- Tuxtla Gutiérrez liegt auf 522 Metern Höhe in der Depresión Central von Chiapas. Beim Zensus 2020 wurden im Munizip 604.147 Einwohner gezählt, im Ballungsraum rund 848.000.
- Der Parque Nacional Cañón del Sumidero beginnt etwa zehn Kilometer nordöstlich der Stadt. Er wurde am 8. Dezember 1980 ausgewiesen, umfasst 21.789 Hektar und gehört seit 2004 zusätzlich als Ramsar-Feuchtgebiet Nummer 1344 zum internationalen Schutzsystem.
- Im ZOOMAT werden ausschließlich Tierarten aus Chiapas gehalten. Weltweit ist es die einzige Einrichtung, der mehrfach die erfolgreiche Nachzucht des Quetzals gelungen ist.
- Eine botanische Bestandsaufnahme aus dem Jahr 2011 dokumentierte im Nationalpark 1.298 Pflanzenarten und damit 15,7 Prozent der gesamten Flora von Chiapas.
- Das 15 Kilometer entfernte Chiapa de Corzo ist Ausgangspunkt der Bootsfahrten und Schauplatz der Fiesta Grande vom 4. bis 23. Januar. Die Tänze der Parachicos stehen seit 2010 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes.
- Das Auswärtige Amt rät in Chiapas lediglich von Reisen in das Grenzgebiet zu Guatemala ab. Tuxtla und der Sumidero sind davon nicht betroffen.
- Als beste Reisezeit gilt die Trockenperiode von November bis April. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 25,8 Grad.
Tuxtla Gutiérrez ist die Hauptstadt von Chiapas und wird von vielen Reisenden lediglich als Flughafen mit angeschlossener Stadt wahrgenommen. Wer sich Zeit für einen Aufenthalt nimmt, findet jedoch direkt vor den Toren der Stadt den tiefsten Canyon Südmexikos, einen Zoo ausschließlich mit einheimischen Tierarten, eine stark von der Zoque-Kultur beeinflusste Küche und abendliche Marimba-Konzerte auf einem zentralen Platz.
Lage, Zahlen und Klima
Tuxtla liegt auf 522 Metern über dem Meeresspiegel im Tal des Río Sabinal, einem Nebenfluss des Río Grijalva. Das Becken befindet sich zwischen der Sierra Madre de Chiapas im Süden und dem Hochland rund um San Cristóbal im Osten und wird als Depresión Central bezeichnet. Im Vergleich zu anderen Teilen des Bundesstaates, den viele Besucher vor allem mit Nebelwald verbinden, ist diese Region erheblich wärmer und trockener.
Nach dem INEGI-Zensus von 2020 lebten im Munizip 604.147 Menschen, während der gesamte Ballungsraum ungefähr 848.000 Einwohner erreichte. Damit ist Tuxtla mit deutlichem Abstand die größte Stadt in Chiapas und gehört zugleich zu den am schnellsten gewachsenen Städten Mexikos. Hauptstadt des Bundesstaates ist sie seit 1892, als Gouverneur Emilio Rabasa den Regierungssitz von San Cristóbal de las Casas hierher verlegte. Der Name Tuxtla geht auf das Nahuatl-Wort Tuchtlán zurück und bedeutet „Ort der Kaninchen“. Der Zusatz Gutiérrez wurde 1848 eingeführt und erinnert an den liberalen Gouverneur Joaquín Miguel Gutiérrez.
Die Klimanormalwerte des mexikanischen Wetterdienstes SMN für die Messstation Tuxtla Gutiérrez ergeben eine durchschnittliche Jahrestemperatur von 25,8 Grad. Der Mai ist mit durchschnittlich 28,7 Grad der heißeste Monat. Der höchste jemals gemessene Tageswert beträgt 42,0 Grad. Zwischen November und April fällt nur wenig Niederschlag, die eigentliche Regenperiode reicht von Juni bis Oktober. Der September ist in Chiapas im Landesvergleich der niederschlagsreichste Monat. Die staatliche Protección Civil nennt für ihn einen Durchschnitt von 344 Millimetern.
Cañón del Sumidero – Bootsfahrten, Aussichtspunkte und Zahlen
Der Cañón del Sumidero gilt als Wahrzeichen von Chiapas und ist sogar Bestandteil des Wappens des Bundesstaates. Über Millionen Jahre schnitt sich der Río Grijalva durch Kalksteine aus der Oberkreide, in denen fossile Überreste von Meeresorganismen erhalten sind. Im Präsidialdekret vom 8. Dezember 1980 wird die Schlucht mit einer Länge von ungefähr 30 Kilometern beschrieben. An einzelnen Stellen ragen ihre Felswände rund 1.000 Meter über den Wasserspiegel.
Der Nationalpark besitzt eine Fläche von 21.789 Hektar und erstreckt sich über die Munizipien Chiapa de Corzo, Osumacinta, San Fernando, Soyaló und Tuxtla Gutiérrez. Seit Jahren existiert ein Entwurf für ein neues Dekret, das die Schutzfläche auf 25.099 Hektar vergrößern und gleichzeitig stark urbanisierte Randzonen herausnehmen soll. Veröffentlicht wurde dieser Entwurf bislang jedoch nicht. In der dazugehörigen Regulierungsfolgenabschätzung werden für das Gebiet 1.736 Arten genannt. Davon gelten 28 als gefährdet, 43 stehen unter besonderem Schutz, sechs sind vom Aussterben bedroht und 34 endemisch. Seit dem 2. Februar 2004 besitzt der Park zusätzlich den Status eines Ramsar-Feuchtgebiets mit der Nummer 1344.
Die Bootsfahrten beginnen an den Anlegern von Chiapa de Corzo und Cahuaré. Die Strecke führt etwas mehr als 30 Kilometer flussabwärts bis zum Stausee des Wasserkraftwerks Manuel Moreno Torres bei Chicoasén und anschließend wieder zurück. Je nach Betreiber dauert die Fahrt etwa eineinhalb bis zweieinhalb Stunden. Unterwegs passiert man die Cueva de Colores, eine Felsnische mit rosafarbenen mineralischen Verfärbungen und einer kleinen Kapelle der Virgen de Guadalupe, sowie den Árbol de Navidad. Dabei handelt es sich um eine aus ausgefälltem Kalk entstandene Sinterformation, über die während der Regenzeit Wasser hinabfließt. 2026 lagen die Preise für die Bootsfahrt bei ungefähr 250 bis 400 Pesos pro Person. Zusätzlich wurden rund 80 Pesos Eintritt für den Nationalpark verlangt. Beide Beträge werden regelmäßig angepasst.
Wer den Canyon lieber aus der Höhe betrachtet, kann die fünf Aussichtspunkte auf der Hochfläche anfahren – La Ceiba, La Coyota, El Roblar, El Tepehuaje und Los Chiapa. Alle sind mit dem Auto erreichbar und gehören nicht zum Programm der Bootsfahrten.
Ein Aspekt bleibt auf den Ausflugsbooten meist unerwähnt. Zwischen 2009 und 2018 entfernte die Nationalparkverwaltung CONANP insgesamt 19.101 Tonnen Treibgut aus dem Río Grijalva. Davon entfielen 16.361 Tonnen auf Holz, 2.555 Tonnen auf Pflanzenmaterial und 185 Tonnen auf Plastik. Der wichtigste Sammelpunkt ist eine Strömungszone mit dem Namen El Tapón, etwa 14 Kilometer hinter dem Anleger von Cahuaré. Für 2025 kündigte die Behörde die Beseitigung von mehr als 1.900 Tonnen Material an. Plastik macht damit nur einen kleinen Teil aus. Das auffällige Problem entsteht vor allem durch Schwemmholz, das nach starken Regenfällen aus 16 angrenzenden Gemeinden in den Fluss gelangt.
ZOOMAT – ein Zoo ausschließlich mit Tierarten aus Chiapas
Der Zoológico Regional Miguel Álvarez del Toro befindet sich im Naturschutzgebiet El Zapotal am südlichen Stadtrand von Tuxtla. Seine Geschichte reicht bis 1942 zurück. Damals gründete der Lehrer Eliseo Palacios in der Stadt ein naturkundliches Museum mit angeschlossenem Tierbestand. 1944 übernahm der Zoologe Miguel Álvarez del Toro die Leitung und prägte die Entwicklung der Einrichtung fast fünf Jahrzehnte lang. 1980 zog der Zoo an seinen heutigen Standort auf ein ungefähr 100 Hektar großes Gelände mit Trockenwald.
Das Konzept ist bis heute außergewöhnlich. Gezeigt werden ausschließlich Tiere, die natürlicherweise in Chiapas vorkommen. Auf einem rund 2,5 Kilometer langen Rundweg durch die Vegetation begegnen Besucher unter anderem Jaguar, Tapir, Ozelot, Roten Aras und Brüllaffen. Einige der Affen bewegen sich frei in den Baumkronen über dem Weg. Ein eigenes Museo del Cocodrilo beschäftigt sich mit den drei in Mexiko vorkommenden Krokodilarten. Chiapas ist der einzige Bundesstaat, in dem alle drei Arten natürlicherweise leben.
Die bemerkenswerteste Leistung der Zuchtprogramme betrifft den Quetzal (Pharomachrus mocinno). Die ersten Tiere kamen 1992 nach El Zapotal. Nach Angaben des zuständigen Ministeriums SEMAHN schlüpfte das erste überlebende Küken Anfang der 2000er Jahre, wobei die Quellen zwischen 2002 und 2004 variieren. Bis 2020 waren elf erfolgreiche Nachzuchten dokumentiert. Kein anderer Zoo weltweit konnte die Art wiederholt vermehren. Das hängt mit den besonderen Anforderungen an Höhenlage und Nebelwaldklima zusammen, die Quetzale zur Fortpflanzung benötigen.
Der Zoo öffnet von Dienstag bis Sonntag und bleibt montags geschlossen. Der Eintritt bewegt sich im niedrigen zweistelligen Pesobereich und wird regelmäßig geändert. Ein früher Besuch bietet gleich zwei Vorteile – die Tiere sind in der kühleren Morgenluft aktiver und die starke Mittagshitze auf dem Rundweg lässt sich vermeiden.
Parque Madero – Botanischer Garten und Museen
Nordöstlich des Stadtzentrums befindet sich das Kulturviertel von Tuxtla. Dort liegt der Jardín Botánico Dr. Faustino Miranda auf einer Fläche von 4,4 Hektar am Río Sabinal. Der aus Spanien stammende Botaniker Faustino Miranda González gründete den Garten 1949, um verdrängte einheimische Pflanzenarten zu bewahren. Rund 98 Prozent der dort kultivierten Pflanzen stammen aus Chiapas. Das angeschlossene Museo Botánico verfügt über eine Holzsammlung, die in dieser Form in Mexiko einzigartig ist, sowie über ein Herbarium mit ungefähr 40.000 Belegen.
Nur wenige Schritte entfernt befindet sich das Museo Regional de Chiapas des INAH. Das von Juan Miramontes Nájera entworfene Gebäude wurde am 14. September 1984 eröffnet und erhielt 1985 den ersten Preis der dritten internationalen Architekturbiennale in Sofia. Zwei große Ausstellungssäle widmen sich der Archäologie und Geschichte des Bundesstaates. Das bedeutendste Objekt ist ein Kalksteinfragment aus Chiapa de Corzo, die Estela 2. Das darauf rekonstruierte Datum der Langen Zählung entspricht dem 8. Dezember 36 v. Chr. und gilt damit als ältestes bekanntes Kalenderdatum Mesoamerikas. Das Museum ist Dienstag bis Sonntag von 9:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Sonntags ist der Eintritt kostenlos.
Im selben Park präsentiert das Museo de Paleontología Eliseo Palacios Fossilien und Bernstein aus Chiapas. Dieser Sammlungsschwerpunkt ist in Mexiko nur an wenigen anderen Orten vergleichbar umfangreich vertreten.
Marimba, Kathedrale und die Abende im Zentrum
Der Parque de la Marimba wurde am 12. September 1993 eröffnet. Die Initiative ging von der Lehrerin Elena Arévalo Moreno de Cancino aus, die sich wünschte, täglich Marimba-Musik im Park hören zu können. Dieser Wunsch wird bis heute erfüllt. Jeden Abend spielen Orchester im zentralen Kiosk. Der Eintritt ist kostenlos und die Besucher tanzen tatsächlich, häufig Paare, die bereits seit Jahrzehnten regelmäßig kommen. Direkt daneben erläutert das Museo de la Marimba die Konstruktion und Geschichte des Instruments. Die Marimba verbindet indigene und afrikanische Einflüsse und entwickelte sich in Chiapas seit dem 19. Jahrhundert zu einem Statussymbol.
An der Plaza Cívica erhebt sich die Catedral de San Marcos. Im Glockenturm befindet sich ein Carillon mit 48 Glocken. Zu jeder vollen Stunde bewegen sich Figuren der zwölf Apostel über eine Plattform. Hinter der Kathedrale liegt der Callejón del Sacrificio mit Cafés unter freiem Himmel. Einige Straßen weiter beschäftigt sich das Museo del Café mit der Geschichte des Kaffeeanbaus im Soconusco, wo deutsche Einwanderer ab den 1890er Jahren Fincas gründeten.
Südlich der Stadt steht auf dem Hügel von Copoya eine weithin sichtbare Christusstatue, von der sich ein weiter Blick über das Becken bietet. Auch der zoquische Ortsteil selbst lohnt wegen seiner traditionellen Küche einen Abstecher.
Chiapa de Corzo – La Pila, Parachicos und ein 2.700 Jahre altes Grab
Der Pueblo Mágico Chiapa de Corzo liegt etwa 15 Kilometer östlich von Tuxtla und ist mit dem Colectivo in ungefähr 20 Minuten erreichbar. Auf dem zentralen Platz steht La Pila, ein Brunnengebäude aus dem Jahr 1562. Der Dominikaner Rodrigo de León ließ die Anlage aus rotem Backstein auf achteckigem Grundriss errichten. Sie besitzt acht Bögen und diamantförmig bearbeitete Steine. Das Bauwerk nimmt die Form der Krone Karls V. auf und gilt als einziges Gebäude im Mudéjar-Stil in Chiapas. Der Chronist Antonio de Remesal berichtete 1562, dass die Einwohner niederknieten, als erstmals Wasser aus dem Brunnen floss. In unmittelbarer Nähe steht der Templo de Santo Domingo, den Fray Pedro de Barrientos zwischen 1554 und 1572 errichten ließ.
Vom 4. bis zum 23. Januar wird die Fiesta Grande gefeiert. Sie ehrt den Señor de Esquipulas, den heiligen Antonius Abbas und vor allem den heiligen Sebastian. Das sichtbarste Element der Feierlichkeiten sind die Parachicos. Die Tänzer tragen geschnitzte Holzmasken, Monteras aus Ixtle-Fasern, bestickte Tücher und Blechrasseln, die sogenannten chinchines. Ein Patrón mit Peitsche und Flöte führt die Gruppen an. Sie ziehen von Kirche zu Kirche, während Kinder die Tänze lernen, indem sie einfach mitlaufen. 2010 nahm die UNESCO diese Tradition in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes auf.
Die archäologische Zone am Stadtrand zählt zu den bedeutendsten Fundorten der Zoque-Kultur. Diese ging aus der mixe-zoqueanischen Sprachfamilie hervor und nahm eine Vermittlerrolle zwischen der olmekischen und der späteren Maya-Welt ein. Im April 2010 entdeckten Archäologen im Hügel 11 ein Grab, das auf ungefähr 2.700 Jahre datiert wird. Es gilt als ältestes bekanntes Pyramidengrab Mesoamerikas und ist rund 600 Jahre älter als vergleichbare Anlagen in Tikal oder Kaminaljuyú. Die bekannte Estela 2 befindet sich allerdings nicht dort, sondern im Regionalmuseum in Tuxtla.
Sima de las Cotorras, El Aguacero und die Zoque-Route
Etwa eine Stunde mit dem Auto westlich von Tuxtla liegt im Munizip Ocozocoautla die Sima de las Cotorras, ein großer Karsteinbruch mit senkrechten Felswänden. Touristische Angaben nennen ungefähr 160 Meter Durchmesser und 140 Meter Tiefe. Eine wissenschaftliche Untersuchung derselben Doline kommt dagegen auf etwa 150 Meter Durchmesser und 93 Meter Tiefe. Im Wald am Boden des Trichters nisten grüne Sittiche, deren Bestand auf mehrere Tausend Tiere geschätzt wird. Bei Sonnenaufgang verlassen sie die Doline gemeinsam und kehren abends gruppenweise zurück. Der frühe Morgen ist deshalb die beste Besuchszeit. Zwischen November und Januar fehlen die Vögel meistens. An den Felswänden befinden sich ungefähr 30 rote und schwarze Felsbilder der Zoque, überwiegend Handnegative und abstrakte Motive. Datierungsvorschläge reichen von 10.000 bis 1.000 Jahren.
Weiter in westlicher Richtung beginnt die Biosphärenreserve Selva El Ocote. Dort fällt der Wasserfall El Aguacero über mehrere gestufte Felsflächen in den Canyon des Río La Venta, dessen Wände Höhen von bis zu 600 Metern erreichen. Zum Wasser führen 740 Stufen hinab. Der anstrengendere Teil ist der anschließende Aufstieg. Gespeist wird der Wasserfall aus der Höhle El Encanto, durch die ein unterirdischer Fluss fließt. Zwischen Dezember und Anfang Mai ist das Wasser meist klar. Während der Regenzeit kann es dagegen braun werden und der Abstieg wird rutschig.
Was in Tuxtla auf den Tisch kommt
Die Küche Tuxtlas ist stark von der Zoque-Tradition beeinflusst und setzt stärker auf aromatische Würzung als auf extreme Schärfe. Das klassische Festgericht ist cochito horneado. Dabei wird ein ganzes Schwein in Bitterorangensaft und Chile ancho mariniert, langsam in einem Holzofen gegart und mit schwarzen Bohnen serviert. Aus den mitgegarten Innereien wird zusätzlich eine Vorspeise mit Tomaten, Zwiebeln und Limette zubereitet.
Weitere Gerichte, die in Tuxtla häufiger zu finden sind als in anderen Regionen Mexikos:
- Sopa de chipilín con bolita. Eine klare Suppe mit kleinen Klößen aus Maisteig und Blättern von Crotalaria longirostrata, einer Hülsenfrucht mit leicht herbem Aroma, das an Heu erinnert.
- Pepita con tasajo. Luftgetrocknetes und gesalzenes Rindfleisch in einer Sauce aus gemahlenen Kürbiskernen, besonders typisch für Chiapa de Corzo.
- Ninguijuti. Schweinerücken in einem Mole aus Tomaten, Chile bolita und Maismasa, das zum Abschluss mit Limettensaft abgeschmeckt wird.
- Zispolá und pux-xaxé. Zwei besonders alte Gerichte der Zoque. Das eine ist ein Rindfleischeintopf mit Kohl und Kichererbsen, das andere ein Gericht aus Innereien mit Tomaten-Chile-Mole. Am ehesten findet man beide in den Küchen von Copoya.
- Caldo de shuti. Eine Suppe mit Süßwasserschnecken der Gattung Pachychilus aus den regionalen Flüssen.
- Nucú. Dabei handelt es sich um die geflügelten Königinnen von Blattschneiderameisen, die in anderen Regionen chicatana heißen. Sie schwärmen nach den ersten starken Regenfällen im Mai und Juni, werden geröstet und auf Tortillas gegessen. Auf den Märkten sind sie dann jeweils nur einige Wochen lang erhältlich und entsprechend teuer.
Als Getränk ist Pozol verbreitet, eine kalte Mischung aus fermentierter Maismasa und Wasser, entweder weiß oder mit Kakao. Traditionell wird sie aus Schalen des Kalebassenbaums getrunken, den sogenannten bochis. Tascalate besteht aus einem rötlichen Pulver aus geröstetem Mais, Achiote, Zimt und Kakao, das mit Wasser oder Milch vermischt wird. Chiapas ist nach Tabasco der zweitgrößte Kakaoproduzent Mexikos, was sich in beiden Getränken deutlich widerspiegelt.
Flora und Fauna der Depresión Central
Die typische Vegetation rund um Tuxtla ist die selva baja caducifolia, ein niedriger tropischer Trockenwald, der während der Trockenzeit fast vollständig seine Blätter verliert. Zwischen Februar und Mai erscheint die Landschaft deshalb grau und ausgetrocknet. Bereits ungefähr zwei Wochen nach dem ersten stärkeren Regen ist sie wieder grün. Tropischer Trockenwald zählt weltweit zu den am stärksten bedrohten Ökosystemen, weil er überwiegend auf flachen und gut besiedelbaren Flächen vorkommt. Für die Trockenwälder der Depresión Central dokumentierten Reyes-García und Sousa 1997 immerhin 989 Gefäßpflanzenarten.
Das umfassendste botanische Inventar der Region stammt von Espinosa-Jiménez und Kollegen und wurde 2011 im Boletín de la Sociedad Botánica de México veröffentlicht. Nach 33 Feldaufenthalten und der Auswertung mehrerer Herbarien dokumentierte das Team für den Nationalpark 1.298 Pflanzenarten. Das entspricht 15,7 Prozent der für ganz Chiapas geschätzten Flora. 24 Arten werden in einer Gefährdungskategorie der mexikanischen Norm NOM-059 geführt. 2,6 Prozent der Pflanzenarten sind endemisch in Chiapas. Dazu gehören die Agave Agave grijalvensis, der Baum Conzattia chiapensis und die Bromelie Pitcairnia breedlovei. Die artenreichsten Gattungen sind Ipomoea, Peperomia und Tillandsia. Letztere ist als epiphytische Pflanze an beinahe jedem älteren Baum zu sehen.
Bei Tieren sind die Chancen auf Beobachtungen direkt im Canyon besonders gut. An den Ufern liegen Spitzkrokodile (Crocodylus acutus), in den Baumkronen bewegen sich Geoffroy-Klammeraffen (Ateles geoffroyi), und über den Felswänden kreisen Rabengeier und Truthahngeier. Seltener ist der Königsgeier (Sarcoramphus papa) zu sehen. Im Schutzgebiet wurden außerdem Ozelot (Leopardus pardalis), Langschwanzkatze (Leopardus wiedii), Jaguarundi (Herpailurus yagouaroundi), Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus) und Großer Hokko (Crax rubra) nachgewiesen. Wer gezielt Vögel beobachten möchte, sollte früh am Morgen an den Aussichtspunkten stehen, statt mittags mit dem Boot durch den Canyon zu fahren.
Praktisches zu Anreise, Reisezeit und Sicherheit
Der Flughafen Ángel Albino Corzo mit dem Kürzel TGZ liegt ungefähr 35 Kilometer südöstlich von Tuxtla Gutiérrez. Direktverbindungen bestehen unter anderem nach Mexiko-Stadt, Cancún, Monterrey und Guadalajara. Nach San Cristóbal de las Casas dauert die Fahrt über die Mautautobahn ungefähr eine Stunde, Chiapa de Corzo ist in rund 20 Minuten erreichbar. Für Tuxtla selbst reichen ein bis zwei Tage. Die Stadt eignet sich besonders als Ausgangspunkt einer Rundreise durch Chiapas.
Als günstigste Reisezeit gelten die Monate November bis April. Im März und April wird es im Becken sehr heiß. Dafür ist die Sicht von den Aussichtspunkten meist klar und die Zufahrtswege zur Sima de las Cotorras sowie zum El Aguacero sind gut befahrbar. Zwischen Juni und Oktober treten häufig nachmittägliche Gewitter auf. Im Canyon schwimmt dann mehr Treibgut, während die Wasserfälle ihre größte Wassermenge erreichen.
Das Auswärtige Amt rät in Chiapas ausschließlich von Reisen in den Grenzbereich zu Guatemala ab. Ausgenommen davon sind die Bundesstraße 307 zwischen Palenque und Bonampak sowie Río Lacanjá und Frontera Corozal. Tuxtla Gutiérrez, Chiapa de Corzo und der Cañón del Sumidero gehören nicht zu den genannten Warngebieten. Zu berücksichtigen sind jedoch Straßenblockaden auf wichtigen Verkehrsachsen, die in Chiapas immer wieder kurzfristig auftreten. Überlandfahrten sollten grundsätzlich bei Tageslicht durchgeführt werden.
Ungeklärt bleibt die weitere Entwicklung des Nationalparks. Mehr als vier Jahrzehnte nach seinem Schutzdekret existiert noch immer kein Managementplan entsprechend den Anforderungen des Umweltrechts. Die Menschenrechtskommission CNDH kritisierte diesen Zustand bereits 2019. Auch der Entwurf zur Erweiterung des Parks befindet sich seit Jahren im Verfahren. Während sich das Stadtgebiet weiter bis an die Grenzen der Schutzzone ausdehnt, entscheidet sich dort, ob die 1.298 im Jahr 2011 dokumentierten Pflanzenarten auch bei der nächsten umfassenden Bestandsaufnahme noch nachweisbar sein werden.
Quellen und Literatur
- Espinosa-Jiménez, J. A., Pérez-Farrera, M. Á. & Martínez-Camilo, R. (2011): Inventario florístico del Parque Nacional Cañón del Sumidero, Chiapas, México. Boletín de la Sociedad Botánica de México 89, 37 bis 82. scielo.org.mx/pdf/bsbm/n89/n89a4.pdf
- Reyes-García, A. & Sousa, M. (1997): Depresión Central de Chiapas. La selva baja caducifolia. Listados Florísticos de México 17, UNAM, Mexiko-Stadt.
- Diario Oficial de la Federación (1980): Decreto por el que se declara Parque Nacional, con el nombre de Cañón del Sumidero, el área descrita en el Considerando Quinto. Ausgabe vom 8. Dezember 1980. conanp.gob.mx/sig/decretos/parques/Sumidero.pdf
- CONANP (o. J.): Ficha del Área Natural Protegida Parque Nacional Cañón del Sumidero. Sistema de Información, Monitoreo y Evaluación para la Conservación. Abgerufen am 4. September 2026. simec.conanp.gob.mx
- CONAMER (2019): Análisis de Impacto Regulatorio zum Dekretentwurf zur Änderung der Fläche des Parque Nacional Cañón del Sumidero. Expediente 23111. cofemersimir.gob.mx
- INEGI (2021): Censo de Población y Vivienda 2020, Ergebnisse für das Munizip Tuxtla Gutiérrez, Chiapas. inegi.org.mx/programas/ccpv/2020/
- Servicio Meteorológico Nacional (o. J.): Normales climatológicas, Station Tuxtla Gutiérrez, Periode 1951 bis 2010. smn.conagua.gob.mx
- UNESCO (2010): Los parachicos en la fiesta tradicional de enero de Chiapa de Corzo. Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit, Nr. 00399. ich.unesco.org/es/RL/00399
- INAH, Mediateca (o. J.): Estela 2, Chiapa de Corzo. Objektdatensatz. mediateca.inah.gob.mx
- INAH (o. J.): Zona Arqueológica Chiapa de Corzo. Lugares INAH. lugares.inah.gob.mx/es/node/4493
- Secretaría de Cultura (2010): Descubren en Chiapa de Corzo, Chiapas, tumba de gobernante más antigua de Mesoamérica. Pressemitteilung. cultura.gob.mx
- Sistema de Información Cultural, Secretaría de Cultura (o. J.): Museo Regional de Chiapas. Abgerufen am 4. September 2026. sic.cultura.gob.mx/ficha.php?table=museo&table_id=942
- SEMAHN Chiapas (2022): Boletín 1579, Nachzucht des Quetzals im ZOOMAT. semahn.chiapas.gob.mx/portal/noticias/ver_noticia/1579
- Secretaría de Turismo de Chiapas (o. J.): Ruta Tuxtla Gutiérrez. turismochiapas.gob.mx
- Auswärtiges Amt (2026): Mexiko, Reise- und Sicherheitshinweise. Abgerufen am 4. September 2026. auswaertiges-amt.de/de/service/laender/mexiko-node/mexikosicherheit-213648
- Cuarto Poder (2019): Cañón del Sumidero, 19 mil toneladas de basura en 9 años. Ausgabe vom 23. August 2019.







