Labná
Labná ist eine mittelgroße Ruinenstadt der Maya im hügeligen Puuc-Gebiet von Yucatán, Mexiko. Berühmt ist Labná vor allem für seinen prächtigen Torbogen („El Arco“), der eindrucksvoll den kunstvollen Puuc-Baustil demonstriert. Doch die Stätte hat weitaus mehr zu bieten: eine lange Siedlungsgeschichte, einzigartige Architektur mit außergewöhnlichen Verzierungen, clevere Wasserspeicher-Technologien und faszinierende Einblicke in die Gesellschaft der späten Maya-Klassik.
Geschichte von Labná
Labná bedeutet in der Maya-Sprache vermutlich Altes Haus oder verlassenes Haus – der Name geht auf Laban-ha zurück. Wann genau der Ort gegründet wurde war lange unklar. Neuere Ausgrabungen von Mexikos Nationalem Institut für Anthropologie und Geschichte (Instituto Nacional de Antropología e Historia – INAH) haben Belege dafür erbracht, dass Labná bereits im späten Mittleren Vorklassikum (um 500 v. Chr.) erste Siedler beherbergte. Aus dieser frühen Zeit stammen Keramikscherben und Baustrukturen, die zeigen, dass hier schon vor über 2500 Jahren Menschen lebten. Die Besiedlung blieb zunächst klein und unscheinbar.
Seine Blütezeit erlebte Labná dann während der Späten Klassik (ca. 600 bis 900 n. Chr.). In dieser Epoche wuchs die Stadt erheblich an und es entstanden die prachtvollen Puuc-Gebäude, für die Labná bekannt ist. Vermutlich profitierte Labná von seiner Lage an regionalen Handelswegen und von fruchtbaren Senken im Umland, trotz der ansonsten kargen Karstlandschaft. Archäologen schätzen, dass im Kernbereich von Labná während der Hochphase etwa 2.000 Einwohner lebten. Diese Zahl mag im Vergleich zu Maya-Großstädten gering erscheinen, doch sie entspricht den typischen mittelgroßen Siedlungen der Puuc-Region, die den Großteil der Bevölkerung stellten. Labná gilt als Puuc-Kleinstadt mit durchschnittlicher Größe und Bevölkerung.
Um 900 bis 950 n. Chr. zeichnete sich im gesamten Maya-Tiefland eine Krise ab, und auch in Labná begann der Niedergang. Archäologische Befunde deuten darauf hin, dass die Einwohnerzahl in der Terminalklassik (spätes 9. Jh.) stark zurückging. Einige Übergangsbauten belegen noch eine begrenzte Bautätigkeit in der frühen Nachklassik (ca. 1000 bis 1100 n. Chr.), aber spätestens um 1200 n. Chr. war Labná vollständig verlassen. Anders als manche Orte im nördlichen Yucatán wurde Labná in der späten Nachklassik nicht wieder neu belebt. Zur Zeit der spanischen Eroberung im 16. Jahrhundert lagen seine prächtigen Gebäude schon lange verborgen im Dschungel.
Die Wiederentdeckung Labnás für die Wissenschaft erfolgte im 19. Jahrhundert. Im Jahr 1842 besuchten der amerikanische Forschungsreisende John L. Stephens und sein Begleiter, der britische Zeichner Frederick Catherwood, die überwucherten Ruinen. Catherwoods detailgetreue Zeichnungen – etwa vom berühmten Bogen – machten die Maya-Stätte in Europa und Nordamerika bekannt. Ab 1885 führte dann Edward H. Thompson, US-Konsul und Archäologe, erste Ausgrabungen in Labná durch. Er legte verschiedene Strukturen frei und widmete sich besonders den unterirdischen Zisternen (Chultunes), die er als erster ausführlich beschrieb. Thompsons Bericht „The Chultunes of Labná“ (1897) war die erste Publikation überhaupt, die sich diesen zahlreichen Wasserspeichern der Maya widmete. Danach geriet Labná wieder etwas in Vergessenheit, bis in den späten 20. Jahrhundert mexikanische Archäologen systematische Forschungs- und Restaurierungsprojekte starteten. 1991 wurde die Anlage umfassend konsolidiert und restauriert. Im Jahr 1996 erhielt Labná – gemeinsam mit Uxmal und weiteren Puuc-Stätten – den Status eines UNESCO-Weltkulturerbes. Heute ist Labná für Besucher zugänglich und bietet einen faszinierenden Einblick in die Welt der Maya der Puuc-Region.
Architektur, Bauwerke und deren Nutzung
Die Architektur Labnás repräsentiert in vollendeter Form den Puuc-Stil der Maya, der sich durch kunstvolle Mosaikfassaden aus Stein auszeichnet. Typisch sind glatte untere Wandzonen aus exakt behauenen Kalksteinquadern und üppig verzierte obere Fassaden mit komplexen Mustern. Häufig sieht man in Labná lange Reihen kleiner Säulchen (Colonetten), Flechtwerk-Ornamente und vor allem Masken des Regengottes Chaac, erkennbar an der langen, gebogenen Nase. Diese Dekorelemente aus Steinmosaik lehnen sich an Stuckvorbilder an und sind charakteristisch für die späte Blütezeit der Puuc-Region (um 800 bis 900 n. Chr.). Labnás Bauten gelten als Höhepunkte des Puuc-Baustils, was erstaunlich ist, da der Ort politisch eher zweit- bis drittrangig war. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Gebäude Labnás vor, ihre Bauform und die vermutliche Nutzung:
Der Palast (El Palacio)

Der sogenannte Palast ist das größte und komplexeste Gebäude in Labná. Es handelt sich um eine langgestreckte, mehrflügelige Anlage auf einer künstlich erweiterten Terrasse am Nordende des Zeremonialbezirks. Mit zwei Stockwerken und insgesamt 67 Räumen gehört dieser Palast zu den längsten zusammenhängenden Maya-Gebäuden überhaupt. Auffällig ist ein Nebeneinander verschiedener Bauphasen: Die Archäologen fanden heraus, dass einige Räume des Obergeschosses älter sind als Teile des Untergeschosses. Dies liegt daran, dass die Maya-Baumeister einen natürlichen Hügel nutzten und frühere Gebäude als Stütze einbauten, um die Plattform zu vergrößern. So konnte man relativ schnell eine erhöhte Terrasse schaffen und darauf neue Palastsektionen errichten – eine raffinierte Bautechnik, die im Puuc-Gebiet mehrfach nachgewiesen ist.
Der Palast besteht in der unteren Ebene aus drei Hauptflügeln (West-, Zentral- und Ostflügel) um kleine Innenhöfe. Der Zentralflügel zeigt die reichsten Verzierungselemente. Hier finden sich in Stein gemeißelte Mattenmuster (Pop-Symbole) – ein Zeichen für königliche oder adelige Autorität – sowie skulptierte Köpfe in den Gesimsbändern. Ungewöhnlich ist, dass selbst Innenwände dekoriert und mit Sitzbänken versehen sind, fast so aufwendig wie eine Außenfassade. Der Ostflügel übertrifft jedoch alle anderen Teile: Über dem Eingang prangt eine monumentale Maske mit langer Nase, offensichtlich ein Chaac-Motiv, flankiert von figürlichen Skulpturen (heute nur in Fragmenten erhalten). Auffällig ist, dass auf der Spitze der langen Steinnase ein hieroglyphisches Datum eingraviert wurde. Es handelt sich um ein sogenanntes Tun-Zeichen mit der Bezeichnung eines Jahres, das dem Jahr 862 n. Chr. entspricht. Diese Datumsinschrift – eine Seltenheit im ansonsten inschriftenarmen Puuc-Gebiet – könnte auf eine Thronbesteigung hinweisen: Möglicherweise wurde im Jahr 862 ein neuer Herrscher von Labná eingesetzt und dieser Palasttrakt zu diesem Anlass eingeweiht. Darauf deutet auch eine komplexe Maskenkomposition an der südwestlichen Ecke des Ostflügels hin: Hier ist ein wappenartiges Relief zu sehen, das wie ein Mischwesen wirkt – eine reptilienartige Fratze mit offenen Kiefern, in denen ein menschlicher Kopf erscheint, umgeben von Flossen und Federn. Diese Darstellung entspricht dem Maya-Konzept der Visionserpents (Schlangengestalten, aus deren Mäulern Ahnengeister oder Götter hervortreten). Offenbar sollte damit symbolisch die Legitimation des Herrschers durch Ahnen und Götter dargestellt werden.
Die West- und Nordteile des Palastes sind schlichter gehalten. Interessanterweise entdeckte man im Westflügel eine Konzentration von Mahlsteinen (Metaten) und Bruchstücken von Kochgefäßen. Auch fehlten hier die üblichen Gewölbedecken – einige Räume hatten möglicherweise flache Abdeckungen oder dienten als blosse Plattformen. All dies weist darauf hin, dass der Westtrakt als Wirtschaftsbereich des Palastes diente: Hier bereiteten Diener vermutlich Nahrung für die Bewohner zu (z.B. verschiedene Maistamales, Breie und Tortillas). Die herrschende Elite selbst wohnte im prächtigen Ost- und Zentraltrakt, wo sich auch Repräsentationsräume befanden. Insgesamt hatte der Palast also eine Doppelfunktion als Residenz der Labná-Dynastie und Verwaltungszentrum.
Beachtenswert ist, dass am Palast Bauarbeiten unvollendet blieben, was Einblick in die historischen Ereignisse gibt. So wurden ein geplanter nordöstlicher Flügel und Teile des Obergeschosses offensichtlich nicht mehr fertiggestellt. An einigen Mauern fand man halbfertige Ansätze, die abrupt enden. Dies deutet darauf hin, dass die Bautätigkeit plötzlich zum Erliegen kam – vermutlich als Labná im 10. Jahrhundert aufgegeben wurde. Ähnliche abrupt abgebrochene Bauprojekte sind aus anderen Puuc-Städten dieser Zeit bekannt und stehen wohl im Zusammenhang mit der Krise und Entvölkerung der Terminalklassik.
Der Torbogen (El Arco)

Das Wahrzeichen Labnás ist der eindrucksvolle Torbogen, auf Spanisch oft El Arco genannt. Er steht nicht frei als alleinstehendes Triumphbogenmonument, sondern war Teil eines Gebäudeensembles und diente als Durchgang zwischen zwei Höfen im südlichen Zeremonialkomplex. Der Archäologe H. E. D. Pollock betonte, dass Labnás Bogen innerhalb einer Gebäudestruktur liegt – im Gegensatz zu freistehenden Maya-Bögen wie in Uxmal oder Kabah. Man kann sich den Labná-Bogen als Portal vorstellen, das zwei Plazas verbindet: eine westliche und eine östliche Hofanlage. Auf jeder Seite des Bogens befand sich ursprünglich ein angeschlossenes Gebäude. Als Stephens und Catherwood 1842 zu Besuch waren, stand am südlichen Flügel des Bogens noch eine massive Mauer mit Räumen. Diese Ruine – inzwischen eingestürzt – erwies sich als palastartiges Gebäude mit Doppelkorridor und dekoriertem Fries aus kleinen Säulchen (Colonetten), typisch für den frühen Puuc-Stil. Wahrscheinlich rahmten also einst zwei Gebäudeflügel den Torbogen ein und bildeten zusammen ein durchgangenes Torhaus.
Der Bogen selbst besteht aus einem korbbogenförmigen Gewölbedurchgang von etwa 3 m Breite und 6 m Höhe. Die Ost- und Westfassade des Bogens sind unterschiedlich ausgestaltet. Die östliche Seite – auf unser Foto zu sehen – zeigt ein vollständig dekoriertes Puuc-Mosaikfries mit gezackten Stufenmustern (sogenannte „stepped frets“) und geometrischen Ornamenten. Dieses Muster gleicht dem an anderen späten Puuc-Bauten und deutet darauf hin, dass der Torbogen in einer späten Bauphase gestaltet oder überarbeitet wurde. Die Westseite des Bogens (innen zum Hof hin) birgt besonders interessante Details: Hier finden sich Gitterschmuck-Paneele und in zwei Nischen Reste von figürlichem Stuck. Erhalten sind nur noch Bruchstücke, vor allem steinene Zapfen (Tenons), an denen einst Stuckplastiken befestigt waren. Doch Spuren von grüner, blauer und roter Farbe und einige noch erkennbare Formen zeigen, was dargestellt war: sitzende menschliche Figuren in Schneidersitz, mit prächtigen Federkopfschmuck aus Quetzalfedern! Über den Nischen sieht man außerdem kleine steinerne Miniaturen von Maya-Hütten mit Strohdächern. Dieses Ensemble aus Sitzfiguren unter Hütten könnte auf Szene der Adeligen oder Ahnen hindeuten, die unter dem Schutz von Gebäuden dargestellt waren. Leider sind die Stuckfiguren selbst nahezu vollständig verloren – wir kennen sie nur aus frühen Berichten. Ihre Anwesenheit belegt jedoch, dass der Labná-Bogen einst farbenfroh bemalt und mit plastischen Szenen geschmückt war, ähnlich wie es vom berühmten Nonnenviereck-Bogen in Uxmal bekannt ist.
Der Labná-Bogen war also nicht nur ein Durchgang, sondern offenbar ein symbolträchtiges Monument, das zwei zeremonielle Bereiche trennte. Im westlichen Hof vor dem Bogen steht auch ein steinernes Altarpodest – ein runder, stufenloser Kegelstumpf aus Monolith, der wohl für Rituale genutzt wurde. An seinem Rand sind fünf kleinfigurige Menschenbilder eingemeißelt, darüber ein Band aus Hieroglyph-Kartuschen – leider zu stark verwittert, um entziffert zu werden. Der Torbogen öffnete sich nach Osten zum Bereich des Mirador (Tempel) hin und nach Westen zu den Versammlungsplätzen. Durch ihn verlief auch die Sakbé (Weiße Straße) – die erhöhte Prozessionsstraße, die den Palast im Norden mit dem Bogen und dem Mirador im Süden verband.
Heute wirkt der freistehende Bogen wie ein Fotomotiv im Dschungel, doch man sollte ihn sich inmitten einer belebten Hofanlage vorstellen, flankiert von Gebäuden, mit Altären und möglicherweise hölzernen Torverschlägen oder Festdekoration. Dass der Bogen bis heute praktisch unverändert steht – Catherwoods Zeichnung von 1843 zeigt ihn fast genauso wie wir ihn heute sehen – verdankt sich auch Restaurierungsarbeiten der letzten Jahrzehnte. Für die Maya war dieser Bogen sicherlich ein symbolischer „Portal“-Ort, der ggf. Prozessionen, zeremonielle Übergänge oder Machtinszenierungen rahmte.
El Mirador – die Tempelpyramide

Die einzige echte Tempelpyramide in Labná wird El Mirador („der Ausguck“) genannt. Sie bildet den südlichen Abschluss des Zeremonialbezirks. El Mirador besteht aus einer massiven Pyramidenbasis (ca. 38 m × 30 m Grundfläche, Höhe heute um 10 m) und den Resten eines kleinen Tempels obenauf. Auffällig ist der hochaufragende Dachkamm (Roofcomb) dieser Tempelruine, der heute noch als großes Steinwandfragment in den Himmel ragt. Zur Blütezeit Labnás muss dieser Dachaufsatz reich mit Stuckfiguren verziert und bemalt gewesen sein, sodass er wie ein Werbetafel-artiges Monument wirkte. Tatsächlich berichten Stephens und Catherwood begeistert von den gigantischen Stucco-Reliefs, die 1842 am Mirador noch erkennbar waren: Über dem Tempel-Eingang thronten kolossale Sitzfiguren, auf der Dachkammwand prangte eine Reihe großer Totenköpfe und zentral ein mächtiger Ball (Kugel) mit Menschenfiguren darum. Stephens beschreibt eine stehende Figur, die mit den Händen einen übergroßen Ball berührt, und eine andere Figur darunter, die kniend so tut, als würde sie den Ball stützen oder auffangen. Diese Szene interpretiert man heute als Darstellung eines Maya-Ballspiels oder zumindest eines rituellen Ball-Motivs. Interessanterweise besitzt Labná keinen eigenen Ballspielplatz, wie archäologische Untersuchungen bestätigen. Der dargestellte Ball könnte daher symbolisch auf ein bedeutsames Ballspiel-Event an einem benachbarten Ort hinweisen (etwa Sayil, das tatsächlich ein Ballspielgericht hat). Das Beispiel zeigt, wie Labná wichtige Ereignisse möglicherweise in den Reliefs seines Haupttempels „bekanntgab“.
El Mirador diente somit vermutlich als Ort der öffentlichen Zeremonien und dynastischen Selbstdarstellung. Die Pyramide selbst stammt aus der frühen Puuc-Phase (wohl 7. Jh.), erkennbar am relativ schlichten Stil der unteren Architektur (rechteckige Gesimsleisten ohne viel Ornament). Später wurde sie immer wieder überarbeitet. So entdeckte man unter der großen Freitreppe die Reste einer älteren Vorgänger-Struktur, die komplett überbaut wurde. Der obere Tempel und vor allem der Dachkamm gehören stilistisch zur späteren Puuc-Zeit, als das Monument dann mit besagten Stuckfiguren geschmückt wurde. Leider ist von diesen Plastiken heute kaum mehr etwas erhalten – nur einige Befestigungszapfen und winzige Stuckfragmente zeugen davon. Dennoch kann man sich durch Stephens’ Augen das farbige Schauspiel vorstellen: Ein Tempel auf der Pyramide, bekrönt von einer hohen Wand voller überlebensgroßer Götter- und Ahnenfiguren, darunter möglicherweise Herrscherporträts und mythologische Szenen. Diese „Dach-Bilderwand“ dürfte wie ein heiliger Hintergrund für Rituale gedient haben und weithin sichtbar gewesen sein.
Vor der Pyramide El Mirador erstreckt sich ein Hof, in dessen Mitte – wie erwähnt – ein runder Altartisch (Monolith) steht. Möglicherweise versammelten sich hier Menschen zu Festen und Zeremonien, während auf dem Tempel oben Priester und Würdenträger opferten oder die Ahnen in der Visionserpent anriefen (eine solche Visionserpent-Darstellung fand sich ja am Palast). El Mirador war demnach das religiöse Zentrum Labnás. Interessant ist noch der Zugang: Eine Rampe an der Südseite der Pyramide führte hinauf, heute nur als Ruine erkennbar. Im Osten schließt sich direkt die Plaza mit dem Bogen an – das ganze Ensemble aus Pyramide, Torbogen und anschließenden Höfen bildete die zeremonielle Kernzone der Stadt.
Der Tempel der Säulen
Am Ostrand des zentralen Bereichs, etwas abseits von Bogen und Palast, liegt ein weiteres bemerkenswertes Gebäude, das oft „Tempel der Säulen“ genannt wird. Es handelt sich um ein rechteckiges Gebäude mit sechs Räumen, errichtet auf einer niedrigen Plattform von ca. 1,5 m Höhe. Sowohl an der Vorder- als auch an der Rückseite verläuft über die ganze Breite ein dekoratives Fries aus zahllosen Klein-Säulen – ein hervorragendes Beispiel des Colonetten-Stils der frühen Puuc-Architektur. Diese Säulchenfassade gab dem Bau seinen Namen. Obwohl als „Tempel“ bezeichnet, handelt es sich tatsächlich wohl um eine Adelsresidenz: Vor dem Gebäude fand man einen eingelassenen Chultun (Wasserspeicher), und in der Nähe stehen Reste von Service-Plattformen mit weiteren Zisternen, wo vermutlich gekocht und gearbeitet wurde. Die Nähe zum Palast und die sorgfältige Architektur legen nahe, dass hier eine hochrangige Familie wohnte – vielleicht Verwandte oder wichtige Verbündete der Palastdynastie.
Der Tempel der Säulen stammt aus der späten Blütephase Labnás (9. Jh.) und zeigt, dass neben dem Herrscher auch andere Elitefamilien eindrucksvolle Häuser besaßen. Möglich ist, dass in diesem Gebäude Priester oder würdentragende Beamte residierten, die rituelle Aufgaben hatten. Immerhin befindet sich in unmittelbarer Nähe auch eine der großen Plazas, die wohl für Versammlungen und Feste genutzt wurden. So könnte der Säulentempel als Schaltstelle zwischen Palast und Öffentlichkeit fungiert haben – halb Wohnhaus, halb Zeremonialgebäude.
Weitere Anlagen: Höfe, Straßen und Infrastruktur
Labná bestand nicht nur aus einzelnen Monumentalbauten, sondern aus einem ganzen Stadtgefüge mit durchdachter Planung. Die genannten Hauptbauten gruppieren sich um mehrere Plazas (Hofplätze). Besonders hervorzuheben sind die Nord- und Süd-Plaza beim Bogen: Archäologen vermuten, dass diese beiden aneinandergrenzenden Höfe einst eine zusammenhängende große Zeremonialfläche bildeten, die durch den Bogen optisch geteilt war. An den Rändern dieser Plätze entdeckte man sehr alte Überreste kleinerer Gebäude mit Steinplattendächern – dies sind wohl die ältesten Bauwerke Labnás (frühe Klassik), die zeigten, dass hier schon vor der Errichtung des Palastes öffentliche Gebäude standen. In der Nord-Plaza fanden sich zudem zwei rätselhafte runde Fundamente, die als Türme gedeutet werden: Freistehende Türmchen von über 7 m Höhe mit Stuckdekor, ähnlich wie sie von wenigen anderen Maya-Stätten bekannt sind. Welche Funktion diese Türme hatten, ist unklar – möglicherweise dienten sie kultischen oder prestigebezogenen Zwecken.
Verbindendes Element der Architektur Labnás ist die bereits erwähnte Sakbé – eine erhöhte weiße Straße aus Kalkmörtel und Geröll, etwa 1,25 m hoch und ursprünglich wohl weiß verputzt. Diese Straße verläuft über ~130 m mitten durch das Zentrum Labnás und verknüpft den Palast im Norden mit dem Mirador-Arch-Komplex im Süden. Interessanterweise hat man bei Restaurierungen entdeckt, dass die Sakbé in zwei Phasen gebaut wurde: Zunächst führte ein älterer, schmalerer Dammweg direkt vom Palast-Zentralflügel zum Bereich des Mirador. Später, wohl nach Umbauten im Palast, wurde die Straße verbreitert, angehoben und leicht umgeleitet, sodass sie schließlich am südwestlichen Eck des Palast-Ostflügels ankam. Offenbar wurde die Prozessionsstraße dem veränderten Palastgrundriss angepasst – vielleicht als ein neuer Herrscher seinen Thron in einem anderen Teil des Palastes nahm und die Straße nun symbolisch auf diesen „neuen“ Thronsaal ausgerichtet wurde. Die Sakbé hatte jedenfalls nicht nur praktische, sondern auch rituelle Bedeutung: Weiße Straßen verbanden im Maya-Glauben heilige Orte; hier in Labná verband die Sakbé den Tempel (Mirador) mit den Herrschersitzen im Palast. Zudem vermutet man, dass die erhöhten Dammwege in der Regenzeit als Wassersperren dienten – möglicherweise staute sich an den Rändern Wasser, das dann gezielt in nahegelegene Senken oder Zisternen geleitet wurde.
Außerhalb des Kernbereichs erstreckten sich um Labná zahlreiche Wohnhügel, kleine Plattformen und Häuser der einfacheren Bevölkerung. Zwar sind die meisten davon heute nicht sichtbar (teils unrestauriert im Wald), doch moderne LiDAR-Laserscans zeigen ein dicht besiedeltes Umland. Jüngst konnten Forscher mithilfe von Airborne-LiDAR nachweisen, dass das Puuc-Gebiet zur Blütezeit eine der am dichtesten besiedelten Regionen der Maya-Welt war – mit vielen kleineren Siedlungen und Feldern um die Hauptzentren herum. Allerdings blieben diese Siedlungen unbefestigt; es fand sich kein Hinweis auf Verteidigungsanlagen in Labná oder Umgebung. Offenbar lebten die Menschen relativ sicher oder vertrauten auf politische Stabilität.
Gesellschaft und Kultur in Labná
Labná war in der Spätklassik ein Zentrum einer landwirtschaftlich geprägten Maya-Gemeinschaft. Anders als die großen Metropolen (Chichén Itzá, Tikal etc.) war Labná kein riesiges Machtzentrum, sondern eher eine lokale Hauptstadt in einem Netzwerk kleinerer Städte. Neuere Forschungen von Archäologen wie Tomás Gallareta Negrón haben spannende Thesen über die sozial-politische Organisation Labnás entwickelt. Gallareta vermutet, dass Labná ein ungewöhnlich integratives Herrschaftsmodell hatte: Im Palast residierte zwar eine regierende Dynastie, jedoch waren offenbar auch wohlhabende nicht-adelige Familien an der Machtstruktur beteiligt. Darauf deutet die Stadtplanung hin – der Palast der Herrscher und der ältere Mirador-Plaza-Komplex der lokal einflussreichen Großgrundbesitzer sind durch die Sakbé symbolisch verbunden. Möglicherweise kooperierten Königsfamilie und Adel/Landbesitzer enger als anderswo, um gemeinsam die Herausforderungen der Region zu meistern.
Eine dieser Herausforderungen war die Wasserversorgung. Das Puuc-Gebiet besitzt weder Flüsse noch ganzjährig wasserführende Cenoten. In der langen Trockenzeit war Wasser extrem knapp. Labná liefert dafür ein Paradebeispiel, wie die Maya mit ingenieurstechnischem Geschick dieses Problem lösten. Überall in Labná wurden in Felsuntergrund Flaschenförmige Zisternen – die Chultunes – eingetieft. Allein im zentralen Areal entdeckte Edward Thompson über 70 Chultuns, die meisten in den Innenhöfen von Gebäudekomplexen. Die Maya schufen sozusagen an jedem Haus einen eigenen Wasserspeicher: Regenwasser wurde von den Stuckverputzten Hofböden und den geneigten Dächern gesammelt. Es floss in ein trichterförmiges Einlassloch, oft umgeben von einem erhöhten Steinring. Dieser Ring bildete eine Art Rahmen, auf den man eine runde Steinplatte als Deckel legte. So konnte das gespeicherte Wasser vor Verdunstung und Verunreinigung geschützt werden. Die Zisternenschächte wurden teils mit engen Hälsen tief in den Kalkstein getrieben, um mehr Volumen zu erhalten und die feuchtere sascab-Schicht zu erreichen. Diese ausgeklügelten Chultuns sicherten der Bevölkerung überlebenswichtige Wasservorräte während der Trockenzeit. Zusätzlich gab es im Umland flache Senken (Aguadas), die als natürliche Regenbecken dienten. Vermutlich nutzten die Labná-Maya eine Kombination aus vielen kleinen Hauszisternen und wenigen größeren Reservoirs, um ganzjährig Wasser zu haben. Der Regengott Chaac nahm folgerichtig in ihrer Religion einen zentralen Platz ein – man kann förmlich spüren, wie wichtig Regen war, wenn man die Vielzahl der Chaac-Masken an den Fassaden betrachtet.
Die Wirtschaft Labnás basierte vor allem auf Landwirtschaft. Das Umland war zwar karstig, aber es gab fruchtbare Mulden (Planadas) zwischen den Hügeln. Dort bauten die Bewohner Mais, Bohnen und Kürbis an – die klassischen Maya-Grundnahrungsmittel. Speziell Mais (als Tortilla oder Brei konsumiert) war unverzichtbar, und man weiß, dass im Puuc sogar Öfen zum Rösten von Kalkstein betrieben wurden, um Kalk für Baustoffe und zur Maiseinweichung (Nixtamalisation) zu gewinnen. Neben Ackerbau war Imkerei verbreitet: Die Region ist bis heute für die Produktion von Honig bekannt, insbesondere durch die heimische stachellose Biene (Melipona). Spanische Berichte erwähnen, dass Yucatán-Honig ein Exportschlager war. Es passt ins Bild, dass Labná und das benachbarte Xlapak wohl Überschuss an Mais, Kürbissen und Honig erzeugten- Neuere Interpretationen sehen in diesen beiden Orten möglicherweise Agrarlieferanten für größere Städte wie Uxmal oder Kabah. Manche Forscher vermuten sogar, Labná könnte als eine Art Vorposten oder Verteidigungsstation für Uxmal gedient haben. Ihre Lage an der Südgrenze des Puuc-Gebiets, Richtung der benachbarten Chenes-Region, lässt spekulieren, dass hier Informationen gesammelt oder eventuelle Feinde aufgehalten werden sollten. Direkte Belege dafür fehlen, aber die Idee ist spannend: Labná und Xlapak als kleine Vasallen-Städtchen unter dem Schutz (und im Dienst) einer größeren Maya-Macht.
Kulturell teilte Labná alle wesentlichen Züge der spätklassischen Maya-Zivilisation der Region. Die Religion konzentrierte sich auf lokale Bergheiligtümer und Ahnenkult; in Labná selbst gab es keine großen Stelen oder Schriftmonumente, was darauf hindeutet, dass die politische Geschichtsschreibung hier weniger im Vordergrund stand als etwa in Petén-Städten. Stattdessen manifestierte sich Macht im Baustil – wer einen Palast mit aufwendigem Mosaikfries errichten konnte, bewies dadurch seinen Status. Kunsthandwerk ist vor Ort nur spärlich belegt, aber Funde von Keramik (vor allem vom lokalen Cehpech-Stil, einer Spätklassik-Keramik) zeugen vom Alltagsleben. Gegenstände des Luxus – Obsidian, Jade, Muschelschmuck – wurden sicher über Handel bezogen, eventuell über Uxmal als Vermittler.
Die Bevölkerung Labnás bestand aus verschiedenen Schichten: In und um den Palast die Adeligen und Priester, in den gut gebauten Häusern (wie dem Tempel der Säulen) wohl vermögende Familien, und in den peripheren Hütten die einfachen Bauern, Handwerker und Arbeiter. Diese lebten in traditionellen Maya-Häusern mit niedrigen Plattformen, Wänden aus Stöcken/Lehm und Dächern aus Palmstroh. Archäobotanische Untersuchungen und Hofanordnungen deuten darauf hin, dass selbst die Elite innerhalb ihrer Wohnhöfe Nutzgärten anlegte. Man pflanzte Obstbäume (wie Sapote, Avocado), Heilpflanzen und Zierpflanzen und hielt Kleintiere wie Truthähne und Hunde teils in Gehegen. Die Ernährung basierte – wie überall bei den Maya – auf Mais, ergänzt durch Bohnen, Kürbis, Chili und Wildkräuter, dazu Eiweiß aus Truthahnfleisch, Wild und Fisch (den man gesalzen importierte oder aus Cenoten angelte). Interessant: In den Puuc-Hügeln gab es auch wilde Bienenkolonien in Felshöhlen; Honig war nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch rituell bedeutsam.
Weniger bekannte Besonderheiten und interessante Fakten
Architektonisches Gesamtkunstwerk: Labná mag klein sein, aber Fachleute nennen es das „charakteristischste Puuc-Ensemble“ überhaupt. Hier kann man wie in einem Freilichtmuseum alle wichtigen Bauformen der Puuc-Maya studieren – vom einfachen frühklassischen Gebäude mit Flachdach bis zum opulenten zweigeschossigen Palast. Die Anlage vermittelt ein lebendiges Bild der sozialen Organisation: Zeremonialplätze für das Volk, Pyramide für die Götterverehrung, Palast für die Herrschaft, noble Wohnhäuser für die Elite. Labná bietet so einen Schlüssel zum Verständnis der Siedlungsweise im späten 8./9. Jahrhundert.
Fehlender Ballspielplatz – aber Ballspielkunst: Wie erwähnt, besitzt Labná keinen Ballcourt, doch Stephens’ Schilderung am Mirador beweist, dass das Maya-Ballspiel dennoch präsent war. Offenbar wurden sportliche oder rituelle Ereignisse aus benachbarten Städten in Labná an der Tempelpyramide erinnert – ein Hinweis auf regionale Verbundenheit. Vielleicht reisten Labnás Bewohner zu Ballspielzeremonien nach Sayil oder Uxmal und feierten Siege anschließend vor Ort am eigenen Heiligtum.
Visionäre Schlangengötter: Die Visionserpente am Palast (menschlicher Kopf im Rachen einer Schlange) ist ein außergewöhnliches Relief in Nord-Yucatán. Solche Darstellungen kennt man eher aus den südlichen Maya-Gebieten der Klassik (Palenque, Tikal). Dass sich in Labná dieses mächtige Symbol des Königtums findet, spricht dafür, dass die Herrscher ideologisch und vielleicht familiär mit den großen Königreichen verbunden waren. Möglicherweise beanspruchten sie damit eine ähnlich göttliche Legitimation.
Throninschrift von 862: Die Hieroglyphen-Zahl 862 n. Chr. am Ostpalast ist eine kleine Sensation. In der Puuc-Region existieren kaum datierte Monumente; meist fehlen Inschriften. Hier jedoch hat sich ein konkretes Datum erhalten. Es fällt in die Zeit, als Uxmal ebenfalls in Inschriften (an der Gouverneurs-Palast-Fassade) ein Datum um 906 n. Chr. nennt. Dies zeigt, dass auch die Puuc-Herrscher Kalenderdaten und Periodenfeiern verzeichneten. 862 könnte ein Periodenschluss im Maya-Kalender gewesen sein, oder eben das Regierungsjahr eines Labná-Herrschers – wir wissen es mangels Text zwar nicht genau, aber allein die Existenz dieser Inschrift zeugt von hoher Schrifttradition.
Wasserwirtschaft als Gemeinschaftsleistung: Labná beeindruckt durch die Vielzahl und Qualität seiner Chultunes. Die Technik, mit Deckelsteinen und verengten Öffnungen Verdunstung zu verhindern, zeigt das wissenschaftliche Verständnis der Maya für physikalische Vorgänge. Auch die Idee, Sakbés als Staudämme zu nutzen, unterstreicht den Erfindungsreichtum. Neueste LiDAR-Analysen enthüllten zudem die Überreste von Steinterrassen an Hängen in der Region – erstmalig in Nordyucatán. Solche Terrassen gab es wahrscheinlich auch um Labná, um den Boden vor Erosion zu schützen und den Anbau zu verbessern. Es scheint, Labná war ein Ort, an dem die Maya innovative Lösungen für ein lebenfeindliches Umfeld fanden.
Wege zu den Nachbarn: Überraschende Entdeckung aus jüngerer Zeit: Labná war wohl durch eine lange weiße Straße mit der 4 km entfernten Nachbarstadt Xlapak verbunden. Eine solche zwischenstädtische Sacbé konnte zwar noch nicht vollständig ausgegraben werden, doch Laser-Scanning und Geländespuren deuten darauf hin. Dies würde bestätigen, dass Labná und Xlapak eng kooperierten – sei es wirtschaftlich (Transport von Gütern) oder politisch. Gemeinsam mit Sayil und anderen Puuc-Orten könnte Labná ein Teilstück eines ganzen Sakbé-Netzwerks gebildet haben.
Erste archäologische Forschung: Labná hat in der Wissenschaftsgeschichte einen besonderen Platz: Hier führte Edward Thompson 1890 die ersten professionellen Ausgrabungen durch, die Harvard finanziert hat. Das Peabody-Museum der Harvard-Universität publizierte Thompsons Bericht über Labnás Chultuns 1897 – damit war Labná Pionier einer ganzen Reihe von Maya-Studien. Obwohl Thompsons Methoden aus heutiger Sicht teils fragwürdig waren (er war z.B. berüchtigt für Ausgrabungen in Chichén Itzás Cenote), legte er in Labná den Grundstein für die Erforschung der Wasserkulturen der Maya.
Labná heute: Für heutige Besucher ist Labná einer der eindrucksvollsten „kleinen“ Maya-Plätze. Seit 1996 als Teil des UNESCO-Weltkulturerbes geschützt, präsentiert sich die Ruine als ruhiges, von Dschungel umgebenes Areal, das man oft fast alleine erkunden kann. Der Eintritt ist mit rund 70 Peso gering, die Wege gut begehbar. Man sollte festes Schuhwerk mitbringen und ausreichend Wasser – ironischerweise muss der moderne Besucher wie die alten Maya ans Agua denken, da es vor Ort keine Verkaufsstände gibt. Ein Spaziergang über die alte Sacbé, vom Palast durch den Torbogen bis zum Mirador, lässt die Vergangenheit lebendig werden. Mit etwas Vorstellungskraft sieht man den Putz in leuchtenden Farben, hört vielleicht das Echo vergangener Zeremonien und spürt die Präsenz der Ahnen in diesem „alten Haus“ der Maya.
Labná ist ein Kleinod der Maya-Archäologie, das zeigt, dass auch abseits der großen Städte höchste Baukunst und gesellschaftliche Organisation möglich waren. Aktuelle Forschungen – von der Ausgrabung bis zur Hightech-Laservermessung – liefern immer noch neue Erkenntnisse über Labná, etwa zur Siedlungsdichte, Sozialstruktur und Architekturplanung. Für gebildete Reisende, die tiefer in die Kultur der spätklassischen Maya eintauchen wollen, bietet Labná reichlich Stoff: kunstvolle Gebäude, spannende Geschichte und das Rätsel, wie eine Gemeinschaft in unwirtlicher Umgebung gedeihen konnte. Labná steht als beeindruckendes Zeugnis menschlicher Anpassungsfähigkeit und Kreativität – und als schöner, lehrreicher Ort, der Vergangenheit unmittelbar erfahrbar macht.







