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Gesundheit und Impfungen für Mexiko – Stand 2026

Empfohlene Impfungen für Mexiko
  • Bei einer direkten Einreise aus Deutschland verlangt Mexiko keine Pflichtimpfung. Ein Nachweis über eine Gelbfieberimpfung ist nur erforderlich, wenn die Einreise aus einem Gelbfieber-Risikogebiet erfolgt.
  • Unter den durch Impfungen vermeidbaren Erkrankungen stellen Masern 2026 das größte Risiko dar. Seit Beginn des Ausbruchs im Februar 2025 registrierte die Secretaría de Salud bis Ende Juli 2026 etwa 19.100 bestätigte Erkrankungen und 45 Todesfälle.
  • Das Auswärtige Amt empfiehlt Hepatitis A grundsätzlich als Reiseimpfung. Bei längeren Aufenthalten oder besonderem Expositionsrisiko kommen Dengue, Hepatitis B, Typhus und Tollwut hinzu.
  • Gegen Chikungunya sind seit 2025 zwei Impfstoffe verfügbar: Vimkunya und Ixchiq. Die STIKO empfiehlt eine Impfung bei aktuellem Ausbruchsgeschehen oder bei Aufenthalten von mehr als vier Wochen.
  • Malaria tritt nur in kleinräumig begrenzten Gebieten auf und wird ausschließlich durch Plasmodium vivax verursacht. Yucatán, Quintana Roo und die großen Städte gelten als malariafrei.
  • Ein neues Gesundheitsproblem im Südosten ist die Myiasis durch die Schraubenwurmfliege Cochliomyia hominivorax. Zwischen April 2025 und Juni 2026 wurden 446 Erkrankungen beim Menschen gemeldet.
  • Die deutsche gesetzliche Krankenversicherung übernimmt in Mexiko keine Behandlungskosten. Ein Sozialversicherungsabkommen zwischen beiden Ländern existiert nicht, und private Kliniken verlangen üblicherweise Vorauszahlung.

Wer 2026 nach Mexiko fährt, muss keine vorgeschriebene Impfung nachweisen, sollte aber einen aktuellen Impfpass mitführen. Die wichtigste Veränderung gegenüber den vergangenen Jahren betrifft nicht klassische Tropenkrankheiten, sondern die Masern: Mexiko erlebt derzeit den schwersten Ausbruch seit mehreren Jahrzehnten. Gleichzeitig haben sich Empfehlungen zu Impfungen, die geografische Einschätzung des Malariarisikos und die Liste gesundheitlich relevanter Erreger deutlich verändert.

Impfstatus vor der Abreise – was vorgeschrieben ist und was nicht

Bei direkter Anreise aus Deutschland bestehen keine Impfpflichten. Einen Gelbfiebernachweis verlangt Mexiko nur von Personen, die aus einem Staat mit Gelbfieber-Übertragungsrisiko einreisen oder dort während eines außerplanmäßigen Fluges im Transit waren. Wer beispielsweise über São Paulo, Bogotá oder Panama-Stadt reist, sollte daher vor der Buchung die jeweiligen Transitbestimmungen prüfen. In Mexiko selbst tritt Gelbfieber nicht auf.

Noch wichtiger als spezielle Reiseimpfungen ist ein vollständiger Basisschutz entsprechend dem Impfkalender der Ständigen Impfkommission. Dazu gehören Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Poliomyelitis und Masern. In seinen Reise- und Sicherheitshinweisen weist das Auswärtige Amt ausdrücklich auf einen ausreichenden Masernschutz hin – 2026 ist dieser Hinweis weit mehr als eine routinemäßige Standardformulierung.

Für Menschen ab 60 Jahren gehören außerdem Pneumokokken, Influenza, Herpes zoster und RSV zu den regulären Standardimpfungen. Diese schützen zwar nicht vor spezifisch mexikanischen Gesundheitsrisiken, verringern aber die Wahrscheinlichkeit, wegen einer vermeidbaren Erkrankung auf das Gesundheitssystem eines fremden Landes angewiesen zu sein. Im mexikanischen Hochland reicht die Influenzasaison ungefähr von Oktober bis Mai, während Influenzaviren in tropischen Tieflagen weniger deutlich saisonabhängig zirkulieren.

Masern in Mexiko – weshalb 2026 zuerst der Impfpass kontrolliert werden sollte

Am 1. Februar 2025 meldete Mexiko den Beginn eines Masernausbruchs, der weiterhin anhält. Bis Ende Juli 2026 erfasste die Secretaría de Salud seit Januar 2025 ungefähr 19.100 laborbestätigte Erkrankungen sowie 45 Todesfälle. Für den Zeitraum Januar bis Juli 2026 nennt die Panamerikanische Gesundheitsorganisation allein für Mexiko 12.255 bestätigte Infektionen und 17 Todesfälle. Unterschiede zwischen nationalen und regionalen Statistiken entstehen durch abweichende Falldefinitionen und nachträgliche Meldungen. In ihrer Größenordnung stimmen beide Systeme jedoch überein.

Der geografische Schwerpunkt hat sich inzwischen verlagert. 2025 entfiel nahezu die Hälfte der Fälle auf Chihuahua, wo der Ausbruch zunächst in Gemeinden mit niedriger Impfquote begann und 21 Todesfälle verursachte. Im Jahr 2026 steht Jalisco an erster Stelle, danach folgen Mexiko-Stadt, Chiapas, Sinaloa und Colima. Erkrankungen wurden inzwischen aus allen 32 Bundesstaaten gemeldet. Besonders häufig betroffen sind Kinder im Alter von einem bis vier Jahren, gefolgt von Fünf- bis Neunjährigen und – für Reisende besonders relevant – jungen Erwachsenen zwischen 25 und 29 Jahren.

Auch die Entwicklung auf dem gesamten amerikanischen Kontinent verdeutlicht das Ausmaß. Bis zur 28. Meldewoche 2026 wurden in der Region Amerika 47.459 bestätigte Masernfälle und 44 Todesfälle gemeldet. Damit liegt die Zahl mehr als dreimal so hoch wie im gesamten Jahr 2025 mit 15.011 Erkrankungen. Guatemala, Mexiko, die Vereinigten Staaten und Peru vereinen 95 Prozent aller Fälle auf sich. Im November 2025 verlor die Region ihren Status als Gebiet ohne endemische Masernübertragung, nachdem das Virus in Kanada dauerhaft zirkuliert hatte. Der mexikanische Status, der seit 1996 bestand, soll im November 2026 überprüft werden. Nach PAHO-Angaben waren 78 Prozent der zuletzt registrierten Erkrankten ungeimpft.

Für Reisende bedeutet das konkret: Personen, die nach 1970 geboren wurden und entweder gar nicht, nur einmal oder mit unklarem Status gegen Masern geimpft sind, sollten gemäß STIKO eine MMR-Impfung erhalten. Zwei nachgewiesene Impfungen im Kindesalter gelten als vollständiger und lebenslanger Schutz. Bei Säuglingen kann vor einer Reise in ein Ausbruchsgebiet die erste MMR-Impfung bereits ab einem Alter von neun Monaten erfolgen. Noch frühere Impfungen wären ein Off-Label-Einsatz und müssen ärztlich besprochen werden. Zwischen Impfung und Abreise sollten mindestens zwei Wochen liegen.

Reiseimpfungen abhängig von Reisedauer und Reisestil

Das Auswärtige Amt empfiehlt Hepatitis A für sämtliche Mexikoreisenden. Bei längeren Aufenthalten oder besonderer Exposition werden darüber hinaus Impfungen gegen Dengue, Hepatitis B, Typhus und Tollwut genannt. Diese Abstufung ersetzt die frühere grobe Regel „Pauschalurlaub bedeutet nur Basisschutz“ nicht grundsätzlich, sondern differenziert sie genauer.

Hepatitis A und Hepatitis B

Hepatitis A wird auf fäkal-oralem Weg übertragen, unter anderem durch verunreinigtes Trinkwasser, Eis, ungeschältes Obst und rohe Meeresfrüchte. Bereits eine Impfdosis erzeugt innerhalb von ungefähr zwei Wochen einen belastbaren Schutz. Eine zweite Dosis nach sechs bis zwölf Monaten verlängert ihn voraussichtlich lebenslang. Auch bei kurzen Reisen ist die Impfung sinnvoll, da Hepatitis A bei Erwachsenen über 50 Jahren deutlich schwerer verlaufen kann als bei Kindern.

Hepatitis B wird durch Blut sowie Sexualkontakte übertragen. Größere Bedeutung besitzt sie bei Langzeitreisen, medizinischer Arbeit, Zahnbehandlungen vor Ort sowie Tätowierungen oder Piercings. In Deutschland gehört die Impfung erst seit 1995 zur regulären Grundimmunisierung im Kindesalter, weshalb zahlreiche heutige Erwachsene keinen Schutz besitzen. Die vollständige Grundimmunisierung umfasst drei Dosen; alternativ ist ein beschleunigtes Schema möglich.

Typhus

Salmonella Typhi wird über mit Fäkalien verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel aufgenommen. Das Risiko ist insbesondere bei einfacher Verpflegung in ländlichen Gebieten und während der Regenzeit erhöht. Zur Verfügung stehen sowohl eine orale Lebendimpfung als auch ein injizierbarer Vi-Polysaccharid-Impfstoff. Beide erreichen lediglich einen Schutz von ungefähr 60 Prozent. Lebensmittelhygiene bleibt deshalb die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme, während die Impfung nur ergänzt. Bei einem gewöhnlichen Hotelurlaub ist sie meist nicht erforderlich.

Tollwut

Seit der Änderung des Impfschemas besteht die präexpositionelle Tollwutimpfung nur noch aus zwei Dosen an Tag 0 und Tag 7. Eine spätere Infektion verhindert sie nicht vollständig, sie vereinfacht jedoch die Behandlung nach einem Tierbiss erheblich. Bereits Geimpfte benötigen kein Tollwut-Immunglobulin mehr, sondern lediglich zwei weitere Impfstoffdosen. Genau darin liegt ein wesentlicher Vorteil, da Immunglobulin außerhalb größerer Städte häufig nicht verfügbar ist. Wer mit dem Fahrrad längere Strecken zurücklegt, Höhlen besucht, in Schutzgebieten arbeitet oder regelmäßig Kontakt zu Tieren haben wird, sollte eine Impfung ernsthaft in Betracht ziehen.

Dengue-Impfung – unterschiedliche Bewertung durch STIKO und Fachgesellschaft

Beim Dengue-Impfstoff Qdenga besteht in Deutschland derzeit keine einheitliche Empfehlung. Reisende sollten diesen Unterschied kennen, bevor sie sich beraten oder impfen lassen.

Qdenga ist ein tetravalenter Lebendimpfstoff, dessen Grundlage ein abgeschwächtes Virus des Serotyps 2 bildet. Seit Dezember 2022 besitzt er in der Europäischen Union eine Zulassung für Personen ab vier Jahren. Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen mit mindestens drei Monaten Abstand. Die europäische Zulassung setzt keine vorherige Dengue-Infektion voraus.

Die STIKO empfiehlt Qdenga seit Ende 2023 dagegen ausschließlich Personen ab vier Jahren, die in der Vergangenheit nachweislich eine labordiagnostisch bestätigte Dengue-Infektion hatten und anschließend in ein Endemiegebiet mit erhöhtem Infektionsrisiko reisen. Als Begründung führt sie das theoretische Risiko eines Antibody Dependent Enhancement an, also die Möglichkeit eines schwereren Verlaufs einer erstmaligen Infektion nach vorheriger Impfung. Ein schriftlicher Laborbefund muss nicht vorgelegt werden; eine anamnestisch glaubhafte Angabe über eine früher laborbestätigte Erkrankung genügt. Eine bloße Erinnerung an passende Krankheitssymptome ohne damaligen Labornachweis reicht dagegen nicht. Eine serologische Untersuchung vor der Impfung empfiehlt die STIKO ausdrücklich nicht, weil die verfügbaren Testverfahren als zu unzuverlässig gelten.

Im April 2026 widersprach die Deutsche Fachgesellschaft für Reisemedizin dieser Einschränkung öffentlich. Nach mehr als sieben Jahren Beobachtungszeit und über 20 Millionen weltweit verabreichten Impfstoffdosen sei kein Sicherheitssignal erkennbar, das auf ein erhöhtes Risiko schwerer Krankheitsverläufe hindeute. Die Fachgesellschaft befürwortet deshalb die Impfung grundsätzlich für Reisende mit relevantem Expositionsrisiko. Wenn bis zur Abreise weniger als drei Monate verbleiben, hält sie im Einzelfall sogar eine einzelne Dosis für vertretbar. Die STIKO hat ihre Empfehlung bislang dennoch nicht angepasst.

Für Reisende ergibt sich daraus Folgendes: Qdenga kann entsprechend seiner Zulassung verabreicht werden, eine Erstattung durch die Krankenkasse richtet sich jedoch häufig nach den Empfehlungen der STIKO. Wer eine Impfung erwägt, sollte den fachlichen Dissens offen mit der beratenden Praxis besprechen und idealerweise drei bis vier Monate Vorlauf einplanen. Weil Qdenga ein Lebendimpfstoff ist, darf er bei Immundefizienz sowie während Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingesetzt werden.

Dengue-Situation in Mexiko

In Mexiko zirkulieren alle vier Dengue-Serotypen. Dadurch besitzen Zweitinfektionen mit einem jeweils anderen Serotyp besondere Bedeutung. Übertragen werden die Viren durch die tagaktiven Mücken Aedes aegypti und Aedes albopictus. Sie stechen besonders häufig in den Morgenstunden und am späteren Nachmittag und vermehren sich bereits in kleinsten Wasseransammlungen in unmittelbarer Nähe menschlicher Behausungen.

Nach den außergewöhnlich starken Jahren 2023 und 2024 hat sich die epidemiologische Situation inzwischen entspannt. Bis zur 28. Meldewoche 2026 registrierte die gesamte Region Amerika rund 1,43 Millionen Dengue-Verdachtsfälle. Das entspricht einem Minus von 61 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres und 67 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Auch Mexiko verzeichnete 2026 deutlich weniger Erkrankungen als 2025. Bis zur 22. Meldewoche wurden etwa 25.000 Verdachtsfälle und ungefähr 2.400 laborbestätigte Erkrankungen gemeldet. Schwerpunkte lagen in Sonora, Sinaloa, Tabasco, Veracruz und Baja California Sur.

Sinkende Fallzahlen bedeuten jedoch keine Entwarnung. Dengue tritt in ausgeprägten Zyklen auf, das Risiko erhöht sich während und unmittelbar nach der Regenperiode zwischen Juni und November, und auch die Karibikküste bleibt betroffen. Eine spezifische medikamentöse Therapie gibt es nicht. Entscheidend bleibt deshalb ein konsequenter Mückenschutz während des Tages.

Chikungunya – seit 2025 stehen Impfstoffe zur Verfügung

Die früher häufige Aussage, gegen Chikungunya gebe es keine Impfung, ist inzwischen überholt. In der Europäischen Union sind zwei Impfstoffe zugelassen, und die STIKO sprach im Juli 2025 erstmals eine Empfehlung zur Reiseimpfung aus.

Vimkunya ist ein adjuvantierter Totimpfstoff, der auf virusähnlichen Partikeln beruht. Er ist ab zwölf Jahren zugelassen und seit März 2025 in Deutschland erhältlich. Da er keine vermehrungsfähigen Viren enthält, kann er nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung auch bei Immundefizienz sowie während Schwangerschaft und Stillzeit eingesetzt werden. Ixchiq ist dagegen ein abgeschwächter Lebendimpfstoff und seit Juni 2024 in der EU zugelassen. Beide Impfstoffe werden jeweils einmal verabreicht; eine Auffrischimpfung ist bislang nicht vorgesehen.

Die STIKO empfiehlt Ixchiq nur für Menschen zwischen zwölf und 59 Jahren. Hintergrund sind schwerwiegende Ereignisse, die nach der Zulassung gehäuft bei Menschen über 60 Jahren beobachtet wurden. Bei Immundefizienz sowie während Schwangerschaft und Stillzeit ist der Lebendimpfstoff kontraindiziert. 2026 schloss die Europäische Arzneimittelagentur ihre erneute Risikobewertung ab und veranlasste einen zusätzlichen Warnhinweis zu aseptischer Meningitis in der Produktinformation. Für Personen ab 60 Jahren bleibt damit der Totimpfstoff die verfügbare Option.

Eine Impfung wird für Personen ab zwölf Jahren empfohlen, wenn sie in ein Gebiet mit aktuell laufendem Chikungunya-Ausbruch reisen. Ebenso kommt sie bei Reisen von mehr als vier Wochen oder wiederkehrenden kürzeren Aufenthalten in Endemiegebieten infrage, sofern ein erhöhtes Risiko für schwere oder chronische Krankheitsverläufe besteht. Als entsprechende Risikofaktoren gelten insbesondere ein Alter ab 60 Jahren sowie schwere internistische Grunderkrankungen.

Ob Mexiko zum konkreten Zeitpunkt einer Reise als Ausbruchsgebiet eingestuft wird, kann sich kurzfristig verändern. Anfang 2026 veröffentlichte die PAHO wegen zunehmender Chikungunya-Zahlen in der Region eine Warnung und wies darauf hin, dass etwa 60 Prozent der Erkrankten länger anhaltende Gelenkbeschwerden entwickeln können, teilweise über viele Monate. Die jeweils aktuelle Einschätzung gehört deshalb in eine reisemedizinische Beratung und nicht in einen dauerhaft gültigen Ratgeber.

Durch Mücken übertragene Infektionen ohne verfügbare Impfung

Für Zika, Oropouche, Leishmaniose und Chagas steht kein Impfstoff zur Verfügung. Bei diesen Erkrankungen hängt die Vorbeugung vollständig vom Schutz vor Exposition ab.

Zika wird durch Aedes-Mücken übertragen und verursacht meist nur leichte Beschwerden oder bleibt völlig symptomlos. Medizinisch besonders relevant ist die Erkrankung während einer Schwangerschaft, weil sie Fehlbildungen beim ungeborenen Kind verursachen kann. Außerdem sind selten neurologische Folgen wie das Guillain-Barré-Syndrom möglich. Das Auswärtige Amt empfiehlt Schwangeren, auf nicht notwendige Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Ausbrüchen zu verzichten. Das Virus kann vorübergehend auch sexuell übertragen werden. Paare mit Kinderwunsch sollten nach der Heimkehr eine Wartezeit beachten, deren Länge vom Geschlecht und den jeweils aktuellen Empfehlungen abhängt und ärztlich geklärt werden sollte.

Oropouche ist unter diesen Erkrankungen der neueste relevante Erreger. Das Virus wird überwiegend durch Gnitzen der Art Culicoides paraensis und nicht durch klassische Stechmücken übertragen. Seit Ende 2023 breitet es sich in Lateinamerika deutlich aus; 2025 wurden in elf Ländern mehr als 12.700 bestätigte Erkrankungen registriert. 2026 wurden erstmals lokal erworbene Infektionen aus den mexikanischen Bundesstaaten Chiapas und Tabasco dokumentiert. Die Beschwerden ähneln denen von Dengue. Charakteristisch ist häufig ein zweiphasiger Verlauf, bei dem nach einer scheinbaren Besserung erneut Fieber auftritt. Es gibt außerdem Hinweise auf eine mögliche Übertragung auf das ungeborene Kind. Für Reisende ist vor allem die Maschenweite von Moskitonetzen wichtig: Gnitzen sind erheblich kleiner als Stechmücken und können herkömmliche Netze passieren. Wer in betroffenen Gebieten im Freien oder in einfachen Unterkünften schläft, sollte daher feinmaschige, imprägnierte Netze verwenden.

Leishmaniose tritt in Mexiko sowohl kutan als auch mukokutan in zahlreichen Regionen auf. Übertragen wird sie von Sandmücken, die vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv sind. Typisch sind lang anhaltende Hautgeschwüre. Chagas, auch amerikanische Trypanosomiasis genannt, wird über den Kot von Raubwanzen verbreitet, die sich in Ritzen einfacher Häuser verstecken. Seltener erfolgt die Infektion über verunreinigte Frucht- oder Zuckerrohrsäfte. Das Risiko für gewöhnliche Reisende ist sehr gering. In einfachen Unterkünften kann ein korrekt verwendetes Bettnetz das Risiko weiter reduzieren.

Malaria – begrenzte Risikogebiete und nur eine Erregerart

Mexiko ist kein typisches Malariareiseland. Nachgewiesen wird ausschließlich Plasmodium vivax. Die Erreger der wesentlich gefährlicheren Malaria tropica spielen dort keine Rolle. Dadurch entfällt ein wichtiges Argument für eine routinemäßige medikamentöse Dauerprophylaxe.

Nach Angaben des Auswärtigen Amts besteht ganzjährig ein geringes Risiko in Chiapas sowie in einzelnen Gebieten von Campeche, Chihuahua, Sinaloa, Tabasco und Veracruz. Hinzu kommen die Umgebung von San Pedro Tapanatepec und das Municipio Juchitán de Zaragoza in Oaxaca. Alle übrigen Regionen gelten als malariafrei. Dazu zählen ausdrücklich die wichtigsten touristischen Gebiete: Yucatán, Quintana Roo einschließlich Cancún, Riviera Maya und Tulum sowie Mexiko-Stadt, Oaxaca-Stadt, Guanajuato und Baja California Sur.

Das CDC bewertet die geografischen Grenzen etwas anders und empfiehlt eine medikamentöse Prophylaxe für Campeche, Chiapas und den südlichen Teil von Chihuahua. Einzelne Fälle werden außerdem aus Oaxaca, Sinaloa, Sonora und Tabasco gemeldet. Diese Unterschiede sind real und bedeuten nicht, dass eine Behörde falsch liegt. Vielmehr bewerten beide Institutionen dieselben sehr niedrigen Fallzahlen mit unterschiedlich strengen Maßstäben. In der Praxis kann deshalb nach ärztlicher Beratung eine Standby-Notfallmedikation sinnvoll sein, während eine dauerhafte Prophylaxe nur in Ausnahmefällen erforderlich ist. Übertragen wird Malaria von Anopheles-Mücken, die vor allem nachts und in der Dämmerung aktiv sind. Daher sind lange Kleidung am Abend und ein Bettnetz wichtiger als tagsüber angewandter Mückenschutz.

Schraubenwurm-Myiasis – ein neues Gesundheitsrisiko im Südosten

Die Schraubenwurmfliege Cochliomyia hominivorax galt in Nordamerika seit den 1960er Jahren als ausgerottet. Im November 2024 wurde sie jedoch erneut in Mexiko festgestellt, und im April 2025 folgte der erste bestätigte menschliche Erkrankungsfall.

Anders als verwandte Fliegenarten ernähren sich ihre Larven nicht von abgestorbenem, sondern von lebendem Gewebe. Weibliche Tiere können bis zu 3.000 Eier an den Rändern offener Verletzungen oder an Stellen mit geronnenem Blut ablegen. Innerhalb eines Tages schlüpfen die Larven und dringen in das Gewebe ein. Typische Beschwerden sind schmerzhafte Schwellungen mit Wundsekret sowie das Gefühl, dass sich unter der Haut etwas bewegt.

Die Zahl der Erkrankungen nimmt zu. Vom ersten menschlichen Fall im April 2025 bis zur 23. Meldewoche 2026 registrierte das nationale Überwachungssystem insgesamt 446 Erkrankungen, davon allein 329 im Jahr 2026. Zwei Todesfälle wurden dokumentiert, einer in Yucatán und einer in Oaxaca. Die meisten Fälle traten in Veracruz, Chiapas und Oaxaca auf, danach folgen Yucatán, Quintana Roo, Guerrero, Puebla und Campeche. Bei Tieren wurden zwischen November 2024 und Februar 2026 ungefähr 16.500 Infektionen bestätigt, besonders häufig in Chiapas, Oaxaca, Veracruz, Yucatán und Tabasco.

Für gesunde Touristen bleibt das Risiko niedrig und lässt sich klar eingrenzen. Rund 60 Prozent der Betroffenen waren älter als 60 Jahre, und etwa zwei Drittel litten bereits an Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Tumorerkrankungen. Entscheidend ist vor allem eine offene, unbehandelte Wunde in einer ländlichen Umgebung mit Viehhaltung. Reisende im Südosten sollten deshalb Abschürfungen, aufgekratzte Insektenstiche und Blasen möglichst sofort reinigen, desinfizieren und mit einem Verband abdecken. Bei auffälliger Schwellung einer Wunde und einem Bewegungsgefühl im Gewebe ist unverzüglich ärztliche Hilfe notwendig.

Histoplasmose in Höhlen und Cenoten

Wer auf Yucatán geschlossene Cenoten, Höhlen oder Grotten besucht, sollte auch einen Erreger kennen, der in gewöhnlichen Impfberatungen nur selten erwähnt wird. Histoplasma capsulatum ist ein Bodenpilz, der besonders auf Fledermaus- und Vogelguano wächst. Seine Sporen können bei Bewegung des Bodens aufgewirbelt und eingeatmet werden.

Hierzu liegen konkrete Daten vor. Im Juli und August 2022 beschrieb das nationale epidemiologische Bulletin einen Ausbruch unter fünf Menschen, die dieselbe Cenote bei Homún besucht hatten. Sie wurden anschließend mit Fieber, Kopfschmerzen, trockenem Husten und Atemnot unter Belastung in einem Krankenhaus in Mérida behandelt. Ein kanadischer Fallbericht aus dem Jahr 2025 dokumentierte vier immunkompetente Reisende, die im April 2024 eine Cenote auf Yucatán besucht hatten. Zwei erkrankten schwer, darunter ein dreijähriges Kind mit disseminierter Histoplasmose, das mit Itraconazol behandelt werden musste.

Die Inkubationszeit liegt üblicherweise zwischen einer und drei Wochen. In einem frühen Krankheitsstadium liefert der Nachweis von Histoplasma-Antigen im Urin die zuverlässigsten Ergebnisse. Antikörpertests werden dagegen häufig erst vier bis acht Wochen nach der Exposition positiv. Genau diese zeitliche Verzögerung führt in Europa regelmäßig zu Fehldiagnosen, weil eine importierte Pilzinfektion nicht in Betracht gezogen wird. Das Erkrankungsrisiko nimmt zu, je geschlossener der Raum ist und je mehr Guano aufgewirbelt wird. Offene und gut belüftete Cenoten sind daher weniger problematisch als enge Höhlenräume mit großen Fledermauskolonien. Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten geschlossene, von Fledermäusen bewohnte Höhlen meiden. Wer nach einem Höhlenbesuch Fieber und Husten entwickelt, sollte diesen Aufenthalt beim Arzt ausdrücklich erwähnen.

Rickettsiose im Norden Mexikos

Seit dem 23. Dezember 2025 besteht für Reisen in den Norden Mexikos eine Gesundheitshinweis des CDC wegen des Rocky-Mountain-Fleckfiebers, in Mexiko als fiebre manchada bezeichnet. Erkrankungen und Todesfälle wurden unter anderem in Baja California, Sonora, Chihuahua, Coahuila und Nuevo León registriert. Betroffen waren beispielsweise Tecate, Tijuana, Ensenada, Mexicali, Hermosillo, Ciudad Juárez und Chihuahua-Stadt.

Verursacht wird die Erkrankung durch Rickettsia rickettsii, übertragen von der Braunen Hundezecke Rhipicephalus sanguineus. Anders als bei vielen europäischen Zeckenerkrankungen liegt das Risiko nicht vor allem in Wäldern, sondern häufig in Wohngebieten mit zahlreichen frei laufenden Hunden. Ohne frühzeitige Behandlung mit Doxycyclin kann die Krankheit sehr schnell fortschreiten und tödlich enden. Kinder unter zehn Jahren haben ein ungefähr fünfmal höheres Sterberisiko. Ein typischer Hautausschlag fehlt bei einem Teil der Erkrankten, und viele können sich an keinen Zeckenstich erinnern. Treten innerhalb von zwei Wochen nach einem Aufenthalt in Nordmexiko Fieber und Kopfschmerzen auf, sollte deshalb auch eine Rickettsiose diagnostisch berücksichtigt werden.

Durchfall, Trinkwasser und Lebensmittel

Reisedurchfall ist weiterhin mit großem Abstand die häufigste Erkrankung von Mexikoreisenden. Wasser aus der Leitung ist nicht zum Trinken geeignet, auch nicht zum Zähneputzen. Stattdessen sollte abgefülltes, abgekochtes, gefiltertes oder chemisch desinfiziertes Wasser verwendet werden. Flaschenwasser mit Kohlensäure besitzt den praktischen Vorteil, dass sich ein zuvor bereits geöffneter Verschluss leichter erkennen lässt.

Bei Lebensmitteln lässt sich die bekannte Regel sachlich zusammenfassen: gut erhitzen, selbst schälen oder verzichten. Straßenstände können kulinarisch hervorragend und hygienisch durchaus vertretbar sein, wenn Speisen frisch und sehr heiß ausgegeben werden und ein hoher Kundendurchsatz besteht. Problematischer sind lauwarme Buffets, Salate, die möglicherweise mit ungeeignetem Wasser gewaschen wurden, Eiswürfel unbekannter Herkunft und ungegarte Meeresfrüchte. Fliegen sollten von Lebensmitteln ferngehalten und die Hände regelmäßig mit Seife gewaschen werden; wenn das nicht möglich ist, kann alkoholisches Händedesinfektionsmittel verwendet werden.

Cholera tritt in Mexiko nur äußerst selten auf, weshalb eine Impfung für normale Reisende nicht empfohlen wird. Leptospirose kommt ganzjährig vereinzelt vor und wird durch Wasser übertragen, das mit Ausscheidungen von Nagetieren verunreinigt ist. Das Risiko erhöht sich nach Überschwemmungen und beim Schwimmen in stehenden Gewässern. Wenn eine starke Exposition absehbar ist, etwa bei längeren Flusstouren oder Arbeiten im Wasser, kann nach ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung eine medikamentöse Prophylaxe mit Doxycyclin erwogen werden.

Tiere, Bissverletzungen und Stiche

Tollwut existiert in Mexiko weiterhin, allerdings hat sich das epidemiologische Muster verändert. 2019 bestätigte die WHO Mexiko als weltweit erstes Land, das die durch Hunde übertragene menschliche Tollwut als Problem der öffentlichen Gesundheit eliminiert hatte. Die sogenannte sylvatische Tollwut besteht jedoch fort. Überträger sind unter anderem Fledermäuse, besonders die Vampirfledermaus Desmodus rotundus, außerdem Stinktiere, Kojoten und infizierte Rinder. Für 2024 und 2025 dokumentierte das nationale Überwachungssystem mindestens sechs menschliche Erkrankungen mit vier Todesfällen, unter anderem in Oaxaca, Michoacán, Quintana Roo, Tabasco, Zacatecas und Jalisco. In Quintana Roo wurde ein Fall durch den Biss einer ungeimpften Hauskatze verursacht, in Michoacán infizierte sich ein 13-Jähriger nach einem Fledermausbiss.

Nach jedem Biss oder Kratzer durch ein Säugetier sowie nach Kontakt von dessen Speichel mit einer Schleimhaut sollte die betroffene Stelle sofort mindestens 15 Minuten lang mit Seife unter fließendem Wasser gespült werden. Nach Angaben der UNAM kann dadurch die Virusmenge um bis zu 99 Prozent reduziert werden. Anschließend sollte ohne Zeitverlust eine medizinische Einrichtung aufgesucht und eine Postexpositionsprophylaxe verlangt werden. In Großstädten stehen Impfstoffe und Immunglobulin normalerweise zur Verfügung, in ländlichen Regionen jedoch häufig nicht.

Ein oft unterschätztes Alltagsproblem sind Skorpionstiche. Im langjährigen Durchschnitt werden in Mexiko rund 270.000 Fälle jährlich registriert, was ungefähr einem Viertel aller weltweit dokumentierten Skorpionstiche entspricht. Bis Ende Juni 2026 behandelte die Secretaría de Salud bereits 131.612 Fälle, besonders viele in Guanajuato, Jalisco, Guerrero und Michoacán. Medizinisch bedeutsam sind vor allem Skorpione der Gattung Centruroides. Mexiko produziert ein wirksames Antiserum, das im nationalen Arzneimittelregister geführt wird, allerdings ist die lokale Verfügbarkeit logistisch nicht überall gleich. Praktisch sollte man deshalb morgens Schuhe ausschütteln, nachts nicht barfuß gehen und Kleidungsstücke nicht auf dem Boden liegen lassen. Nach einem Stich sind Hausmittel ungeeignet; insbesondere Kinder und ältere Menschen sollten unmittelbar in eine Klinik gebracht werden.

Bei Wanderungen verringern feste Schuhe das Risiko von Schlangenbissen. Unbekannte Wildtiere sollten weder berührt noch gefüttert werden. Das gilt auch für zutrauliche Affen an archäologischen Stätten.

Höhenlage, Hitze und Luftqualität

Mexiko-Stadt befindet sich auf etwa 2.240 Metern Höhe, Toluca auf rund 2.660 Metern und San Cristóbal de las Casas auf ungefähr 2.200 Metern. Wer direkt aus Deutschland anreist, sollte den ersten Tag körperlich ruhig gestalten, ausreichend Flüssigkeit aufnehmen und Alkohol vermeiden. Kopfschmerzen, schlechter Schlaf und leichte Kurzatmigkeit sind auf diesen Höhen nicht ungewöhnlich und verschwinden meistens innerhalb von 48 Stunden. Ernsthafte Höhenkrankheit wird vor allem bei höheren Bergtouren relevant, beispielsweise am 4.680 Meter hohen Nevado de Toluca oder am 5.636 Meter hohen Pico de Orizaba. Der Popocatépetl zeigt verstärkte Aktivität; rund um seinen Krater gilt eine zwölf Kilometer breite Sperrzone. Der Vulkan Colima ist für Besucher gesperrt.

Die UV-Strahlung ist in Mexiko während des gesamten Jahres hoch und nimmt mit der Höhenlage zusätzlich zu. Ein hoher Lichtschutzfaktor, eine Kopfbedeckung, Sonnenbrille und das Meiden direkter Mittagssonne sind deshalb grundlegende Schutzmaßnahmen. An der Karibikküste kann wegen einer Luftfeuchtigkeit von mehr als 80 Prozent schneller eine Dehydrierung entstehen, als viele Reisende erwarten.

Im Großraum Mexiko-Stadt kommt es zeitweise zu erheblicher Luftverschmutzung, besonders häufig während der Trockenperiode zwischen Februar und Mai. Menschen mit Asthma oder COPD sollten aktuelle Luftqualitätsdaten beobachten und ihre Bedarfsmedikation griffbereit mitführen.

Medizinische Versorgung, Apotheken und Arzneimittelfälschungen

In Mexiko-Stadt, Guadalajara, Monterrey, Mérida, Cancún und Los Cabos stehen Privatkliniken mit hohem medizinischem Standard zur Verfügung. In ländlichen Regionen entspricht die Versorgung nach Einschätzung des Auswärtigen Amts dagegen häufig nicht den technischen und hygienischen Standards Deutschlands. Planbare medizinische Eingriffe sollten deshalb möglichst in Deutschland durchgeführt werden. Die landesweite Notrufnummer ist 911. Bei Autopannen auf Fernstraßen sind die Ángeles Verdes unter 078 erreichbar. In Quintana Roo steht zusätzlich die App Guest Assist zur Verfügung.

Ein weiteres Thema wird in vielen Gesundheitshinweisen kaum erwähnt. Eine drogenanalytische Untersuchung der University of California, Los Angeles zeigte, dass unabhängige Apotheken in nordmexikanischen Touristenorten gefälschte Tabletten verkauften, die teilweise Fentanyl, Heroin oder Methamphetamin enthielten. Angeboten wurden diese rezeptfrei als Oxycodon, Percocet oder Adderall. Daraufhin veröffentlichte das US-Außenministerium eine offizielle Warnung. Bei einer gemeinsamen Aktion von COFEPRIS und der mexikanischen Marine wurden 2023 in Cancún, Playa del Carmen und Tulum 55 Apotheken kontrolliert, von denen 23 geschlossen wurden. Zwischen November 2025 und Mai 2026 publizierte COFEPRIS außerdem 30 Warnmeldungen zu gefälschten beziehungsweise nicht zugelassenen Arzneimitteln sowie zwölf Hinweise auf Arzneimitteldiebstähle.

Die wirksamste Konsequenz daraus ist unkompliziert: Regelmäßig benötigte Medikamente sollten in ausreichender Menge aus Deutschland mitgebracht werden, möglichst in ihrer Originalverpackung und zusammen mit einer ärztlichen Bescheinigung. Sinnvoll ist eine Verteilung auf Hand- und Aufgabegepäck. Muss vor Ort etwas gekauft werden, sollten größere etablierte Apothekenketten bevorzugt werden. Ein klares Warnzeichen ist eine Apotheke, die eigentlich verschreibungspflichtige Schmerz- oder Beruhigungsmittel ohne Rezept verkauft.

Auch bei der Einreise sind Einschränkungen zu beachten. Für verschreibungspflichtige Medikamente kann eine ärztliche Bescheinigung erforderlich sein, THC-haltige Präparate dürfen überhaupt nicht eingeführt werden. E-Zigaretten und Vapes sind in Mexiko verboten. Das Rauchen ist an sämtlichen öffentlichen Orten untersagt, darunter auch Strände, Parks, Hotels und Restaurants.

Versicherung – weshalb die gesetzliche Krankenversicherung in Mexiko nicht leistet

Viele Reiseführer enthalten hierzu eine problematische Ungenauigkeit. Es stimmt nicht, dass die deutsche gesetzliche Krankenversicherung Behandlungskosten in Mexiko lediglich bis zur Höhe deutscher Sätze übernimmt. Sie übernimmt dort grundsätzlich gar keine Leistungen.

Deutschland und Mexiko haben kein Sozialversicherungsabkommen miteinander abgeschlossen. Mexiko gilt daher sozialversicherungsrechtlich als vertragsloses Ausland. Während eines Aufenthalts ruht der Leistungsanspruch gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse, abgesehen von eng begrenzten Sonderfällen nach den Paragrafen 17 und 18 SGB V. Auch private Krankenvollversicherungen übernehmen Leistungen außerhalb der Europäischen Union häufig nur während begrenzter Zeiträume. Zudem sind Rücktransportkosten keineswegs automatisch in jedem Tarif enthalten.

Eine Auslandsreisekrankenversicherung einschließlich medizinisch sinnvoller beziehungsweise notwendiger Rücktransportleistung ist deshalb unverzichtbar. Bei längerfristigen Aufenthalten sollte eine internationale Krankenversicherung abgeschlossen werden. Der Versicherungsnachweis gehört ins Handgepäck und sollte nicht ausschließlich elektronisch im E-Mail-Postfach gespeichert sein. Privatärzte und Privatkliniken verlangen meist Vorauszahlung, selbst in akuten Notfällen. Das Kreditkartenlimit sollte daher ausreichend hoch sein. Ein medizinischer Ambulanzflug nach Deutschland kann einen fünfstelligen Betrag kosten, den ohne entsprechende Versicherung der Patient selbst tragen muss. Zusätzlich empfiehlt sich eine Registrierung in der Krisenvorsorgeliste ELEFAND des Auswärtigen Amts.

Reiseapotheke

Zur Basisausstattung gehören Medikamente gegen Schmerzen und Fieber, ein Mittel gegen Durchfall, Elektrolytpulver, Wundversorgungs- und Desinfektionsmaterial, ausreichend Pflaster, ein Repellent mit DEET oder Icaridin, Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor sowie ein Präparat zur Behandlung von Reaktionen auf Insektenstiche. Für Reisen in den Südosten oder in ländliche Gebiete sollten sterile Kompressen und ein Antiseptikum ergänzt werden, da eine rasche Versorgung kleiner Verletzungen dort besonders wirksam vor bakteriellen Sekundärinfektionen und Schraubenwurm-Myiasis schützt. Ein Notfallantibiotikum oder eine mögliche Standby-Malariamedikation sollte ausschließlich nach ärztlicher Verordnung mitgenommen und nicht selbst zusammengestellt werden.

Nach der Heimkehr

Fieber nach einem Aufenthalt in Mexiko sollte nicht als harmlose Begleiterscheinung abgetan werden. Wer innerhalb von drei Monaten nach der Rückkehr Fieber, Schüttelfrost oder grippeähnliche Beschwerden entwickelt, sollte medizinische Hilfe suchen und von sich aus auf die zurückliegende Mexikoreise hinweisen. Dabei sollten besuchte Regionen, Reisedaten und besondere Aktivitäten genannt werden. Bei einer Infektion mit Plasmodium vivax können noch Monate später Rückfälle auftreten, weil der Parasit ruhende Stadien in der Leber bildet. Bei Histoplasmose vergehen nach einem Höhlenbesuch typischerweise ein bis drei Wochen bis zu den ersten Symptomen. Bei einer Rickettsiose ist dagegen jeder Tag bis zum Beginn der Behandlung mit Doxycyclin entscheidend.

Das Robert Koch-Institut empfiehlt außerdem, nach der Rückkehr aus einem Dengue- oder Chikungunya-Gebiet noch 14 Tage lang konsequent Mückenstiche zu vermeiden, selbst wenn keinerlei Beschwerden auftreten. Hintergrund ist die Asiatische Tigermücke, die inzwischen auch in Teilen Deutschlands etabliert ist und importierte Viren weiterübertragen könnte.

Nach Langzeitaufenthalten von mehr als drei Monaten oder bei engem Kontakt zu Menschen im Gesundheitswesen, in sozialen Einrichtungen oder in ländlichen Gemeinden kann außerdem ein Tuberkulosetest sinnvoll sein. In der Regel wird dafür ein IGRA eingesetzt.

Reisemedizinische Beratung ist mehr als eine Formalität

Alle hier aufgeführten Hinweise sind allgemeiner Natur und können eine individuelle ärztliche Beratung nicht ersetzen. Ob bestimmte Impfungen sinnvoll, unnötig oder sogar kontraindiziert sind, hängt unter anderem von Alter, Vorerkrankungen, regelmäßig eingenommenen Medikamenten, Schwangerschaft, Immunstatus, konkreter Route, Reisestil, Aufenthaltsdauer und Jahreszeit ab. Hinzu kommen Aspekte, die sich innerhalb weniger Wochen verändern können: aktuelle Infektionsausbrüche, verfügbare Impfstoffe, neue Malaria-Risikobewertungen und die weiterhin offene Diskussion um die Dengue-Impfung.

Eine persönliche reisemedizinische Beratung sollte deshalb rechtzeitig vor jeder Mexikoreise erfolgen. Als sinnvoller Vorlauf gelten sechs bis acht Wochen. Wird eine Dengue-Impfung erwogen, sollten mindestens drei bis vier Monate eingeplant werden. Geeignete Ansprechpartner sind tropenmedizinische Institute, autorisierte Gelbfieberimpfstellen, entsprechend qualifizierte Hausarztpraxen sowie die Ärzteliste der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit. Für kurzfristige Veränderungen unmittelbar vor der Abreise bleiben die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts die maßgebliche Referenz. Bei chronischen Erkrankungen, Schwangerschaft, Immunsuppression sowie Reisen mit Säuglingen oder Kleinkindern ist eine individuelle medizinische Beratung zwingend erforderlich.

Quellen und Literatur

  • Auswärtiges Amt (2026): Mexiko – Reise- und Sicherheitshinweise, Abschnitt Gesundheit. Stand 21.08.2026. auswaertiges-amt.de/de/service/laender/mexiko-node/mexikosicherheit-213648 (abgerufen am 21.08.2026)
  • Auswärtiges Amt (2026): Chikungunyafieber, Reisemedizinische Hinweise. auswaertiges-amt.de/de/reiseundsicherheit/reise-gesundheit/chikungunyafieber-2562870 (abgerufen am 21.08.2026)
  • Robert Koch-Institut, Ständige Impfkommission (2023): STIKO-Empfehlung zur Impfung gegen Dengue mit dem Impfstoff Qdenga. Epidemiologisches Bulletin 48/2023. rki.de
  • Robert Koch-Institut, Ständige Impfkommission (2025): STIKO-Empfehlung zur Impfung gegen Chikungunya. Epidemiologisches Bulletin 28/2025. rki.de
  • Robert Koch-Institut (2026): Schutzimpfung gegen Chikungunya, Antworten auf häufig gestellte Fragen. Stand 15.07.2026. rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Impfen/Chikungunya/FAQ-Liste_gesamt.html (abgerufen am 21.08.2026)
  • Robert Koch-Institut (2026): Schutzimpfung gegen Denguefieber. Stand 02.07.2026. rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Impfen/Impfungen-A-Z/Dengue/dengue-node.html (abgerufen am 21.08.2026)
  • Robert Koch-Institut und DTG (2026): Empfehlungen zu Reiseimpfungen. Epidemiologisches Bulletin 27/2026. rki.de
  • Deutsche Fachgesellschaft für Reisemedizin (2026): Stellungnahme zur Erweiterung der Dengue-Impfempfehlung, April 2026. fachgesellschaft-reisemedizin.de
  • Pan American Health Organization (2026): Epidemiological Alert – Measles in the Americas Region, 7 August 2026. paho.org/en/documents/epidemiological-alert-measles-americas-region-7-august-2026 (abgerufen am 21.08.2026)
  • Pan American Health Organization (2025): PAHO calls for regional action as the Americas lose measles elimination status, 10 November 2025. paho.org
  • Pan American Health Organization (2026): Update on the review of measles elimination status, 2 March 2026. paho.org
  • Pan American Health Organization (2026): Public health risk assessment related to measles – implications for the Region of the Americas, v2, 18 February 2026. paho.org
  • Pan American Health Organization (2026): Situación epidemiológica del dengue en las Américas, semana epidemiológica 28, 2026. paho.org
  • Pan American Health Organization (2025): Epidemiological update – Oropouche fever in the Americas, 14 August 2025. paho.org
  • Secretaría de Salud, Dirección General de Epidemiología (2026): Informe diario del brote de sarampión en México, 2026. gob.mx/salud
  • Secretaría de Salud, Dirección General de Epidemiología (2026): Panorama Epidemiológico de Dengue 2026, Semana Epidemiológica 31. gob.mx/salud
  • Secretaría de Salud, Dirección General de Epidemiología (2025): Manual de Procedimientos Estandarizados para la Vigilancia Epidemiológica de Rabia Humana, versión 2025-2. epidemiologia.salud.gob.mx
  • Emerging Infectious Diseases (2026): Human Myiasis Resulting from Reemergence of Cochliomyia hominivorax Screwworm, Mexico, 2025 bis 2026. Emerg Infect Dis 32(10). wwwnc.cdc.gov/eid
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  • Santos-Trejo, I. & Flores-Torrecilla, A. (2022): Brote de histoplasmosis en visitantes a un cenote en el Municipio Homún, Yucatán, en julio y agosto de 2022. Vigilancia epidemiológica, Secretaría de Salud. gob.mx/salud
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  • Partnership for Safe Medicines (2026): Fake medicines in Mexico, November 2025 bis Mai 2026, Auswertung der COFEPRIS-Warnungen. safemedicines.org
  • Hernández-Muñoz, E. A. et al. (2025): Epidemiología del alacranismo en México. Gaceta Médica de México 161(6), 691 ff. scielo.org.mx
  • Europäische Arzneimittel-Agentur (2026): Abschluss der Risikobewertung zu Ixchiq, neuer Warnhinweis zu aseptischer Meningitis, März 2026. ema.europa.eu
  • Deutsche Rentenversicherung (2026): Deutschlands Sozialversicherungsabkommen, Länderübersicht. deutsche-rentenversicherung.de (abgerufen am 21.08.2026)

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