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Neu entdeckte Maya-Ruinen in Mexiko – alle Funde seit 2020

Zugewachsene Maya-Ruinen werden in Campeche von freigelegt
Zugewachsene Maya-Ruinen werden in Campeche von freigelegt
  • Minanbé im Biosphärenreservat Calakmul im Bundesstaat Campeche wurde am 22. Juni 2026 vom INAH öffentlich bekannt gemacht. Der monumentale Kern umfasst 15 Hektar, der höchste Pyramidentempel misst mehr als 13 Meter, hinzu kommen 14 Stelen und Altäre.
  • Ocomtún in der Schutzzone Balamkú in Campeche wurde vom INAH im Juni 2023 gemeldet. Das monumentale Zentrum erstreckt sich über mehr als 50 Hektar und umfasst über 15 Meter hohe Pyramiden, drei Plätze und einen Ballspielplatz.
  • Valeriana nahe Xpujil in Campeche wurde 2024 durch eine erneute Auswertung von Umwelt-LiDAR-Daten aus dem Jahr 2013 erkannt. Innerhalb des untersuchten Areals von 122 Quadratkilometern kartierten die Forscher mehr als 6.500 präkolumbische Strukturen.
  • Aguada Fénix in Balancán, Tabasco, besitzt mit einer Länge von 1.400 Metern das größte und mit einer Datierung auf 1000 bis 800 v. Chr. zugleich älteste monumentale Bauwerk des Maya-Gebiets.
  • Im Verlauf der Tren-Maya-Trasse erfasste das INAH 66.662 archäologische Monumente und 883 Bestattungen, wertete 170.553 Hektar LiDAR-Daten aus und ließ die Bahnstrecke in 25 Fällen verlegen.
  • Ichkabal bei Bacalar im Bundesstaat Quintana Roo wurde am 11. Januar 2025 als 194. öffentlich zugängliche archäologische Zone Mexikos eröffnet. Der Eintritt ist kostenlos, geöffnet ist täglich von 8:00 bis 17:00 Uhr.
  • Guiengola in Oaxaca erwies sich 2024 als zapotekische Stadt mit 1.100 Gebäuden; in Chiapas wurden 2026 in einer Höhle 179 Gefäße der Zoque entdeckt.
  • Seit 2020 wurden in Mexiko mehr zuvor unbekannte Maya-Ruinen dokumentiert als während der drei Jahrzehnte davor. Entscheidende Faktoren dafür sind flugzeuggestütztes Laserscanning, archäologische Rettungsgrabungen entlang des Tren Maya sowie Hinweise aus der lokalen Bevölkerung. Die bedeutendsten Neufunde konzentrieren sich auf Campeche, Quintana Roo und Tabasco.

Die Größenordnungen dahinter sind außergewöhnlich. Für die Spätklassik schätzt das slowenisch-mexikanische Forschungsteam um Ivan Šprajc die Bevölkerung des zentralen Maya-Tieflands auf der Halbinsel Yucatán auf 9 bis 11 Millionen Menschen. Große Flächen dieser Region wurden archäologisch bis heute nie systematisch begangen. Allein das Biosphärenreservat Calakmul umfasst 723.185 Hektar und besteht überwiegend aus geschlossenem Trockenwald. Bei LiDAR-Befliegungen in diesem Gebiet sind daher nahezu zwangsläufig Siedlungsspuren zu erwarten.

LiDAR hat die Maya-Archäologie innerhalb von fünf Jahren verändert

Der eigentliche methodische Wandel besteht weniger in der Technologie selbst als in der neuen Verfügbarkeit entsprechender Daten. LiDAR, kurz für Light Detection and Ranging, sendet aus einem Flugzeug Laserpulse zum Boden. Ein Teil dieser Pulse dringt durch Lücken im Blätterdach. Aus ihren Laufzeiten lässt sich anschließend ein digitales Geländemodell erzeugen, aus dem die Vegetation rechnerisch entfernt ist. Dadurch werden Erhebungen, Terrassen, Dammwege und Plattformen sichtbar, noch bevor Archäologen das Gelände betreten haben.

Zwei Forschungsarbeiten markieren diesen Entwicklungssprung. 2021 veröffentlichte ein Team unter Leitung von Takeshi Inomata von der University of Arizona in Nature Human Behaviour eine Analyse von LiDAR-Daten über insgesamt 85.000 Quadratkilometer in Tabasco, im südlichen Veracruz sowie in Teilen von Chiapas, Campeche und Oaxaca. Identifiziert wurden 478 formal angelegte rechteckige und quadratische Komplexe, die auf 1050 bis 400 v. Chr. datiert werden. Im olmekischen Zentrum San Lorenzo kam dabei ein bislang unbekannter rechteckiger Platz mit ungefähr 1.000 mal 275 Metern und rund 20 Randplattformen zum Vorschein. Seitdem wird dieses Schema als möglicher architektonischer Grundplan betrachtet, der sich nach dem Niedergang San Lorenzos in der Region ausbreitete.

2024 kam ein zweiter entscheidender Ansatz hinzu. Luke Auld-Thomas, damals Doktorand an der Tulane University, untersuchte frei verfügbare LiDAR-Daten, die bereits 2013 für die Erfassung der Kohlenstoffbilanz mexikanischer Wälder aufgenommen worden waren. Ein Datensatz, der ursprünglich dem Forstmonitoring diente, wurde dadurch zu einer archäologischen Kartengrundlage. Die erneute Nutzung bestehender Umweltdaten reduziert die Kosten erheblich, da eine eigens beauftragte LiDAR-Befliegung im Maya-Tiefland schnell einen sechsstelligen Betrag erreicht.

Für die Bewertung solcher Ergebnisse bleibt jedoch entscheidend: LiDAR erkennt bauliche Strukturen, liefert aber keine Datierung. Für jede der hier genannten Stätten sind deshalb Feldbegehungen, keramische Analysen, epigrafische Untersuchungen und möglichst auch Radiokarbondatierungen erforderlich, bevor eine verlässliche Chronologie aufgestellt werden kann.

Minanbé – eine unberührte Stadt im Biosphärenreservat Calakmul

Minanbé ist die jüngste und in verschiedener Hinsicht besonders wertvolle Entdeckung. Das INAH stellte den Fund am 22. Juni 2026 vor. Die Stätte befindet sich im nördlichen Bereich der Biosphäre Calakmul in Campeche, westlich von Chactún, jenem Zentrum, das dasselbe Forschungsteam bereits 2013 bekannt gegeben hatte.

Der Name ist aus dem Yukatekisch-Maya gebildet und kombiniert mina’an, „es gibt nicht“, mit bej, „Weg“. Er beschreibt damit unmittelbar die schwierige Erreichbarkeit. Archäologen und Arbeiter aus der Gemeinde Constitución schlugen zunächst mit Macheten eine etwa fünf Kilometer lange Schneise durch den Wald, legten den Abschnitt anschließend mit Quads zurück und mussten danach noch einmal ungefähr dieselbe Entfernung zu Fuß bewältigen. Gerade weil frühere Holzfällerpisten fehlen, die andernorts häufig als Zufahrtswege dienen, blieb die Anlage weitgehend vor Plünderern geschützt.

In den LiDAR-Daten zeichnete sich ein monumentales Zentrum von etwa 15 Hektar ab. Die Untersuchungen vor Ort bestätigten Plätze mit angrenzenden Palast- und Sakralbauten, außerdem Terrassen sowie Feuchtgebiete mit künstlich angelegten Kanälen. Der höchste Pyramidentempel ist mehr als 13 Meter hoch und weist typische Elemente des Río-Bec-Stils auf: sorgfältiges Mauerwerk, glatte Fassadenflächen, eine steile Treppe und Gesimse im oberen Abschnitt. Der beteiligte Archäologe Vitan Vujanović bezeichnete das Gebäude als den ersten einigermaßen gut erhaltenen Tempel, den er dokumentieren konnte.

Besonders aussagekräftig sind archäologisch die 14 Stelen und Altäre, die am südlichen Ende einer Prachtstraße in einer Reihe stehen. Aus ungefähr 500 Fotografien wurden fotogrammetrische 3D-Modelle erstellt, die anschließend vom Epigrafiker Octavio Esparza Olguín untersucht wurden. Auf Stele 1 ist eine Figur dargestellt, die ein Messer oder eine Axt zur Enthauptung eines Menschen erhebt. Oberhalb der Szene befindet sich das Kalenderzeichen 5 Ajaw, das dem Jahr 849 n. Chr. entspricht. Die Aufstellung fällt damit in das Terminalklassikum, unmittelbar vor die regionale Aufgabe vieler Siedlungen im 10. Jahrhundert.

Monument 6 ist zerbrochen erhalten. Frontal dargestellt ist ein Herrscher mit Federschmuck auf dem Kopf, dreilappigem Brustornament, Armbändern und Halsketten; seitlich befinden sich Hieroglyphenkartuschen. Einer der Texte enthält Fragmente eines Langzeitdatums, das vermutlich in das späte 7. Jahrhundert gehört und damit das bisher älteste bekannte Datum der Region darstellen würde. Nach Einschätzung der Epigrafiker wurden mehrere Monumente absichtlich beschädigt. Šprajc bringt dies mit einer möglichen Einwanderung von Gruppen aus dem Norden der Halbinsel in Verbindung, die den politischen Erinnerungsraum einer bereits verlassenen Stadt neu gestalten wollten.

Mit der Entdeckung von Minanbé beendet Šprajc ein drei Jahrzehnte dauerndes Forschungsprojekt. Innerhalb dieses Zeitraums identifizierte er im zentralen Maya-Tiefland mehr als 80 archäologische Fundorte.

Ocomtún – Steinsäulen im archäologischen Niemandsland von Balamkú

Ocomtún wurde am 20. Juni 2023 bekannt gegeben und ist bis heute die flächenmäßig größte Neuentdeckung der Region. Die Stätte befindet sich innerhalb der ökologischen Schutzzone Balamkú im Municipio Calakmul in Campeche. Um sie zu erreichen, musste das Forschungsteam rund 60 Kilometer alte Holzfällerpisten nutzen.

Der Name bedeutet im Yukatekisch-Maya „Steinsäule“ und bezieht sich auf zahlreiche zylinderförmige Monolithen, die über das Gelände verteilt sind. Welche Funktion sie hatten, ist bislang nicht geklärt; möglich wäre eine Verwendung als Stützen für obere Stockwerke oder Eingangsbereiche. Der monumentale Kern umfasst mehr als 50 Hektar und liegt auf einer erhöhten Landzunge innerhalb großflächiger Feuchtgebiete. Dokumentiert wurden Pyramiden von über 15 Metern Höhe, drei Plätze, Altäre und ein Ballspielplatz. Die vorläufige Chronologie reicht durch die gesamte Klassik von 250 bis 1000 n. Chr., wobei der Schwerpunkt in der Spätklassik liegt.

Besonders bedeutsam ist der räumliche Zusammenhang. Vor Beginn des Projekts war in einem Gebiet von 3.000 bis 4.000 Quadratkilometern keine einzige archäologische Fundstelle registriert. Schon wenige Wochen nach der ersten Bekanntgabe meldete das INAH zusätzlich einen megalithischen Steinblock mit bildlichen Darstellungen und einem Hieroglyphentext, der möglicherweise den ursprünglichen Namen der Stadt enthält. Als mögliche Lesung wird Maatz‘ diskutiert.

Valeriana – eine Großstadt unmittelbar neben der Bundesstraße

Valeriana wurde am 29. Oktober 2024 in der Fachzeitschrift Antiquity vorgestellt. Zu den Autoren gehörten Luke Auld-Thomas, Marcello Canuto, Adriana Velázquez Morlet sowie weitere Forscher der Tulane University, Northern Arizona University, des INAH und der University of Houston. Die Stätte liegt in Campeche in der Nähe von Xpujil und erhielt ihren Namen nach einer benachbarten Süßwasserlagune.

Im untersuchten Bereich von etwa 122 Quadratkilometern identifizierte das Forschungsteam mehr als 6.500 präkolumbische Strukturen. Der größere der zwei monumentalen Sektoren Valerianas besitzt nach Beschreibung der Autoren sämtliche Kennzeichen einer klassischen Maya-Hauptstadt: mehrere geschlossene Plätze, die durch eine breite Prachtstraße verbunden sind, Tempelpyramiden, einen Ballspielplatz, ein durch Aufstauung eines Arroyo geschaffenes Wasserreservoir und vermutlich eine E-Gruppe. Diese astronomisch ausgerichtete Architekturform wird als Hinweis darauf interpretiert, dass die Gründung bereits vor 150 n. Chr. erfolgte.

Besonders aussagekräftig ist die hohe Siedlungsdichte. Im Untersuchungsblock um Valeriana wurden bis zu 426 Strukturen pro Quadratkilometer festgestellt. Im Vergleichsdatensatz liegt lediglich Calakmul mit maximal 770 Strukturen pro Quadratkilometer darüber. Da der untersuchte Block nur einen Teil des dichtesten Stadtkerns erfasst, gehen die Autoren davon aus, dass die tatsächliche Ausdehnung größer war, als die bisherigen Berechnungen erkennen lassen. Für die Blütezeit werden 30.000 bis 50.000 Einwohner angenommen, damit mehr Menschen, als heute in der Umgebung leben.

Außergewöhnlich ist vor allem der Standort. Valeriana liegt direkt an der einzigen Fernstraße der Region, und Bauern bewirtschaften seit Jahren Felder zwischen den Erhebungen. Trotzdem war die Stadt weder von Behörden noch von der archäologischen Fachwelt registriert worden. Entdeckt wurde sie nicht bei einer Geländebegehung, sondern am Computer durch die Analyse eines Datensatzes, der ursprünglich keinerlei archäologischen Zweck hatte.

Aguada Fénix – das älteste und größte Bauwerk der Maya-Region

Aguada Fénix befindet sich im Municipio Balancán im Osten Tabascos nahe der guatemaltekischen Grenze. Die erste wissenschaftliche Veröffentlichung erschien im Juni 2020 in Nature. Beschrieben wurde eine künstlich aufgeschüttete Plattform von 1.400 Metern Länge und 10 bis 15 Metern Höhe, von der neun Dammwege ausgehen. Eine Bayes-Auswertung von Radiokarbondaten datiert die Entstehung auf den Zeitraum zwischen 1000 und 800 v. Chr. Damit handelt es sich sowohl um das älteste bekannte Monumentalbauwerk des Maya-Gebiets als auch, gemessen am verbauten Volumen, um das größte Bauwerk der gesamten vorspanischen Regionalgeschichte.

Der eigentliche Paradigmenwechsel betrifft jedoch die soziale Organisation. Bis dahin wurde monumentale Architektur überwiegend mit stark ausgeprägten Hierarchien und erzwungener Arbeitsleistung verbunden. In Aguada Fénix fehlen dagegen Hinweise auf deutliche soziale Ungleichheit. Herrscherdarstellungen sind ebenso wenig vorhanden wie große Residenzen einer Elite. Offenbar entstand die Anlage durch kollektive Arbeit einer Bevölkerung, die teilweise noch nicht vollständig sesshaft war.

Im November 2025 veröffentlichte dasselbe Team in Science Advances weitere Ergebnisse. Demnach war die gesamte Anlage als Kosmogramm angelegt, also als gebaute Darstellung einer kosmischen Ordnung. Zwischen 1050 und 700 v. Chr. entstanden ineinander verschachtelte Kreuzformen. Im Zentrum lag eine kreuzförmige Grube mit einem Depot, das die bislang ältesten bekannten richtungsbezogenen Farbsymbole Mesoamerikas enthielt: blaues Azurit im Norden, grünes Malachit im Osten und gelben Ocker im Süden sowie die Schale einer Perlauster. Später deponierte Jadebeile zeigen, dass Menschen wiederholt an diesen Ort zurückkehrten.

Die Hauptachsen des Gesamtplans erreichen Längen von 9 beziehungsweise 7,5 Kilometern und werden durch Kanäle sowie Korridore definiert. Manche Kanäle sind bis zu 35 Meter breit und 5 Meter tief und wurden über einen Damm am Seeufer mit Wasser gespeist. Die Gesamtfläche erreicht oder übertrifft damit die Ausdehnung späterer Großstädte wie Teotihuacán oder Tikal. Die zentrale Achse orientiert sich am Sonnenaufgang des 17. Oktober und des 24. Februar. Diese beiden Termine halbieren den 260-tägigen Ritualkalender, und zwar mehrere Jahrhunderte bevor Maya-Königtum und schriftlich beschriftete Monumente entstanden.

El Jefeciño und die Entdeckungen entlang der Tren-Maya-Trasse

El Jefeciño wurde vom INAH am 27. April 2026 bekannt gemacht. Die archäologische Stätte liegt im Municipio Othón P. Blanco im Süden von Quintana Roo. Aufmerksam geworden waren Anwohner, die während der Arbeiten des archäologischen Rettungsprojekts zum Tren Maya in Abschnitt 7, Front 1, auf die Ruinen hingewiesen hatten.

Zwischen 2023 und 2024 wurden etwa 80 Gebäude auf einer Fläche von rund 100 Hektar registriert, wobei das gesamte Siedlungsgebiet vermutlich deutlich größer ist. Die Architektur gehört zum Petén-Stil und umfasst große Gewölbebauten, gerundete und zurückgesetzte Ecken sowie Schürzengesimse. Auf dieser Grundlage datiert das INAH die Anlage in die Früh- und Spätklassik zwischen 250 und 900 n. Chr. Das Zentrum bilden fünf Bauwerke mit Höhen zwischen 11 und 14 Metern sowie Längen von 16 bis 40 Metern, die einen C-förmigen Platz umgeben. Am Gebäude 53035 blieben Stuckpartien mit Wandmalereien in Weiß, Orange und Rot erhalten. Hinzu kommen Knochenfragmente aus einem möglichen Grabzusammenhang. Die Dokumentation wurde von Sonny Moisés Ojeda González und Diana Karina Blancas Olvera geleitet. Grabungen fanden bislang nicht statt; eine LiDAR-Kartierung ist vorgesehen.

Der Fund steht stellvertretend für eine ganze Gruppe neuer Entdeckungen. Die Rettungsarchäologie entlang der insgesamt 1.554 Kilometer langen Bahnstrecke stellt das größte archäologische Projekt in der Geschichte Mexikos dar. In seiner im März 2026 veröffentlichten Abschlussbilanz nannte das INAH 66.662 registrierte archäologische Monumente, 883 Bestattungen, 1.987 restaurierte Objekte, 170.553 Hektar ausgewertete LiDAR-Daten und 23 Arbeitsberichte. In 25 Fällen veranlasste das Institut Änderungen am Trassenverlauf, um Baugruppen zu bewahren. Mehr als 6.000 Monumente konnten innerhalb des Bahnkorridors an ihrem ursprünglichen Ort verbleiben.

Xiol – eine Maya-Stadt unter einem Industriepark bei Mérida

Xiol verdeutlicht neben der Fernerkundung eine zweite wichtige Quelle neuer Entdeckungen: moderne Bauprojekte. Der Fundplatz befindet sich im Municipio Kanasín etwa 20 Kilometer südöstlich von Mérida an der Straße nach Chetumal. Öffentlich vorgestellt wurde die Anlage im Mai 2022, nachdem bei der Erschließung eines Industrieparks archäologische Strukturen sichtbar geworden waren.

Der Name lässt sich aus dem Maya ungefähr mit „Geist“ oder „Seele des Menschen“ übersetzen. Auf etwa 21 Hektar dokumentierte das Team um Carlos Peraza Lope und Wílberth Cruz Alvarado zwölf restaurierte Gebäude, darunter fünf palastartige Anlagen, außerdem 76 Basamente und einen Platz. Architektonisch gehören die Bauten zum Puuc-Stil, der für den Süden Yucatáns typisch ist, im Umfeld Méridas jedoch nur selten vorkommt. Geborgen wurden 15 Bestattungen von Erwachsenen und Kindern mit Gefäßen, Ketten, Anhängern und Werkzeugen. Die Stätte wird auf 600 bis 900 n. Chr. datiert.

Zwei Aspekte sind besonders bemerkenswert. Erstens war Xiol bereits seit 1980 im Archäologischen Atlas eingetragen, ohne dass sein tatsächlicher Umfang bekannt gewesen wäre. Zweitens wurde der geplante Industriepark nicht aufgegeben, sondern in seiner Planung verändert. Der Grundstückseigentümer finanzierte einen Teil der Grabungsarbeiten, während die wichtigsten Bauwerke erhalten blieben. Eine reguläre Öffnung als öffentlich zugängliche archäologische Zone war allerdings bis 2026 noch nicht erfolgt, obwohl sie im Jahr der Entdeckung angekündigt worden war.

Neue Fundstellen anderer Kulturen

Die öffentliche Aufmerksamkeit konzentriert sich stark auf die Maya. Die fundreichsten Entdeckungen der vergangenen zwei Jahre stammen jedoch teilweise aus ganz anderen Kulturräumen.

Guiengola in Oaxaca – eine Zapotekenstadt statt einer Festung

Guiengola befindet sich am Isthmus von Tehuantepec, ungefähr 20 Kilometer von der Stadt Tehuantepec und knapp 30 Kilometer von der Pazifikküste entfernt. Der Name ist zapotekischen Ursprungs und bedeutet „großer Stein“. Über Generationen hinweg interpretierten Forscher die ummauerte Anlage als militärische Garnison.

Pedro Guillermo Ramón Celis von der McGill University widerlegte diese Deutung anhand von LiDAR-Befliegungen, die zwischen 2018 und 2023 durchgeführt wurden. Seine im November 2024 in Ancient Mesoamerica veröffentlichte Auswertung beschreibt eine 360 Hektar große Stadt mit mehr als 1.100 Gebäuden, vier Kilometern Befestigungsmauer, einem internen Wegenetz, Tempeln, zwei Ballspielplätzen und einer klar gegliederten räumlichen Organisation. Angehörige der Elite und einfache Bewohner lebten in voneinander getrennten Quartieren, die in verwandtschaftlich strukturierten Barrios organisiert waren. Die Keramik zeigt, dass der Ort ausschließlich während des späten Postklassikums zwischen 1200 und 1521 n. Chr. besiedelt war; eine ältere Vorgängersiedlung ist nicht nachgewiesen.

Für die Forschung ist Guiengola besonders deshalb bedeutend, weil die Stadt kurz vor der spanischen Eroberung verlassen wurde. Ihre Einwohner siedelten nach Tehuantepec um, wo ihre Nachfahren bis heute leben. Dadurch bewahrt Guiengola gewissermaßen einen mesoamerikanischen Zustand unmittelbar vor den tiefgreifenden Veränderungen der Kolonialzeit. Ramón Celis vertritt die Auffassung, dass Guiengola über eigenständige politische Institutionen verfügte. Das verändert die Diskussion darüber, wie groß der politische Handlungsspielraum der Isthmus-Zapoteken gegenüber dem Mexica-Reich und später gegenüber der spanischen Krone tatsächlich war.

Grab 10 von Huitzo in Oaxaca

Am 23. Januar 2026 präsentierte die mexikanische Regierung eine zapotekische Grabkammer vom Cerro de la Cantera bei San Pablo Huitzo im Valle de Etla. Sie wird auf ungefähr 600 n. Chr. und damit in die Spätklassik datiert. Entdeckt worden war die Anlage 2025 infolge einer anonymen Anzeige wegen illegaler Raubgrabungen.

Über dem Eingang zur Vorkammer befindet sich die Skulptur einer Eule, die in der zapotekischen Kosmovision mit Nacht, Tod und Macht verbunden ist. Erhalten sind Wandmalereien mit ursprünglichen Pigmenten, Friese und Steinplatten mit Kalenderinschriften. Offenbar diente die Kammer dazu, einen hochrangigen Ahnen zu bestatten und zu verehren, und wurde anschließend über mehrere Generationen hinweg immer wieder besucht. Präsidentin Claudia Sheinbaum bezeichnete den Fund als die bedeutendste archäologische Entdeckung des vergangenen Jahrzehnts in Mexiko. Diese Bewertung entstammt allerdings der politischen Kommunikation; eine abschließende fachliche Einschätzung steht noch aus, da die ikonografischen und epigrafischen Analysen weiterlaufen.

Höhle Mundo Zoque in Chiapas

Im Juli 2026 informierte das INAH über eine Entdeckung im Canyon des Río La Venta bei Cintalapa in Chiapas, unweit des Arco del Tiempo, eines der größten natürlichen Felsbögen weltweit. Der Naturführer Jairo Díaz Barreiro hatte die Höhle im Januar 2026 gemeldet; zwischen Februar und Juni erfolgte ihre archäologische Untersuchung.

Die ungefähr 100 Meter lange Höhle enthält 13 rituelle Deponierungen mit insgesamt 179 Keramikgefäßen, die in die regionale Spätklassik zwischen 600 und 900 n. Chr. datiert werden. Um den Eingang zu erreichen, ist zunächst eine Abseilstrecke von mehr als zehn Metern erforderlich. Rund 30 Meter hinter dem Eingang befindet sich anschließend ein Siphon, der ausschließlich während der Trockenzeit überwunden werden kann. Gerade diese schwierige Zugänglichkeit bewahrte die Deponierungen vor Plünderungen. Zu den Funden gehören Urnen, Schalen und Räuchergefäße mit Darstellungen von Jaguar, Eule und Schlange, alles Tiere, die mit der Unterweltvorstellung der Zoque verbunden sind. Räuchergefäße, deren Oberflächen die Stacheln eines Ceiba-Stamms nachbilden, scheinen den zeremoniellen Weg tiefer in die Höhle zu markieren. Geleitet wird das Projekt von Josuhé Lozada Toledo, unterstützt von der Archäologin und Kletterin Martha Arcelia García Sánchez sowie dem Höhlenforscher Gabriel Merino Andrade.

Tula in Hidalgo

Auch in der toltekischen Hauptstadt werden durch aktuelle Infrastrukturprojekte neue Befunde entdeckt. Im März 2026 legte das INAH bei Rettungsgrabungen für die Personenzugstrecke Mexiko-Stadt–Querétaro einen Altar aus der Tollan-Phase von 900 bis 1150 n. Chr. frei. Er befindet sich etwa 300 Meter außerhalb der heutigen Begrenzung der archäologischen Zone. An drei Seiten seines unteren Niveaus lagen menschliche Knochen, die als Opfergabe niedergelegt worden waren.

Im Juni 2026 folgte in der Colonia 16 de Enero in Tula de Allende die Entdeckung eines etwa 40 mal 80 Meter großen Elitegebäudes bei Bauarbeiten für eine Kläranlage. Zwei skulptierte Steinplatten zeigen den Gott Tlahuizcalpantecuhtli sowie eine Raubkatze. Projektleiter Luis Gamboa Cabezas geht davon aus, dass diese Platten ursprünglich von der Pyramide B stammen, also von jenem Bauwerk, auf dem die berühmten Atlanten stehen. Gruppen in der Peripherie hätten sich demnach im 12. Jahrhundert Symbole der früheren Macht angeeignet, um ihre eigene Identität als Tolteken zu legitimieren. Unter dem Fußboden eines Wohngebäudes wurden außerdem die Überreste von sechs Kleinkindern als Opferdeponierung gefunden. Daraus ergibt sich zugleich, dass die heutige Schutzzone lediglich einen kleinen Teil der antiken Stadt umfasst.

Was die Funde für die Forschung bedeuten

Aus der Serie der Neuentdeckungen lassen sich vier grundlegende Verschiebungen ableiten.

Erstens beginnt monumentale Architektur offenbar früher als lange angenommen und setzt nicht zwingend eine monarchische Herrschaft voraus. Aguada Fénix sowie die 478 zwischen 1050 und 400 v. Chr. datierten Komplexe zeigen umfangreiche Bauprojekte in Gesellschaften ohne stark ausgeprägte soziale Ungleichheit. Als Antrieb scheint vielmehr das gemeinsame Bauprojekt selbst gedient zu haben, verbunden mit Festen, Möglichkeiten zum Austausch und Ritualen.

Zweitens war die Landschaft offenbar wesentlich dichter besiedelt, als ältere Verbreitungskarten vermuten ließen. Sowohl Valeriana als auch Ocomtún befinden sich in Gebieten, die auf bisherigen Fundstellenkarten praktisch leer erschienen. Auld-Thomas und seine Kollegen leiten daraus eine methodische Warnung ab: Frühere Schätzungen der Siedlungsdichte sind wahrscheinlich systematisch verzerrt, weil archäologische Grabungen bevorzugt an bereits bekannten Zentren durchgeführt wurden.

Drittens wandelt sich das Bild des Maya-Urbanismus von einer einfachen Gegenüberstellung zwischen Zentrum und Umland hin zu einem breiten Spektrum unterschiedlicher Siedlungsformen. Neben extrem dicht bebauten Kernen wie Calakmul und Valeriana bestanden weiträumige Agrarlandschaften mit Terrassen, Kanalsystemen und verstreuten Siedlungen. Gerade für die Diskussion um nachhaltige Landnutzung in tropischen Regionen ist dieser Befund besonders relevant.

Viertens liefern die neuen Monumente wichtige Informationen zum Terminalklassikum. Das Datum 849 n. Chr. auf Stele 1 von Minanbé liegt unmittelbar vor der regionalen Entvölkerungsphase. Dass mehrere Monumente an einem unbewachten Ort gezielt beschädigt wurden, bietet einen ungewöhnlich gut dokumentierten Hinweis darauf, dass fremde Gruppen nach dem Zusammenbruch aktiv in die politische Erinnerung der früheren Stadt eingriffen.

Streit um den Tren Maya – Rettung oder Zerstörung

Die fachliche Bewertung der archäologischen Rettungsmaßnahmen bleibt kontrovers. Am 7. und 8. Juli 2026 reichte die Kommission für Denkmalschutz der INAH-Forschergewerkschaft SNPICD bei der Bundesstaatsanwaltschaft FGR in Chetumal eine etwa 700 Seiten umfassende Strafanzeige ein. Darin wird die Demontage und Veränderung von mindestens 47 Maya-Monumenten in den Streckenabschnitten 6 und 7 sowie deren erneute Verwendung im sogenannten Gedächtnispark Balam Tun beanstandet. Namentlich genannt werden 26 Beschäftigte des INAH, darunter der frühere Generaldirektor Diego Prieto Hernández und der Leiter der Rettungsgrabungen Manuel Pérez Rivas.

Das INAH erklärte, den Vorgang nach einer förmlichen Zustellung rechtlich prüfen zu wollen. Zuvor hatte das Institut selbst bestätigt, dass 56 Mauerwerksbauten aus Sicherheitsgründen nicht an ihrem ursprünglichen Standort erhalten werden konnten. Sie wurden deshalb archäologisch untersucht, abgebaut, versetzt und in den Parks Balam Tun und K’awiil wieder aufgebaut. Genau diesen Vorgang bewerten die Anzeigenden als Verlust von archäologischem Kontext, Authentizität und Integrität. Einzelne beteiligte Wissenschaftler sprechen darüber hinaus von 502 zerstörten Fundstellen. Diese Zahl stammt bislang jedoch ausschließlich aus der Strafanzeige und begleitenden Stellungnahmen und konnte unabhängig nicht bestätigt werden. Im Mai 2026 hatte der Archäologe Fernando Cortés de Brasdefer außerdem Sprengarbeiten in nahe gelegenen Materialabbaustellen für Schäden an den Stuckmasken von Chakanbakán verantwortlich gemacht.

Bei der Bewertung der Entdeckungen der vergangenen Jahre müssen daher beide Aspekte berücksichtigt werden. Ohne das Infrastrukturprojekt wären Zehntausende archäologische Strukturen vermutlich niemals dokumentiert worden. Gleichzeitig entstand der Zeitdruck, unter dem über Bewahrung oder Versetzung entschieden werden musste, überhaupt erst durch dasselbe Bauprojekt.

Welche der neuen Orte besichtigt werden können

Für Reisende ist die Zahl tatsächlich zugänglicher Neuentdeckungen überschaubar, einige Möglichkeiten gibt es jedoch.

Ichkabal in Quintana Roo wurde am 11. Januar 2025 als 194. für Besucher eingerichtete archäologische Zone Mexikos eröffnet. Die Stadt liegt etwa 40 Kilometer westlich der Lagune von Bacalar. Zur Anlage führt eine 23 Kilometer lange neu gebaute Zufahrtsstraße von der Hauptroute. Ihre wichtigste Blütephase lag zwischen 200 und 600 n. Chr., während die frühesten Siedlungsspuren bis etwa 400 v. Chr. zurückreichen. Mehrere Gebäude sind über 40 Meter hoch und bilden triadische Gruppen im Petén-Stil. Der Besuch ist kostenlos; geöffnet ist täglich von 8:00 bis 17:00 Uhr, der letzte Einlass erfolgt um 16:30 Uhr. Voraussetzung für die Öffnung war ein Nutzungsvertrag über 113 Hektar, den das INAH am 10. Januar 2025 mit 165 Ejidatarios abschloss.

Paamul II an der Küste von Quintana Roo ist seit 2019 registriert und umfasst mehr als 300 Strukturen, von denen einzelne über acht Meter hoch sind. Um die Anlage zu erhalten, wurde der Verlauf der Bahnstrecke verändert und die Schrägseilbrücke Garra de Jaguar errichtet. Vorgesehen ist ein ökoarchäologischer Korridor, der auch die Höhlen Ocho Balas, Garra de Jaguar und Manitas einbeziehen soll. Ein Termin für die Öffnung steht bislang nicht fest.

Minanbé, Ocomtún, Valeriana, El Jefeciño und die Höhle Mundo Zoque sind für Besucher nicht zugänglich und dürften dies auch auf absehbare Zeit bleiben. Die Fundplätze liegen entweder innerhalb von Schutzgebieten oder besitzen keinerlei Infrastruktur; teilweise ist eine Anreise nur mit Machete, Quad und Kletterausrüstung möglich. Wer vergleichbare Bautraditionen sehen möchte, findet Río-Bec-Architektur in Becán, Chicanná und Xpujil sowie Petén-Architektur in Calakmul und Dzibanché.

Was als Nächstes zu erwarten ist

Weitere Ergebnisse sind bereits absehbar. Für El Jefeciño wurde eine LiDAR-Kartierung angekündigt, mit der Ausdehnung und Siedlungsstruktur erstmals genauer bestimmt werden sollen. Die 14 Monumente von Minanbé sind epigrafisch bisher nur vorläufig entziffert; ihre stark verwitterten Kalksteinoberflächen machen eine aufwendige digitale Bildbearbeitung notwendig. In Huitzo laufen gleichzeitig keramische, ikonografische und anthropologische Untersuchungen, während die Wandmalereien dringend stabilisiert werden müssen, da Wurzeln, Insekten und Klimaschwankungen ihre Erhaltung gefährden.

Methodisch dürfte insbesondere der Ansatz von Auld-Thomas weitere Nachahmer finden. Weltweit existieren große LiDAR-Datensätze aus Forstwirtschaft, Hochwasserschutz und Infrastrukturprojekten, die bislang nie unter archäologischen Gesichtspunkten analysiert wurden. Allein aus dem Tren-Maya-Projekt stehen für Mexiko 170.553 Hektar bereits prozessierter Daten zur Verfügung. Für die nächste bedeutende Entdeckung könnte deshalb möglicherweise keine Machete mehr notwendig sein, sondern lediglich eine sorgfältige Suche in frei zugänglichen Datenarchiven.

Quellen und Literatur

  • Inomata, T., Triadan, D., Vázquez López, V. A. et al. (2020): Monumental architecture at Aguada Fénix and the rise of Maya civilization. Nature 582, 530 bis 533. doi.org/10.1038/s41586-020-2343-4
  • Inomata, T., Fernandez-Diaz, J. C., Triadan, D. et al. (2021): Origins and spread of formal ceremonial complexes in the Olmec and Maya regions revealed by airborne lidar. Nature Human Behaviour 5(11), 1487 bis 1501. doi.org/10.1038/s41562-021-01218-1
  • Inomata, T., Triadan, D., Vázquez López, V. A. et al. (2025): Landscape-wide cosmogram built by the early community of Aguada Fénix in southeastern Mesoamerica. Science Advances 11(45), eaea2037. doi.org/10.1126/sciadv.aea2037
  • Auld-Thomas, L., Canuto, M. A., Velázquez Morlet, A. et al. (2024): Running out of empty space. Environmental lidar and the crowded ancient landscape of Campeche, Mexico. Antiquity 98(401), 1340 bis 1358. doi.org/10.15184/aqy.2024.148
  • Ramón Celis, P. G. (2024): Airborne lidar at Guiengola, Oaxaca. Mapping a Late Postclassic Zapotec city. Ancient Mesoamerica 35(3), 899 bis 916. doi.org/10.1017/S0956536124000166
  • INAH (2026): Bautizan como Minanbé, „no hay camino“, a ciudad maya virgen al norte de la Biosfera de Calakmul. Boletín 259 vom 22. Juni 2026. inah.gob.mx/boletines
  • INAH (2023): Descubren antigua ciudad maya en Campeche; la nombran Ocomtún, „columna de piedra“. Boletín 384 vom 20. Juni 2023. inah.gob.mx/boletines
  • INAH (2023): Bloque grabado hallado en Ocomtún podría contener el nombre original de esta milenaria ciudad maya. inah.gob.mx/boletines
  • INAH (2026): El INAH registra sitio arqueológico de arquitectura monumental, en Quintana Roo. Meldung vom 27. April 2026. inah.gob.mx/boletines
  • INAH (2026): Más de 6,000 monumentos arqueológicos se conservan in situ en el recorrido del Tren Maya. Meldung vom 17. März 2026. inah.gob.mx/boletines
  • INAH (2025): La antigua urbe maya de Ichkabal abrió sus puertas como zona arqueológica, en Quintana Roo. Meldung vom 13. Januar 2025. inah.gob.mx/boletines
  • INAH (2026): El Gobierno de México anuncia el descubrimiento de una milenaria tumba zapoteca. Meldung vom 23. Januar 2026. inah.gob.mx/boletines
  • INAH (2026): El INAH registra 179 piezas arqueológicas en una cueva de Cintalapa, Chiapas. Meldung vom 27. Juli 2026. inah.gob.mx/boletines
  • INAH (2026): El INAH descubre altar y ofrendas a las afueras de la Zona Arqueológica de Tula, en Hidalgo. Meldung vom 24. März 2026. inah.gob.mx/boletines
  • INAH (2023): El Promeza concreta realidades en 27 zonas arqueológicas del área maya. inah.gob.mx/boletines
  • La Jornada (2026): Hallazgo de tumba en Oaxaca, clave para entender la cultura zapoteca. Ausgabe vom 24. Januar 2026. jornada.com.mx
  • El Universal (2026): INAH responde sobre denuncia ante FGR sobre presunto daño arqueológico en el Tren Maya. Juli 2026. eluniversal.com.mx
  • Diario de Yucatán (2022): Xiol, ciudad maya. INAH presenta hallazgo y restauración de la zona prehispánica. Mai 2022. yucatan.com.mx

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