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Chicxulub-Krater – was sich heute am Einschlagsort befindet

  • Der Chicxulub-Krater besitzt einen Durchmesser von etwa 180 bis 200 Kilometern. Sein Zentrum befindet sich unter dem Fischerort Chicxulub Puerto, rund 42 Kilometer nördlich von Mérida.
  • Der Einschlag ereignete sich vor 66,04 Millionen Jahren während des borealen Frühjahrs. Der Himmelskörper traf aus nordöstlicher Richtung in einem Winkel von etwa 45 bis 60 Grad auf.
  • Der Asteroid hatte einen Durchmesser von ungefähr 10 bis 15 Kilometern und war ein kohliger Chondrit aus dem äußeren Sonnensystem jenseits der Jupiterbahn.
  • An der Erdoberfläche ist vom eigentlichen Krater nichts erkennbar. Sichtbar wird seine Struktur lediglich durch den Cenotenring, einen Bogen aus Karsthohlformen mit ungefähr 166 Kilometern Durchmesser.
  • Heute gibt es in der Region drei zentrale Anlaufstellen zum Thema: das Museo del Meteorito in Progreso, das Wissenschaftsmuseum in Sierra Papacal und den Dinosaurierpark Sendero Jurásico.
  • Der Kraterrand beeinflusst noch immer die Grundwasserströmungen Yucatáns. Rund 38 Prozent des im Bundesstaat geförderten Wassers stammen aus der Ringzone.

Unter der Nordküste Yucatáns verbirgt sich die größte vollständig begrabene Impaktstruktur der Erde. Der Chicxulub-Krater entstand vor 66,04 Millionen Jahren, als ein Asteroid mit einem Durchmesser von 10 bis 15 Kilometern auf das flache Karbonatschelf einschlug. Dieses Ereignis markiert die Kreide-Paläogen-Grenze und das Aussterben der Nicht-Vogel-Dinosaurier. Wer heute den Ort des Einschlags besucht, sieht davon allerdings nichts: Statt eines Kraters prägen Fischerboote, Strandlokale und Sand das Bild.

Der Name Chicxulub stammt aus dem Yukatekisch-Maya und bezeichnete ursprünglich den landeinwärts gelegenen Ort Chicxulub Pueblo. Er wird aus ch’ik für Floh oder Zecke und xulub‘ für Teufel, Dämon oder Horn zusammengesetzt. Das tatsächliche Zentrum des Kraters liegt jedoch nicht dort, sondern unter Chicxulub Puerto an der Küste, etwa acht Kilometer östlich von Progreso.

Wo sich der Chicxulub-Krater befindet und weshalb er unsichtbar ist

Die Impaktstruktur liegt zur Hälfte unter Land und zur Hälfte unter dem Meer. Ihr südlicher Abschnitt befindet sich unter dem Bundesstaat Yucatán, während sich die nördliche Hälfte unter den Golf von Mexiko erstreckt. Seit dem Einschlag lagerten sich darüber mehrere hundert Meter jüngere Kalksteinschichten ab. Gerade diese Überdeckung sorgte dafür, dass die Struktur außergewöhnlich gut erhalten blieb. Chicxulub ist der einzige große Einschlagkrater der Erde, dessen Ringgebirge, der sogenannte Peak Ring, vollständig erhalten ist.

Wie tief dieser Ring heute liegt, zeigte die bislang einzige wissenschaftliche Bohrung, die ihn direkt erreichte. Von der Hubplattform Myrtle aus wurde 2016 ungefähr 30 Kilometer vor Progreso bis auf 1.334,69 Meter unter den Meeresboden gebohrt. Ab einer Tiefe von 505,70 Metern wurde Kernmaterial gewonnen, wobei die Ausbeute bei etwa 99 Prozent lag. Die Kreide-Paläogen-Grenze befindet sich dort in rund 617 Metern Tiefe; unmittelbar darunter beginnt das stark zertrümmerte Gestein des Ringgebirges.

Besonders überraschend war die Zusammensetzung dieses Materials. Im Peak Ring liegt Granit aus dem kristallinen Grundgebirge, der beim Einschlag aus ungefähr zehn Kilometern Tiefe herausgerissen und über jüngere Sedimentschichten gehoben wurde. Die ursprüngliche geologische Abfolge wurde dort regelrecht umgekehrt.

Wie ein Erdölunternehmen den Krater entdeckte und anschließend wieder aus den Augen verlor

Die Struktur wurde nicht von Impaktforschern entdeckt, sondern im Zuge der Suche nach Erdöl. 1978 analysierten die Geophysiker Glen Penfield und Antonio Camargo im Auftrag von Petróleos Mexicanos magnetische und gravimetrische Messdaten entlang der Küste Yucatáns. Im Untergrund erkannten sie einen nahezu vollkommenen Kreisbogen und deuteten ihn als möglichen Einschlagkrater.

Als sie ihre Ergebnisse 1981 vor der Society of Exploration Geophysicists präsentierten, blieb die Resonanz jedoch gering. Die Daten waren Eigentum des Ölkonzerns, und gleichzeitig suchte die internationale Forschung den Krater zur damals bekannten Iridiumanomalie an der Kreide-Paläogen-Grenze hauptsächlich im offenen Ozean. Erst um 1990 stellte Alan Hildebrand den entscheidenden Zusammenhang her. Zwischen der ursprünglichen Entdeckung und der Anerkennung Chicxulubs als Ort des Massenaussterbens lagen somit zwölf Jahre.

Woher der Asteroid stammte

Seit 2024 gilt die Herkunft des Einschlagkörpers als weitgehend geklärt. Ruthenium-Isotope aus der weltweit verbreiteten Grenzschicht zeigen eine Signatur, die zu kohligen Chondriten passt und nicht zu den steinigen Asteroiden aus dem inneren Hauptgürtel. Der Himmelskörper entstand demnach jenseits der Jupiterbahn und gelangte erst später in das innere Sonnensystem. Die gleichen Daten sprechen außerdem gegen einen Kometen. Fünf weitere untersuchte Impaktstrukturen aus den vergangenen 500 Millionen Jahren gehen dagegen auf Asteroiden aus dem inneren Sonnensystem zurück. Chicxulub stellt damit eine Besonderheit dar. Vollständige Einigkeit besteht dennoch nicht, denn einzelne Studien halten die gemessenen Elementverhältnisse auch mit einem metallreichen Körper für vereinbar.

Auch die Flugbahn des Asteroiden lässt sich inzwischen rekonstruieren. Die unterirdischen Asymmetrien, insbesondere die versetzten Mittelpunkte von Peak Ring und Mantelaufwölbung, lassen sich nur mit einem steilen Einschlag aus nordöstlicher Richtung erklären. Der Winkel lag dabei zwischen 45 und 60 Grad zur Horizontalen. Ein flacher Einschlag mit weniger als 30 Grad kann ausgeschlossen werden. Gerade diese Neigung war besonders ungünstig, da sie pro Masse des Projektils mehr klimawirksame Gase aus dem Untergrund freisetzte als ein flacher oder senkrechter Einschlag.

Sogar die Jahreszeit des Ereignisses konnte bestimmt werden. Fischknochen aus der Fundstelle Tanis in North Dakota stammen von Tieren, die innerhalb einer Stunde nach dem Einschlag verschüttet wurden. Ihre Wachstumsringe brechen mitten in der Wachstumsphase ab. Daraus folgt, dass auf der Nordhalbkugel Frühling und auf der Südhalbkugel Herbst herrschte. Die Katastrophe traf die Ökosysteme des Nordens somit genau während der Laichzeit und der Aufzucht vieler Jungtiere.

Die ersten 24 Stunden

Der Aufprall setzte eine Ereigniskette in Gang, die sich im Bohrkern beinahe Stunde für Stunde nachvollziehen lässt. Innerhalb nur eines Tages lagerten sich im frisch entstandenen Krater etwa 130 Meter Material ab. Zunächst bildete sich Impaktschmelze, danach folgte Trümmerbrekzie, die vom zurückströmenden Meerwasser abgesetzt wurde.

Ganz oben in dieser nur einen Tag repräsentierenden Ablagerungsschicht befindet sich Holzkohle. Sie stammt von Wäldern, die im Umkreis von mehreren hundert Kilometern in Brand gerieten und deren verkohlte Reste durch einen Tsunami zurück in den Krater transportiert wurden. Die seismischen Wellen breiteten sich auf dem Kontinent noch schneller aus als die Flutwellen. Tanis, rund 3.000 Kilometer vom Einschlagsort entfernt, wurde bereits nach 15 bis 30 Minuten von einer Schwappwelle aus einem Binnenmeer überflutet. Etwa zur gleichen Zeit gingen dort Tektite, also Glaskügelchen aus dem ausgeworfenen Material, nieder.

Warum der Impaktwinter tödlich wurde

Über lange Zeit galt Schwefel als wichtigste Ursache für die weltweite Abkühlung nach dem Einschlag. Im Untergrund Yucatáns liegen mächtige Schichten aus Anhydrit. Werden sie verdampft, entstehen Sulfataerosole, die bis in die Stratosphäre gelangen können. Numerische Modelle gingen deshalb von einer Freisetzung von bis zu 325 Gigatonnen Schwefel aus.

Direkte Messungen an den Ablagerungen ergeben jedoch erheblich niedrigere Mengen. Aus Schwefelkonzentrationen und Isotopenverhältnissen an fünf terrestrischen Grenzprofilen wurden etwa 67 Gigatonnen rekonstruiert, wobei die mögliche Spannbreite zwischen 28 und 106 Gigatonnen liegt. Das entspricht ungefähr einem Fünftel der früheren Modellschätzung. Der Impaktwinter dürfte damit weniger extrem gewesen sein als lange angenommen, was wiederum die Überlebenschancen während der ersten Jahre beeinflusst.

Statt Schwefel rückt inzwischen feiner Silikatstaub aus dem pulverisierten Granit des Untergrunds stärker in den Mittelpunkt. Die Partikel in den Grenzablagerungen besitzen Größen zwischen 0,8 und 8 Mikrometern. Solche Teilchen können ungefähr 15 Jahre in der Atmosphäre verbleiben und damit wesentlich länger als Ruß und Sulfat. Die Photosynthese kam bis zu zwei Jahre lang nahezu vollständig zum Stillstand. Anschließend kehrte sich die Entwicklung um: Kohlendioxid, das beim Einschlag aus den Kalksteinen freigesetzt worden war, führte über Zehntausende Jahre zu einer erneuten Erwärmung der Erde. Insgesamt verschwanden ungefähr 75 Prozent aller Arten.

Wie schnell das Leben zurückkehrte

Direkt im Krater setzte die biologische Erholung schneller ein, als die Dimension der Katastrophe erwarten lässt. Bereits in den ersten Sedimentschichten oberhalb der Trümmerlage finden sich Grab- und Wühlspuren von Bodenorganismen. Schon nach wenigen Jahren lebte im Kratersee wieder Plankton.

Neu ist vor allem die Genauigkeit, mit der diese Erholung zeitlich eingeordnet werden kann. Helium-3 fällt mit annähernd gleichbleibender Rate aus dem Weltraum auf den Meeresboden und ermöglicht deshalb eine Korrektur der Sedimentationsgeschwindigkeit unmittelbar nach dem Einschlag. Die Ergebnisse zeigen, dass erste neue Planktonarten bereits weniger als 2.000 Jahre nach der Katastrophe entstanden. Die Foraminifere Parvularugoglobigerina eugubina, die als klassischer Marker für die Erholungsphase gilt, erschien abhängig vom Fundort zwischen 3.500 und 11.000 Jahren nach dem Ereignis. Nach rund 6.000 Jahren waren bereits 10 bis 20 neue Foraminiferenarten hinzugekommen. Normalerweise benötigt die Entstehung neuer Arten Zeiträume in der Größenordnung von etwa einer Million Jahren.

Möglicherweise wurde diese rasche Entwicklung durch den Krater selbst begünstigt. Im stark zerbrochenen Gestein zirkulierten heiße Flüssigkeiten, und dieses Hydrothermalsystem blieb wesentlich länger aktiv als bislang angenommen. Kalifeldspäte aus dem Peak Ring weisen Argon-Argon-Alter bis hinunter zu 58 Millionen Jahren auf. Sie kristallisierten somit noch Millionen Jahre nach dem Einschlag aus heißem Wasser aus. Das Hydrothermalsystem bestand demnach mindestens acht Millionen Jahre und damit viermal länger als zuvor vermutet. Es ist das langlebigste bekannte impaktbedingte Hydrothermalsystem der Erde. Für die Suche nach Spuren früheren Lebens auf dem Mars hat dies unmittelbare Konsequenzen: Alte Einschlagbecken werden dadurch zu besonders interessanten Untersuchungszielen.

Der Cenotenring und das Trinkwasser Yucatáns

Die einzige oberirdisch erkennbare Spur des Chicxulub-Kraters bildet ein Bogen aus Cenoten. Diese Karsthohlformen konzentrieren sich auf einem Halbkreis mit ungefähr 83 Kilometern Radius und damit rund 166 Kilometern Durchmesser. Sie markieren den äußeren Rand der Impaktstruktur. Auch Radarmessungen der Shuttle Radar Topography Mission zeigen dieselbe halbkreisförmige Struktur als äußerst schwache Geländestufe.

Der Cenotenring ist jedoch weit mehr als eine geologische Besonderheit. Er bildet einen wesentlichen Bestandteil der Wasserversorgung Yucatáns. Entlang der Bruchzone bewegt sich das Grundwasser bevorzugt in Richtung Küste. Etwa 38 Prozent des im Bundesstaat entnommenen Wassers stammen aus diesem Bereich. Gleichzeitig werden lediglich 2,4 Prozent der kommunalen Abwässer gereinigt, während der poröse Karst Verunreinigungen innerhalb weniger Stunden weitertransportieren kann.

Seit dem 19. Oktober 2013 steht der Ring als Reserva Estatal Geohidrológica Anillo de Cenotes unter Schutz. Die ursprüngliche Fläche betrug 219.207,83 Hektar. Im Juli 2025 erweiterte die Landesregierung mit dem Decreto 88/2025 den formalen Schutz von 13 auf 24 Gemeinden, während die Gesamtfläche gleichzeitig auf 213.737,28 Hektar sank. Mérida, Kanasín und Umán sind weiterhin nicht einbezogen, obwohl dort der größte Siedlungs- und Industriedruck besteht. Umweltorganisationen und Maya-Gemeinden kritisieren außerdem, dass weiterhin ein wirksames Managementprogramm fehlt. Wer innerhalb des Rings eine Cenote besucht, befindet sich deshalb nicht einfach in einem natürlichen Schwimmbecken, sondern in einem bedeutenden Trinkwasserreservoir.

Chicxulub Puerto heute

Direkt über dem Zentrum des Kraters liegt heute ein Fischerdorf mit 7.591 Einwohnern nach dem Zensus von 2020. Verwaltungstechnisch gehört Chicxulub Puerto zur Gemeinde Progreso. Der Ort besitzt einen kleinen Anleger, eine Uferstraße, mehrere Strandrestaurants und flaches, warmes Wasser am Golf von Mexiko. Der Strand ist schmaler als in Progreso; bei hohem Wasserstand reicht das Meer teilweise bis unmittelbar an die Grundstücke.

Während des Sommers verändert Chicxulub Puerto seinen Charakter deutlich. Familien aus Mérida beziehen ihre Ferienhäuser, die Einwohnerzahl steigt vorübergehend um ein Vielfaches und entlang der Küste entstehen zahlreiche Verkaufsstände. Außerhalb dieser Ferienzeit bleibt der Ort dagegen ruhig. In den vergangenen Jahren kaufen außerdem zunehmend ausländische Ruheständler Immobilien, wodurch die Grundstückspreise entlang der Küste steigen.

Vom Krater selbst ist vor Ort nichts sichtbar, und daran lässt sich auch nichts ändern. Die Struktur liegt mehrere hundert Meter unter der Oberfläche. Dennoch nutzt der Ort die Verbindung mit dem Einschlag. Bereits seit mehr als zehn Jahren steht am Ortseingang eine Tankstelle mit dem Namen Meteoro. Auf ihrem Vorplatz wird das Impaktereignis mit Felsblöcken dargestellt; inzwischen kamen zusätzlich Dinosaurierfiguren hinzu.

Museen und Ausstellungen zum Krater

Drei Einrichtungen beschäftigen sich mit dem Chicxulub-Ereignis, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrem Charakter.

Das Museo del Meteorito befindet sich in Progreso am Malecón, Calle 19 Nummer 142, und wurde im August 2022 eröffnet. Acht Ausstellungssäle führen durch etwa 14 Milliarden Jahre Erdgeschichte und arbeiten dabei mit Projektionsmapping, Augmented Reality und animatronischen Dinosauriern. Das Museum öffnet täglich von 11:00 bis 19:00 Uhr. Zuletzt kostete der Eintritt für ausländische Besucher 350 Pesos, für mexikanische Gäste 250 Pesos, für Einwohner Yucatáns 150 Pesos und für Kinder sowie Senioren 100 Pesos. Einwohner von Progreso erhalten kostenlosen Zutritt.

Das Museo de Ciencias del Cráter de Chicxulub in Sierra Papacal besitzt den stärksten wissenschaftlichen Schwerpunkt. Es gehört zum Parque Científico y Tecnológico de Yucatán und wird von der UNAM gemeinsam mit dem Forschungszentrum CICY getragen. Ein eigener Ausstellungsraum widmet sich den Ergebnissen der Bohrung von 2016. Der Eintritt ist kostenlos, ein Besuch ist jedoch ausschließlich nach vorheriger Anmeldung möglich. Im Kulturregister der Secretaría de Cultura wird die Einrichtung zudem als wegen Umbauarbeiten geschlossen geführt. Vor der Anreise sollte daher direkt nachgefragt werden. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Museum nicht erreichbar.

Der Sendero Jurásico liegt bei Kilometer 4,5 der Straße zwischen Progreso und Chicxulub Puerto und ist eher als Freizeitpark denn als Museum einzuordnen. Auf einer Strecke von knapp einem Kilometer stehen 15 lebensgroße, bewegliche Dinosauriermodelle. Ergänzt werden sie durch Fossilnachbildungen und eine kleine Rundbahn. Vor der Einrichtung des Parks befand sich auf dem Gelände eine wilde Müllkippe. Zuletzt lag der Eintritt für Erwachsene bei 200 Pesos, für Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren bei 150 Pesos und für Kinder von 3 bis 11 Jahren bei 100 Pesos. Geöffnet ist ausschließlich am Nachmittag und Abend, wobei sich die Zeiten je nach Saison ändern.

Was weiterhin ungeklärt ist

Die größte Forschungslücke befindet sich ausgerechnet im Zentrum des Kraters. Bislang wurde nur der Peak Ring wissenschaftlich erbohrt, nicht jedoch die zentrale Schmelzdecke, in der die mächtigsten Impaktschmelzen und die heißesten Bereiche des Hydrothermalsystems erwartet werden. Solange dieser Kern nicht direkt beprobt wurde, bleiben die Berechnungen zu den freigesetzten Schwefel- und Kohlendioxidmengen mit erheblichen Unsicherheiten verbunden.

Offen ist ebenfalls, welchen Anteil der Dekkan-Trapp in Indien am damaligen Massenaussterben hatte, dessen gewaltige Flutbasalte zur gleichen Zeit entstanden. Auch die Frage, weshalb gerade der Chicxulub-Asteroid aus dem äußeren Sonnensystem kam, während vergleichbare Einschlagkörper der vergangenen 500 Millionen Jahre ihren Ursprung im inneren Asteroidengürtel hatten, ist bislang unbeantwortet. Direkt am Kraterrand entscheidet derweil eine wesentlich alltäglichere Frage über die kommenden Jahrzehnte: ob es gelingt, den Cenotenring als Trinkwasserreservoir vor Verunreinigung zu schützen.

Quellen und Literatur

  • Fischer-Gödde, M., Tusch, J., Goderis, S. et al. (2024): Ruthenium isotopes show the Chicxulub impactor was a carbonaceous-type asteroid. Science 385(6710), 752 bis 756. doi.org/10.1126/science.adk4868
  • Rodiouchkina, K., Goderis, S., Senel, C. B. et al. (2025): Reduced contribution of sulfur to the mass extinction associated with the Chicxulub impact event. Nature Communications 16, 620. doi.org/10.1038/s41467-024-55145-6
  • Senel, C. B., Kaskes, P., Temel, O. et al. (2023): Chicxulub impact winter sustained by fine silicate dust. Nature Geoscience 16, 1033 bis 1040. doi.org/10.1038/s41561-023-01290-4
  • Lowery, C. M., Bralower, T. J., Farley, K. & Leckie, R. M. (2026): New species evolved within a few thousand years of the Chicxulub Impact. Geology 54(3), 285 bis 288. doi.org/10.1130/G53313.1
  • A long-lived impact-generated hydrothermal system at the Chicxulub impact structure (2026). Communications Earth & Environment 7, 470. doi.org/10.1038/s43247-026-03618-5
  • Collins, G. S., Patel, N., Davison, T. M. et al. (2020): A steeply-inclined trajectory for the Chicxulub impact. Nature Communications 11, 1480. doi.org/10.1038/s41467-020-15269-x
  • During, M. A. D., Smit, J., Voeten, D. F. A. E. et al. (2022): The Mesozoic terminated in boreal spring. Nature 603, 91 bis 94. doi.org/10.1038/s41586-022-04446-1
  • DePalma, R. A., Oleinik, A. A., Gurche, L. P. et al. (2021): Seasonal calibration of the end-Cretaceous Chicxulub impact event. Scientific Reports 11, 23704. doi.org/10.1038/s41598-021-03232-9
  • Gulick, S. P. S., Bralower, T. J., Ormö, J. et al. (2019): The first day of the Cenozoic. PNAS 116(39), 19342 bis 19351. doi.org/10.1073/pnas.1909479116
  • Morgan, J. V., Gulick, S. P. S., Bralower, T. et al. (2016): The formation of peak rings in large impact craters. Science 354(6314), 878 bis 882. doi.org/10.1126/science.aah6561
  • Lowery, C. M., Bralower, T. J., Owens, J. D. et al. (2018): Rapid recovery of life at ground zero of the end-Cretaceous mass extinction. Nature 558, 288 bis 291. doi.org/10.1038/s41586-018-0163-6
  • IODP-ICDP Expedition 364 (2017): Chicxulub Impact Crater, Proceedings of the International Ocean Discovery Program, Volume 364. publications.iodp.org/proceedings/364/ (abgerufen am 1. September 2026)
  • Gobierno del Estado de Yucatán (2025): Decreto 88/2025 zur Änderung des Decreto 117/2013, Reserva Estatal Geohidrológica Anillo de Cenotes. Diario Oficial del Gobierno del Estado de Yucatán, Juli 2025.
  • Secretaría de Desarrollo Sustentable Yucatán: Reserva Estatal Geohidrológica Anillo de Cenotes. sds.yucatan.gob.mx/areas-naturales/ficha_anillo_cenotes.php (abgerufen am 1. September 2026)
  • INEGI (2020): Censo de Población y Vivienda 2020, Localidad Chicxulub Puerto, Municipio Progreso, Yucatán. inegi.org.mx/programas/ccpv/2020/
  • Secretaría de Cultura, Sistema de Información Cultural: Museo de Ciencias del Cráter Chicxulub sowie Museo del Meteorito, Progreso. sic.gob.mx (abgerufen am 1. September 2026)

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Kategorie: Mexiko Stichworte: Chicxulub-Krater

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