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Huasca de Ocampo – Basaltprismen, Silberhaciendas und Oyamelwald in Hidalgo

  • Huasca de Ocampo im Bundesstaat Hidalgo wurde am 5. Oktober 2001 als erster Ort Mexikos zum Pueblo Mágico ernannt. Heute tragen 177 Orte den Titel.
  • Die Basaltsäulen der Barranca de Alcholoya sind nach Kalium-Argon-Datierung rund 2,58 Millionen Jahre alt, die Säulenzone misst 25 bis 30 Meter, darüber liegen 5 bis 15 Meter Entablement.
  • Alexander von Humboldt besuchte den Ort 1803 und veröffentlichte die Ansicht 1810 als Tafel XXII seiner Vues des Cordillères.
  • Pedro Romero de Terreros, Conde de Regla, ließ zwischen 1760 und 1762 vier Silberhaciendas bauen. Eine davon, San Antonio Regla, liegt seit 1915 unter einem Stausee.
  • Für das Municipio sind 378 Gefäßpflanzenarten dokumentiert, davon 142 mit medizinischer Nutzung. Allein die Gattung Quercus stellt 15 Arten.
  • Die Gemeinde zählte im Zensus 2020 17.607 Einwohner auf 302,81 Quadratkilometern, der Ortskern selbst nur gut 400.
  • Eintritt zu den Prismas Basálticos 100 Pesos, Anfahrt aus Mexiko-Stadt rund zweieinhalb Stunden, aus Pachuca etwa 45 Minuten.

Huasca de Ocampo liegt auf gut 2.090 Metern am Nordostrand der Sierra de Pachuca, 34 Kilometer von der Landeshauptstadt Pachuca entfernt. Der Ort verbindet drei Dinge, die anderswo selten zusammenfallen: eine der besterforschten Säulenbasaltformationen Amerikas, die Ruinen des größten Silberverarbeitungskomplexes Neuspaniens und einen Waldgürtel, in dem Botaniker seit 1864 sammeln.

Lage, Klima und Anreise

Das Municipio erstreckt sich über 302,81 Quadratkilometer zwischen 1.400 und 3.100 Metern Höhe und liegt auf der Grenze zweier geologischer Provinzen. Rund 85 Prozent der Fläche gehören zur Transmexikanischen Vulkangürtel, die nördlichen 15 Prozent zur Sierra Madre Oriental mit ihren kreidezeitlichen Kalksteinen. Diese Nahtstelle erklärt fast alles Weitere: den abrupten Wechsel von Tannenwald zu Kakteendickicht auf wenigen Kilometern, die Fossilien in den Schluchtwänden und die Basaltdecken darüber.

Der Ortskern hat ein gemäßigtes, sommerfeuchtes Klima des Typs C(w2)(w) mit einer Jahresmitteltemperatur von 14,5 Grad und über 600 Millimetern Niederschlag. In der trockeneren Zone am Río Grande de Tulancingo fallen dagegen nur 543,4 Millimeter im Jahr. Die Regenzeit läuft von Juni bis Oktober, Nachtfröste sind zwischen Dezember und Februar normal. Wer im August kommt, sollte mit Nebel und Nieselregen rechnen, wer im März kommt, mit staubtrockenen Hängen.

Von Mexiko-Stadt aus fährt man über die Autobahn nach Pachuca und weiter auf der Bundesstraße 105 Richtung Tulancingo, insgesamt rund zweieinhalb Stunden. Ohne eigenes Auto führt der Weg mit dem Fernbus zur Busstation von Pachuca und von dort mit Sammeltaxis (combis) vom Mercado Benito Juárez in etwa 50 Minuten nach Huasca. Die letzten Combis fahren gegen 20 Uhr zurück. Innerhalb der Gemeinde liegen die Sehenswürdigkeiten weit auseinander, ein Mietwagen oder ein ausgehandelter Taxitarif spart hier viel Zeit.

Die Basaltprismen von Santa María Regla

Die Säulen stehen sechs Kilometer nordöstlich des Ortskerns in der Barranca de Alcholoya, auch Barranca de Santa María Regla genannt. Sánchez-Rojas und Osorio-Pérez datierten 2008 die Basis des Lavastroms auf 2,58 plus minus 0,15 Millionen Jahre und die Oberkante auf 2,29 plus minus 0,23 Millionen Jahre, jeweils mit der Kalium-Argon-Methode am Gesamtgestein. Die Lava stammte aus der Sierra de las Navajas und staute sich an einem Wasserlauf, der ihr Abkühlungstempo entscheidend veränderte.

Wie die Säulen entstanden

Ein Lavastrom, der oben an der Luft und unten an einem Gewässer abkühlt, schrumpft von beiden Seiten her. Die Zugspannung entlädt sich in Rissen, die sich schrittweise in die noch heiße Masse hineinfressen. Shunshan Xu und Ángel Nieto-Samaniego vom Centro de Geociencias der UNAM vermaßen 2020 die Geometrie im Gelände und an kalibrierten Fotos. Ihre Ergebnisse korrigieren einige gängige Vorstellungen.

Die Säulendurchmesser liegen zwischen 60 und 130 Zentimetern, wobei die oberen Partien deutlich dicker ausfallen als die unteren. Die Säulen sind mehrheitlich nicht sechseckig: Die mittlere Seitenzahl beträgt 5,25 in der regelmäßigen Säulenzone und 5,05 im darüberliegenden Entablement. Fünfecke überwiegen also, der ideale Bienenwabenzustand wurde nie ganz erreicht. Das Achsenverhältnis der Querschnitte liegt meist zwischen 1,05 und 1,45, die Polygone sind demnach leicht in die Länge gezogen.

Auf den Säulenflächen zeichnen sich waagerechte Bänder ab, in der Fachsprache Meißelmarken. Jede dieser Stufen entspricht einem einzelnen Rissvorstoß von 1 bis 8 Zentimetern, meist 2 bis 5 Zentimetern. Wer nah genug herangeht, liest an einer Säulenflanke also die Abkühlungsgeschichte in Einzelschritten ab. Die meisten Meißelmarken sind um 5 bis 10 Grad geneigt, was auf eine leicht geneigte Lavaoberfläche während der Erstarrung hindeutet.

Der Aufbau folgt dem klassischen Sandwichmuster: unten eine 25 bis 30 Meter mächtige Zone regelmäßiger Säulen mit ebenen Flächen, darüber 5 bis 15 Meter Entablement mit dünneren, gebogenen und fächerförmig angeordneten Prismen. Messungen wurden bis in 45 Meter Tiefe der Säulenzone vorgenommen. Die UNESCO beschreibt die Formation als die höchsten Säulenbasalte der Welt. Die verbreitete Behauptung, es gebe weltweit nur drei solcher Vorkommen, ist falsch. Säulenbasalt findet sich unter anderem am Giant’s Causeway in Nordirland, an der Fingalshöhle auf Staffa, am Svartifoss in Island, an den Órganos auf La Gomera, in der Schlucht von Garni in Armenien und am Devils Postpile in Kalifornien.

Was Humboldt 1803 sah

Alexander von Humboldt erreichte die Hacienda Santa María Regla 1803 auf seiner Reise durch Neuspanien. Er beschrieb die Formation ausführlich und verglich sie mit dem Giant’s Causeway. 1810 erschien die Ansicht als Tafel XXII unter dem Titel Rochers basaltiques et cascade de Regla in den Vues des Cordillères et monumens des peuples indigènes de l’Amérique. Auf derselben Reise besuchte Humboldt die benachbarte Obsidiansierra, die er Sierra de los Cuchillos nannte, die Sierra der Messer.

Zwei Details dieser Berühmtheit gehen meist unter. Erstens war Humboldt nicht der Entdecker, sondern der Publizist: Die Formation lag mitten im Betriebsgelände einer arbeitenden Hacienda und war lokal seit Generationen bekannt. Zweitens sieht der heutige Besucher nicht mehr dieselbe Szene. Der Bau der Talsperre San Antonio zwischen 1912 und 1915 lenkte den Wasserlauf über den Prismen um. Die Wasserfälle, die auf allen Fotos zu sehen sind, werden heute von der Talsperre und den Quellen von San Miguel Regla gespeist und hängen an deren Abgabe. In der Trockenzeit kann es passieren, dass kaum Wasser fällt.

Die Haciendas des Conde de Regla

Pedro Romero de Terreros, geboren 1710 im andalusischen Cortegana, machte sein Vermögen mit der Veta Vizcaína, dem Silbergang von Real del Monte. Das Erz musste amalgamiert werden, und zwar nach dem beneficio de patio, dem um 1554 von Bartolomé de Medina in Pachuca entwickelten Verfahren. Dabei wird gemahlenes Erz mit Quecksilber, Salz und Kupfersulfat auf großen gepflasterten Höfen vermengt und wochenlang gewendet. Genau solche ebenen Flächen fehlten im steilen Real del Monte.

Zwischen 1760 und 1762 ließ Romero de Terreros deshalb im Tal von Huasca vier Verarbeitungshaciendas errichten: Santa María Regla, San Miguel Regla, San Francisco Javier und San Antonio Regla. Insgesamt gehörten ihm acht Haciendas de Regla. Er starb am 28. November 1781 an einer Lungenentzündung auf San Miguel Regla. Am 25. Februar 1775 hatte er den Sacro y Real Monte de Piedad de Ánimas gegründet, den Vorläufer der bis heute bestehenden mexikanischen Pfandleihanstalt.

Die Kehrseite steht in denselben Akten. 1766 entzog Romero de Terreros den Bergleuten das tequio, den traditionellen Anteil am geförderten Erz, der ihnen zustand. Der Aufstand, der darauf folgte, gilt als der bedeutendste Arbeitskonflikt des kolonialen Mexiko. Der Conde ließ die Minen lieber stillstehen als nachzugeben und zog sich auf seine Haciendas in Huasca zurück.

Heute sind Santa María Regla und San Miguel Regla Hotels. Erhalten sind Bogengänge der Patios, Öfen und Wassersysteme. San Francisco Javier ist verschwunden. San Antonio Regla verschwand 1915 im Stausee, der für ein Wasserkraftwerk zur Versorgung von Pachuca und den Minen angelegt wurde. Aus dem 12 bis 15 Meter tiefen Wasser ragen bis heute der chacuaco, ein Schornstein mit einer Tafel von 1881, und ein Turmstumpf. Bootsführer legen am Steg neben dem Eingang zu den Prismas ab und umrunden die Reste in etwa einer halben Stunde.

Vegetation zwischen Tanne und Kaktus

Der Höhenunterschied von 1.700 Metern presst auf kleinem Raum mehrere Vegetationszonen nebeneinander. Kiefern- und Eichenwälder nehmen zusammen etwa 35 Prozent der Gemeindefläche ein, Trockenbuschland gut 10 Prozent, Weiden und Grasland knapp 13 Prozent. Dazu kommen Wasser- und Ufervegetation an den Stauseen.

In den kühlen, feuchten Lagen um San Miguel Regla dominiert die Oyameltanne (Abies religiosa), oft im Bestandsmosaik mit Pinus patula, Pinus teocote und Pinus montezumae. Die Eichen sind der eigentliche Reichtum: Für das Municipio sind 15 Quercus-Arten belegt, darunter Quercus crassifolia, Quercus laurina, Quercus rugosa, Quercus mexicana und Quercus frutex. Auf ärmeren, trockeneren Böden nördlich des Ortes und bei San Miguel Regla stehen offene Wacholderbestände (bosque de táscate) mit Juniperus flaccida und Juniperus deppeana.

Steigt man in die Barranca de Aguacatitla ab, kehrt sich das Bild um. Unterhalb von etwa 1.750 Metern beginnt das Trockenbuschland der Barranca de Metztitlán mit Säulenkakteen: Cephalocereus senilis, der weißhaarige Greisenhauptkaktus, Stenocereus dumortieri, Myrtillocactus geometrizans und mehrere Opuntia-Arten. Dazwischen halten sich Reste von Bergnebelwald in geschützten Rinnen. Für die gesamte Reserva de la Biosfera Barranca de Metztitlán, die auch Teile von Huasca umfasst, weist das Managementprogramm 465 Gefäßpflanzenarten aus 270 Gattungen und 83 Familien aus.

Heilpflanzen und traditionelles Wissen

Die botanische Erforschung der Gegend ist alt. Manuel Villada veröffentlichte 1865 im Bericht der Comisión Científica de Pachuca seine Estudios sobre la flora de Pachuca, Mineral del Chico, Real del Monte, Huasca y Barranca Honda, ein Ergebnis der Feldarbeit von 1864.

Die bislang gründlichste Aufnahme stammt von José Luis Molina-Mendoza und Kollegen vom Instituto Politécnico Nacional, veröffentlicht 2012. Das Team sammelte 576 Belege in El Zembo, Santo Domingo, San Jerónimo, San Sebastián, Naranjastitla, La Cañada, Santo Tomás, San Miguel Regla und im Hauptort. Daraus bestimmten sie 222 Arten aus 148 Gattungen und 69 Familien. 140 davon waren Neunachweise für das Gebiet. Zusammen mit der Literatur ergibt sich eine vorläufige Artenliste von 378 Arten in 63 Familien, davon 142 mit dokumentierter medizinischer Verwendung.

Artenreichste Familien sind Korbblütler (79 Arten, knapp 21 Prozent der Flora) und Lippenblütler (19 Arten). Bei den Gattungen führen Quercus mit 15 und Salvia mit 12 Arten. Die Interviews mit 12 Kennerinnen und Kennern ergaben ein klares Anwendungsprofil: 30,85 Prozent der Heilpflanzen betreffen Verdauungsbeschwerden, 24,46 Prozent den Urogenitaltrakt, 19,14 Prozent Muskel- und Skelettbeschwerden, 15,95 Prozent Atemwege und 11,70 Prozent Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett.

Konkret heißt das: Buddleja cordata (tepozán) gegen Fieber, Wunden und Nierenschmerzen, Bouvardia ternifolia (trompetilla) gegen Insekten- und Skorpionstiche, Artemisia ludoviciana (estafiate) gegen Durchfall, Tagetes lucida (pericón) gegen Menstruationskrämpfe, Equisetum hyemale für die Nieren, Cuphea aequipetala (hierba del cáncer) zur Wundheilung. Mehrere Arten werden ausdrücklich als abortiv genutzt, darunter Montanoa tomentosa (zoapatle) und Lepechinia caulescens.

Die Studie hält auch einen Schaden fest, den Reiseberichte selten erwähnen. Auswärtige Händler beauftragen Einheimische gegen geringe Bezahlung mit dem massenhaften Sammeln bestimmter Heilpflanzen. Für die Auferstehungspflanze Selaginella pallescens (doradilla) ist das bei San Sebastián dokumentiert. Wer Kräuter kauft, sollte nach der Herkunft fragen.

Tierwelt an der Nahtstelle zweier Faunenreiche

Huasca liegt dort, wo die nearktische Fauna des mexikanischen Hochlands auf neotropische Elemente trifft. Für die Reserva de la Biosfera Barranca de Metztitlán legten Raúl Ortiz-Pulido und sein Team von der Universidad Autónoma del Estado de Hidalgo 2010 nach sieben Jahren Feldarbeit eine Liste von 271 Vogelarten aus 54 Familien und 17 Ordnungen vor. Das entspricht knapp 60 Prozent der Vogelarten Hidalgos und rund 27 Prozent der Arten Mexikos, auf einer Fläche von nur 960 Quadratkilometern.

Am artenreichsten sind Tyrannen und Waldsänger mit je 24 Arten, gefolgt von Ammern mit 19, Stärlingen mit 13 und Kolibris mit 12 Arten. 117 Arten sind Standvögel, 88 Zugvögel aus dem Norden. 235 Arten fressen überwiegend Insekten. 17 Arten stehen in einer Gefährdungskategorie der mexikanischen Norm NOM-059, acht sind Endemiten Mexikos. Zum Vergleich: Villada zählte 1865 im selben Gebiet 31 Arten, was mehr über den damaligen Erfassungsstand aussagt als über die Vögel.

Unter den Säugetieren nennt die CONANP 33 Fledermausarten und fünf Katzenarten für das Reservat. In den Wäldern um Huasca selbst sind Katzenfrett (Bassariscus astutus), Rotluchs, Graufuchs, Nordopossum, Gürteltier, Skunk, Baumhörnchen und Taschenratten regelmäßig. Die Fledermaushöhle in der Barranca de Aguacatitla lässt sich mit örtlichen Führern besuchen.

Ein Wort zur Forelle: Die Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) in den Teichen und Stauseen ist eine eingeführte Art aus Nordamerika. Die Aquakultur ist ein wirtschaftliches Standbein der Gemeinde, ökologisch aber kein einheimisches Element.

Küche – Pastes, Ximbó und Forelle

Das bekannteste Gericht der Region stammt aus Cornwall. Nach dem Unabhängigkeitskrieg lagen die Minen brach, und José María Romero de Terreros, der dritte Conde de Regla, holte britisches Kapital. 1824 entstand die Compañía de Caballeros Aventureros de las Minas de Real del Monte y Pachuca. Über 130 Bergleute und Ingenieure aus Camborne, Newquay und Helston wurden angeworben. Die erste große Welle landete 1825 in Veracruz, wo ein Teil dem Gelbfieber erlag. Die Dampfmaschinen erreichten Real del Monte erst 1826.

Die Cornish brachten den cornish pasty mit, im Mund mexikanischer Bergleute zum paste geworden. Die Urform wird aus rohem Füllgut hergestellt: Kartoffel, Zwiebel, gehacktes Rindfleisch, Pfeffer, Chili, Salz, dazu eine geflochtene Teigkante, an der man das Gebäck mit schmutzigen Händen halten konnte. Heute gibt es Füllungen von Mole und Bohnen mit Chorizo bis Ananas und Reispudding. Der gleiche kulturelle Transfer erklärt übrigens, warum das erste Fußballspiel Mexikos in dieser Bergbauregion stattfand.

Aus dem einheimischen Repertoire lohnen sich vor allem drei Dinge. Barbacoa ist Hammel- oder Lammfleisch, das in Agavenblätter (pencas de maguey) gewickelt und in einer Erdgrube im eigenen Saft gegart wird. Ximbó funktioniert ähnlich, verwendet aber Huhn, Schweinerippe oder Schwarte und wird als Taco mit Nopales gegessen. Escamoles, die Larven und Puppen der Ameise Liometopum apiculatum, kommen in Butter gebraten auf den Tisch und kosten entsprechend. Dazu Maguey-Raupen, Pilzsuppen aus den Sammelmonaten Juli bis September und Forelle in allen Varianten, klassisch am Kiosk El Parián im Ortszentrum.

Getrunken wird Pulque, der fermentierte Agavensaft, oft als curado mit Fruchtpüree. Huasca selbst ist landesweit für seine handwerklich hergestellten Likörsorten bekannt, vor allem für Rompope, eine Eierlikörvariante, deren Rezepte aus Klosterküchen stammen. Der lokale naranjete mischt Orangensaft, Vanille, Honig und Zuckerrohrschnaps.

Duendes – wie ein Dorf zu seinen Kobolden kam

Kaum ein Ortsname in Mexiko ist so fest mit Kobolden verknüpft. Die Erzählung, die im Museo de los Duendes bei San Miguel Regla vorgetragen wird, datiert auf August 1994: Eine Gruppe Freunde habe beim Zelten nachts einen duende getroffen, der erklärt habe, warum sich seinesgleichen vor Menschen verberge. Das Museum entstand daraus 1999 bis 2000, eine Holzhütte im Oyamelwald mit Zeichnungen, Fundstücken und Führungen. Der touristische Boom setzte damit ein.

Älter ist die Verknüpfung mit dem Amaranth. Die lokale Version erzählt von Quetzalcóatl, der dem Ort die heilige Saat schenkte, und von einem Zwerg namens Huautli, der im Saatkorb einschlief und so als erster seiner Art in die Menschenwelt kam. Huauhtli ist tatsächlich das Nahuatl-Wort für Amaranth, und aus Amaranth und Honig werden bis heute die Süßigkeiten namens alegrías hergestellt. Genau daran hängt auch die Ortsnamendeutung. Huascazaloya wird in den amtlichen Beschreibungen als Ort der Freude und des Frohsinns gedeutet, wobei die Silbe zaloya auf den regionalen Honig bezogen wird. Andere Lesarten übersetzen mit Ort der Vögel, des Wassers und der Freude. Eine gesicherte Etymologie gibt es nicht.

Ethnografisch interessant ist ein Motiv, das man auch in Europa kennt: die columpios de duendes, verfilzte Zöpfe in Pferdemähnen, die den Kobolden zugeschrieben werden. Im deutschsprachigen Raum hießen dieselben Gebilde einst Wichtelzöpfe.

Der Zusatz de Ocampo im Ortsnamen hat mit alldem nichts zu tun. Er ehrt den liberalen Politiker Melchor Ocampo, der Mitte des 19. Jahrhunderts kurze Zeit hier lebte.

Sehenswürdigkeiten im Ort und in der Umgebung

Der Ortskern ist in einer Stunde abgelaufen: Pfarrkirche San Juan Bautista, die Kapelle Nuestra Señora de Loreto, gepflasterte Gassen mit Ziegeldächern und das Kunsthandwerk der Gegend, vor allem rote Töpferware, geschnitzte Küchengeräte und Schmiedearbeiten. Die Feste verteilen sich über das Jahr, größere sind die Fiesta de Reyes vom 3. bis 8. Januar, San Sebastián am 20. Januar und San Juan Bautista am 24. Juni.

Interessanter wird es außerhalb. Die Peña del Aire ist ein Felssporn über der Schlucht mit Blick auf den Übergang von Vulkan- zu Sedimentgestein. Ein Ökotourismuszentrum betreibt dort eine 400 Meter lange Seilrutsche, dazu Abseilen, Wandern und Mountainbiken. Die Barranca de Aguacatitla umfasst 299 Hektar Ökotourismusgelände mit Wegen, Abseilstellen und der erwähnten Fledermaushöhle. Beide sind ausgewiesene Geosites und liegen im Biosphärenreservat.

Der Bosque de las Truchas und der Stausee El Tejocotal eignen sich zum Angeln und für Familien. Die Presa San Antonio Regla ist Bootsanlegestelle und Aussichtspunkt zugleich.

Rund um Huasca liegen mehrere Ziele in unter einer Stunde Fahrzeit. Real del Monte auf 2.700 Metern ist das mexikanische Cornwall mit englischem Friedhof, Bergwerksmuseen und dem Paste-Museum. Mineral del Chico liegt im gleichnamigen Nationalpark mit Kletterfelsen im Oyamelwald. Pachuca bietet mit dem Reloj Monumental und dem Bergbauarchiv den historischen Rahmen.

Archäologisch am spannendsten ist die Sierra de las Navajas, die sich über mehrere Gemeinden erstreckt, darunter Huasca de Ocampo. Ihr grün-goldener Obsidian ist weltweit einzigartig und wurde ab etwa 250 vor Christus abgebaut, über Teotihuacan und Tula bis zu den Mexica und in die frühe Kolonialzeit hinein. Die Lagerstätte liegt unter Deckschichten, weshalb hier ein untertägiger Bergbau bis in 60 Meter Tiefe entwickelt wurde, ein Verfahren, für das es sonst nirgends in Amerika Belege gibt. Artefakte aus diesem Material finden sich bis nach Guatemala und in den Südwesten der USA. Im Codex Mendoza erscheint der Berg als Glyphe Itztepetl.

Geopark und Schutzstatus

Seit dem 5. Mai 2017 gehört die Region zum UNESCO Global Geopark Comarca Minera, der 1.848 Quadratkilometer in neun Gemeinden umfasst und 31 Geosites ausweist, davon 21 geologische, 8 kulturelle und 2 naturkundliche. Wissenschaftlich betreut wird der Geopark vom Instituto de Geofísica der UNAM, das Kulturzentrum des Geoparks steht in Huasca selbst. Die Prismas Basálticos sind der Vorzeigestandort.

Der Titel ist nicht auf Dauer vergeben. 2024 erhielt der Geopark bei der turnusmäßigen Prüfung eine Verwarnung des Weltgeoparkrats, 2025 wurde er nach Nachbesserungen bestätigt. Parallel besteht seit dem 27. November 2000 die Reserva de la Biosfera Barranca de Metztitlán mit 96.042 Hektar in acht Gemeinden, darunter Huasca de Ocampo.

Auch der Pueblo-Mágico-Titel wird geprüft und kann entzogen werden. Für einen Ort mit gut 400 Einwohnern, der an Wochenenden vierstellige Besucherzahlen verkraften muss, ist das mehr als eine Formalie.

Praktisches für den Besuch

Der Eintritt zum Ökopark der Prismas Basálticos an Kilometer 34 der Bundesstraße 105 kostet 100 Pesos pro Person. Geöffnet ist montags bis freitags von 9:00 bis 18:00 Uhr, samstags und sonntags von 8:00 bis 19:00 Uhr. Enthalten sind Hängebrücke, Aussichtspunkte und der Abstieg in die Schlucht; Seilrutschen, Bootsfahrt und Quads werden extra berechnet. Bargeld mitnehmen, Kartenzahlung ist vielerorts nicht möglich.

Für die Basaltsäulen ist der frühe Vormittag die beste Zeit, sowohl wegen des Lichts in der Schlucht als auch wegen der Busgruppen aus Mexiko-Stadt, die ab elf Uhr eintreffen. Wer den Bootsausflug zur versunkenen Hacienda machen will, kalkuliert für neun Personen etwa 350 bis 400 Pesos.

Auf 2.100 Metern ist es abends kühl, im Winter frostig. Warme Kleidung, feste Schuhe für die feuchten Treppen in der Barranca und Regenschutz zwischen Juni und Oktober gehören ins Gepäck. Zwei volle Tage sind ein realistisches Minimum, wenn Prismen, eine Hacienda, eine Schlucht und ein Nachbarort zusammenkommen sollen.

Wer tiefer einsteigen will, kombiniert Huasca mit Real del Monte und der Barranca de Metztitlán zu einer Rundreise durch die Comarca Minera. Der geologische Kontrast zwischen den 2,58 Millionen Jahre alten Basaltsäulen und den 100 Millionen Jahre alten Meeresfossilien in den Schluchtwänden lässt sich an wenigen Orten der Welt auf so kurzer Strecke beobachten.

Quellen und Literatur

Xu, S.-S. & Nieto-Samaniego, Á. F. (2020): Geometría de los prismas basálticos de Santa María Regla, Hidalgo, México. Nthe 32, 1 bis 8. ISSN 2007-9079. nthe.mx

Sánchez-Rojas, E. & Osorio-Pérez, M. (2008): Geología y petrogénesis de los prismas basálticos, Santa María, Hgo. Geociencia. Revista del Servicio Geológico Mexicano 2(3), 5 bis 24.

Molina-Mendoza, J. L., Galván-Villanueva, R., Patiño-Siciliano, A. & Fernández-Nava, R. (2012): Plantas medicinales y listado florístico preliminar del municipio de Huasca de Ocampo, Hidalgo, México. Polibotánica 34, 239 bis 271. ISSN 1405-2768.

Ortiz-Pulido, R., Bravo-Cadena, J., Martínez-García, V., Reyes, D., Mendiola-González, M. E., Sánchez, G. & Sánchez, M. (2010): Avifauna de la Reserva de la Biosfera Barranca de Metztitlán, Hidalgo, México. Revista Mexicana de Biodiversidad 81(2), 373 bis 391. scielo.org.mx/scielo.php?pid=S1870-34532010000200012&script=sci_arttext

Humboldt, A. von (1810): Vues des Cordillères, et monumens des peuples indigènes de l’Amérique, Planche XXII: Rochers basaltiques et cascade de Regla. F. Schoell, Paris.

Villada, M. (1865): Estudios sobre la flora de Pachuca, Mineral del Chico, Real del Monte, Huasca y Barranca Honda. In: Memoria de los trabajos ejecutados por la Comisión Científica de Pachuca en el año de 1864, 193 bis 260.

CONANP (2003): Programa de Manejo de la Reserva de la Biosfera Barranca de Metztitlán. Comisión Nacional de Áreas Naturales Protegidas, SEMARNAT, México. ISBN 968-817-592-7.

Diario Oficial de la Federación (27.11.2000): Decreto por el que se declara área natural protegida con el carácter de Reserva de la Biosfera la región Barranca de Metztitlán. conanp.gob.mx/sig/decretos/reservas/Metztitlan.pdf

Canet, C. (2018): Guía de campo del Geoparque de la Comarca Minera. UNAM, México. ISBN 978-607-30-0760-3.

UNESCO, International Geoscience and Geoparks Programme: Comarca Minera UNESCO Global Geopark. unesco.org/en/iggp/comarca-minera-unesco-global-geopark (abgerufen August 2026)

Geoparque Comarca Minera: Geositios Prismas Basálticos, Barranca de Aguacatitla, Cerro de las Navajas. geoparquecomarcaminerahidalgo.com (abgerufen August 2026)

INEGI (2021): Panorama sociodemográfico de Hidalgo. Censo de Población y Vivienda 2020. Instituto Nacional de Estadística y Geografía, Aguascalientes. inegi.org.mx

SECTUR: Huasca de Ocampo, Hidalgo. Programa Pueblos Mágicos. gob.mx/sectur (abgerufen August 2026)

Pastrana Cruz, A. (2022): Minería teotihuacana en la Sierra de las Navajas. Instituto Nacional de Antropología e Historia, Boletín. inah.gob.mx

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Beiträge

  • UFO-Sichtungen in Mexiko – was die Wissenschaft sagt
  • Indigene Völker Mexikos – 68 Kulturen zwischen Wüste und Regenwald
  • Mexiko-Stadt – die kulturelle Welthauptstadt Lateinamerikas
  • Tepoztlán – Sehenswürdigkeiten, Essen, Kultur und Natur im Pueblo Mágico
  • Pueblos Mágicos – Alle magischen Orte von Mexiko
  • Mexcaltitán – die Inselstadt im Mangrovendelta von Nayarit
  • Huasca de Ocampo – Basaltprismen, Silberhaciendas und Oyamelwald in Hidalgo
  • Oaxaca de Juárez – Mexikos kulturelles Süd-Herz auf einen Blick
  • Monte Albán in Oaxaca – die Zapotekenstadt über dem Tal
  • Coatepec in Veracruz – Nebelwald, Kaffee und Orchideen im ersten Pueblo Mágico des Bundesstaats
  • Chilisorten aus Mexiko – von Achilito bis Ya’ax ik
  • Guadalajara Mexiko – Mariachi, Tequila und ein Welterbe auf 1.566 Metern
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  • Digitalnomaden und Expats in Mexiko – der vollständige Leitfaden für 2026
  • Puerto Escondido – Surfen, Strände und Nachtleben in Oaxaca
  • Mexikanische Küche – der umfassende Guide zu Streetfood, Klassikern und Spezialitäten
  • Auswandern nach Mexiko: Leitfaden 2026 mit Visa-Schwellen, Kosten und Fideicomiso
  • Mexikos rätselhafte Phänomene – was die Wissenschaft heute erklärt
  • Acapulco in Mexiko – Geschichte, Highlights und sichere Gegenden
  • Die Musikstile Mexikos
  • Taxco in Mexiko – die Silberstadt in der Sierra Madre del Sur
  • Día de los Muertos – Ursprung, Rituale und wo das Totenfest am intensivsten gefeiert wird
  • Residente Temporal in Mexiko – Visum, Rechte, Pflichten und Steuern
  • Tizimín in Yucatán – Sehenswürdigkeiten, Viehmesse und die Wallfahrt zu den Heiligen Drei Königen
  • Guayabera aus Yucatán – Herkunft, Herstellung und Kauf
  • Atlanten von Tula – Steinriesen, Toltekenstadt und die Vegetation des Mezquital-Tals
  • Villahermosa – Olmekenköpfe, Kakao und die grüne Seite von Tabasco
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