sachen FANI, 2003 bis 2023. Ciudad de México. inai.org.mx
  • Bonilla, J. A. y (1886): Observation des passages d’objets devant le disque solaire. L’Astronomie 5, Paris, Janvier 1886, 347 bis 350.
  • Léotard, J. (1886): Note sur les passages de corpuscules noirs devant le soleil. Bulletin de la Société Astronomique de France, Octobre 1886.

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