- Villahermosa ist die Hauptstadt von Tabasco, hatte im INEGI-Zensus 2020 genau 340.060 Einwohner und liegt mit dem Ballungsraum bei 833.907 Menschen.
- Das Parque-Museo La Venta zeigt seit dem 4. März 1958 dreiunddreißig Olmekenmonumente, darunter kolossale Steinköpfe von bis zu 20 Tonnen, geöffnet täglich 8:00 bis 16:00 Uhr.
- Im Museo Regional de Antropología steht das Monument 6 von Tortuguero, die einzige bekannte Mayainschrift, die den 21. Dezember 2012 nennt.
- Comalcalco, rund 60 Kilometer nordwestlich, ist die einzige restaurierte Mayastadt aus gebrannten Ziegeln, verfugt mit Kalk aus Austernschalen.
- Tabasco erntete 2024 nach SIAP-Daten 17.732 Tonnen Kakao, das sind 62,3 Prozent der mexikanischen Produktion.
- Beim Hochwasser vom Oktober und November 2007 standen rund 80 Prozent der Stadt unter Wasser, die Schäden bezifferte CENAPRED auf 2.918,6 Millionen US-Dollar.
- Das Auswärtige Amt führte Tabasco mit Stand 28. Juli 2026 nicht unter den Bundesstaaten, für die es von Reisen abrät. Die Gewaltkriminalität im Bundesstaat steigt seit Ende 2023 deutlich.

Villahermosa liegt zwischen den Flüssen Grijalva und Carrizal, rund 20 Meter über dem Meer, und ist die Hauptstadt des mexikanischen Bundesstaats Tabasco. Die Stadt lebt von Erdöl, Rindern und Kakao. Für Reisende ist sie vor allem Ausgangspunkt für olmekische Steinskulpturen, eine Mayastadt aus Ziegeln, Kakaohaciendas und die größten Feuchtgebiete Nordamerikas.
Lage, Klima und die beste Reisezeit
Tabasco ist ein Deltaland. Grijalva und Usumacinta entwässern hier zusammen einen der größten Einzugsbereiche Mexikos, und der Bundesstaat erhält im Mittel etwa 2.500 Millimeter Niederschlag im Jahr. Zum Vergleich, München kommt auf rund ein Viertel davon. Die trockensten Wochen liegen zwischen März und Mai, die nassesten zwischen September und November, wenn Kaltfronten aus dem Norden auf die feuchtwarme Golfluft treffen.
Genau diese Kombination erzeugte 2007 die schwerste Überschwemmung in der Geschichte des Bundesstaats. Nach Angaben von CENAPRED fielen am 28. Oktober 403,4 Millimeter Regen in 24 Stunden, vom 28. Oktober bis zum 1. November summierten sich 1.163,7 Millimeter, also 46 Prozent der Jahresmenge in fünf Tagen. Der Stausee Peñitas musste rund 2.000 Kubikmeter pro Sekunde ablassen, etwa 80 Prozent der Stadt versanken, und die Gesamtschäden beliefen sich auf 2.918,6 Millionen US-Dollar. Wer im Herbst reist, sollte den Pegelstand der Flüsse und die Hinweise des Servicio Meteorológico Nacional verfolgen.

Angenehm ist es nie im europäischen Sinn. Die Luftfeuchte bleibt hoch, im Mai klettert das Thermometer regelmäßig über 35 Grad. Für Museen und Ausgrabungen empfiehlt sich der frühe Vormittag, Comalcalco öffnet bereits um 8:00 Uhr.
Parque-Museo La Venta – Olmekenköpfe im Stadtdschungel

Die wichtigste Adresse der Stadt verdankt ihre Existenz einem Dichter. Carlos Pellicer Cámara, in Villahermosa geboren, entwarf das Freilichtmuseum am Ufer der Laguna de las Ilusiones und eröffnete es am 4. März 1958. Anlass war die Erdölförderung in Huimanguillo, die die Fundstelle La Venta bedrohte. Die Monolithen wurden über mehr als 150 Kilometer auf Schwerlastern mit 20 Stundenkilometern in die Hauptstadt gebracht, einzelne Köpfe wiegen bis zu 20 Tonnen.

Heute stehen dreiunddreißig Objekte im Park, Altäre, Stelen und kolossale Köpfe, datiert zwischen etwa 1300 und 200 vor Christus. Der Rundweg führt durch tropische Vegetation mit Kakaobäumen, Ceibas und Mangos, dazwischen leben Brüllaffen, Agutis und Ameisenbären. Die Fläche wird je nach Quelle mit 6,5 oder 8 Hektar angegeben. Ein Rundgang dauert gut zwei Stunden, Mückenschutz ist keine Empfehlung, sondern Pflicht.

Der Eintritt lag nach der Tarifliste der Landesregierung für 2025 bei 63 Pesos für ausländische Gäste, 55 Pesos für Mexikaner und 16 Pesos für Studierende sowie Menschen mit INAPAM-Ausweis. Dienstags ist der Eintritt für alle frei. Die Tarife werden jährlich angepasst, ein Blick auf die Seite der Landesregierung vor dem Besuch lohnt sich. Abends gibt es zusätzlich eine kostenpflichtige Licht- und Klangvorführung.
Ein Detail, das die Bedeutung des Ortes greifbar macht. Bei der Flut 2007 wurde einer der kolossalen Köpfe bis zur Hälfte mit Sandsäcken umbaut, um ihn vor dem Wasser zu schützen.
Das Museo Regional und der Stein, der 2012 berühmt wurde

Das Museo Regional de Antropología Carlos Pellicer Cámara in der Zona CICOM am Grijalva eröffnete am 16. Februar 1980, dem dritten Todestag des Namensgebers. Die Sammlung umfasst rund 10.000 Objekte der Olmeken, Maya, Zoque und Nahua, etwa 770 davon sind ausgestellt. Zu sehen sind Stelen aus Moral Reforma in Balancán, Hieroglyphenblöcke aus Pomoná bei Tenosique und der Vaso Pellicer aus Bonampak. Beim Hochwasser 2007 drang das Wasser des Grijalva in das Gebäude ein, das Museum blieb vier Jahre geschlossen und öffnete erst am 21. Dezember 2011 wieder.

Das eigentliche Highlight kennen die meisten Besucher unter einem falschen Namen. Das Monument 6 aus Tortuguero, einem Ort im Municipio Macuspana, wurde 1958 als Abdeckung eines Grabes gefunden. Auf ihm steht die einzige lange bekannte Mayainschrift, die das Ende des dreizehnten Bak’tun nennt, umgerechnet den 21. Dezember 2012. Genau dieser Satz löste weltweit die Weltuntergangsspekulationen aus.
Die Epigraphik sieht das nüchterner. Fachleute wie Stephen Houston, David Stuart, Sven Gronemeyer und Barbara MacLeod lesen die Passage als Ankündigung eines rituellen Ereignisses rund um die Gottheit Bolon Yokte‘ K’uh, nicht als Prophezeiung. Der Text handelt in erster Linie von Kriegszügen des Herrschers B’ahlam Ajaw im 7. Jahrhundert. Drei Fragmente liegen in Villahermosa, ein weiteres im Metropolitan Museum in New York, zwei in einer Privatsammlung in Boston. Die Fundstätte selbst ist praktisch verschwunden, sie wurde durch Sand- und Zementabbau zerstört und ist nicht zu besichtigen.
Zona Luz, Kachelhaus und die Zeit der Roten Hemden
Das historische Zentrum heißt Zona Luz und ist in weiten Teilen Fußgängerzone. Zwischen Plaza de Armas, dem Aussichtsturm Torre del Caballero und dem Malecón am Grijalva reihen sich Kolonialbauten, Buchläden und Eisdielen. Das Museo de Historia de Tabasco residiert in der Casa de los Azulejos, einem Kaufmannshaus, dessen Fassade vollständig mit importierten Fliesen verkleidet ist. Der Eintritt lag 2025 bei 47 Pesos für ausländische Gäste.

Wer die Stadt verstehen will, muss über Tomás Garrido Canabal sprechen. Der Gouverneur regierte Tabasco von 1923 bis 1926 und erneut von 1931 bis 1934 und trieb die antiklerikale Politik der mexikanischen Revolution weiter als jeder andere Bundesstaat. Seine paramilitärischen Camisas Rojas, die Roten Hemden, schlossen sämtliche Kirchen, zwangen Priester zur Heirat oder ins Exil und ließen Kirchensteine zu Straßenschotter verarbeiten. Alkohol war verboten, Grabsteine ebenfalls.
Der englische Schriftsteller Graham Greene reiste zwischen Januar und Mai 1938 durch Tabasco und Chiapas, um darüber zu berichten. Aus der Reise entstanden der Bericht „The Lawless Roads“ von 1939 und der Roman „The Power and the Glory“ von 1940, auf Deutsch „Die Kraft und die Herrlichkeit“. Der namenlose Whisky-Priester flieht darin durch ein tropisches Land, das ohne Zweifel Tabasco ist, und die Figur des Leutnants trägt Züge Garridos. Der Park, in dem heute die Olmekenköpfe stehen, trägt bis heute den Namen Tomás Garrido Canabal.

Essen in Villahermosa – Pejelagarto, Pozol und Chile amashito
Die tabasqueñische Küche ist die feuchteste Küche Mexikos, im Wortsinn. Sie arbeitet mit Flussfisch, Blättern und Kakao statt mit Trockenchilis und Weizen.
Das Wahrzeichen auf dem Teller ist der Pejelagarto, ein Knochenhecht der Art Atractosteus tropicus, ein lebendes Fossil mit langer Zahnschnauze. Klassisch wird er ganz über Holzkohle gegrillt und mit Limette und Chile amashito serviert, der lokalen Form von Capsicum annuum var. glabriusculum, die klein, rund und beachtlich scharf ist. Aus dem zerpflückten Fleisch entstehen Empanadas und Chirmol, ein Eintopf mit geröstetem Mais.
Weitere Gerichte, die sich zu bestellen lohnen. Tamales de chipilín, deren Maismasse mit den Blättern des Strauchs Crotalaria longirostrata durchsetzt ist. Carne salada con chaya, gesalzenes Rindfleisch mit Chayablättern (Cnidoscolus aconitifolius) und Kochbananen. Mone, Fisch oder Fleisch im Blatt der Hoja de tó oder im Momo-Blatt (Piper auritum) gegart. Puchero, ein Eintopf mit Rind, Huhn und Schwein.
Getrunken wird Pozol, eine kalte Mischung aus nixtamalisiertem Mais und gemahlenem Kakao, die als Arbeitsgetränk in der Feldarbeit entstand und satt macht. Die Variante Chorote ist dicker und stärker vom Kakao geprägt. Anlaufstellen für alles davon sind der Mercado Pino Suárez und der Mercado 27 de Octubre.
Eine Einschränkung gehört dazu. Auf manchen Speisekarten stehen Schildkrötengerichte wie Pochitoque oder Guao. Die Weiße Wasserschildkröte Dermatemys mawii ist nach NOM-059-SEMARNAT-2010 als vom Aussterben bedroht eingestuft, für sie gilt in Mexiko ein dauerhaftes Fangverbot, die IUCN führt sie als „Critically Endangered“, und sie steht in Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens. Wer sie bestellt, finanziert illegale Entnahme.
Kakao und Schokolade – die Ruta del Cacao
Tabasco ist Mexikos Kakaoland. Nach Daten des Servicio de Información Agroalimentaria y Pesquera wurden 2024 landesweit 28.447 Tonnen Kakao geerntet, davon 17.732 Tonnen in Tabasco, also 62,3 Prozent. Die Erntefläche des Bundesstaats lag bei 34.225 Hektar oder 65,5 Prozent der nationalen Fläche. Der Schwerpunkt liegt in der Region Chontalpa mit den Municipios Comalcalco, Cárdenas, Cunduacán und Huimanguillo.
Mehrere Haciendas öffnen für Besucher. Die Hacienda La Luz mitten in Comalcalco ist für deutschsprachige Reisende besonders interessant, denn sie wurde Anfang der 1930er Jahre von dem deutschen Einwanderer Otto Wolter Hayer übernommen, der als einer der Ersten in der Chontalpa Kakao industriell verarbeitete. Die Familie bewohnt das Anwesen bis heute, seit 1997 gibt es Führungen durch die Plantage und ein Museum zum Kakao, und die Schokoladen der Marke Wolter wurden mehrfach bei den International Chocolate Awards ausgezeichnet.
Die Hacienda Jesús María in der Sur 5a Sección von Comalcalco steht hinter der Marke Cacep und zeigt die industrielle Seite mit eigener Fabrik, die von Montag bis Samstag von 8:00 bis 15:00 Uhr läuft. Der Rundgang dauert je nach Fragefreude eineinhalb bis zwei Stunden. In Tecolutilla führt die Frauenkooperative Embajadoras del Cacao durch Plantage und Küche.
In Villahermosa selbst bündelt der Festival del Chocolate im Parque Tabasco die Szene, 2026 in der fünfzehnten Auflage. Die zweite große Veranstaltung ist die Feria Tabasco, die 2026 vom 1. bis 10. Mai im Parque Tabasco Dora María stattfand.
Comalcalco – die Mayastadt aus gebrannten Ziegeln
Rund 60 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt liegt die westlichste bedeutende Mayastadt überhaupt. Ihr ursprünglicher Name in einer cholanischen Sprache war Joy Chan, „aufgerollter Himmel“, der heutige Name kommt aus dem Nahuatl und bedeutet „im Haus der Comales“, der flachen Tonpfannen.
Der Unterschied zu Palenque oder Uxmal ist materiell. Im Schwemmland des Deltas gibt es keinen Kalkstein. Also brannten die Erbauer ab etwa 250 nach Christus Ziegel aus Lehm und mauerten damit Gewölbe und Dachkämme. Den Mörtel gewannen sie aus Kalk, den sie durch das Brennen riesiger Mengen Austernschalen aus der Laguna de Mecoacán herstellten. Comalcalco ist die einzige restaurierte und öffentlich zugängliche Mayastadt dieser Bauweise. Viele Ziegel tragen eingeritzte Zeichnungen und Inschriften auf der später verdeckten Seite, ein Fundus, den die Forschung als Grafitos untersucht.
Die Blütezeit lag nach INAH-Angaben zwischen 200 vor und 950 nach Christus, im Umland liegen rund 500 flache Wohnplattformen. 2011 legte das INAH in der Peripherie 116 Bestattungen frei. Zwischen August und Dezember 2025 restaurierte das Centro INAH Tabasco die Struktur 5 aus dem Templo V der Großen Akropolis, eine halbe Tonne schwere Stuckskulptur aus Austernschalenmörtel, die nach Starkregen in sechs Teile zerbrochen war.
Geöffnet ist Montag bis Sonntag von 8:00 bis 16:00 Uhr, das Museo de Sitio ist im Ticket enthalten. Seit dem 1. Januar 2026 staffelt das INAH die Eintrittspreise nach Nationalität, in der Kategorie II, zu der Comalcalco zählt, zahlen Mexikaner und in Mexiko ansässige Ausländer 85 Pesos, andere ausländische Gäste 155 Pesos. Sonntags ist der Eintritt für Mexikaner und Residenten frei.
Tapijulapa, Malpasito und die Höhle der blinden Sardinen
Rund 80 Kilometer südlich beginnt die Sierra, und die Landschaft wechselt komplett. Tapijulapa im Municipio Tacotalpa ist seit 2010 Pueblo Mágico, weiß getünchte Häuser mit roten Ziegeldächern über Kopfsteinpflaster, dazu die Kirche Santiago Apóstol auf einer Anhöhe und eine lokale Korbflechterei aus Mimbre.
Der eigentliche Grund für den Ausflug liegt vier Kilometer außerhalb im Parque Natural Villa Luz. Aus dem Berg treten schwefelwasserstoffreiche Quellen aus, deren Wasser durch kolloidalen Schwefel milchig weiß erscheint und über gestufte Kaskaden fällt. In der Cueva de las Sardinas Ciegas lebt der Kärpfling Poecilia sulphuraria, der an das sauerstoffarme, sulfidhaltige Wasser angepasst ist.
Am Palmsonntag findet dort ein Ritual zoquischen Ursprungs statt. Nach einer Messe zieht eine Prozession zur Höhle, zerstoßenes Barbasco (Deguelia utilis), eine rotenonhaltige Wurzel, wird in Blätter gewickelt ins Wasser gegeben, die betäubten Fische werden mit Weidenkörben eingesammelt, und die Gemeinde bittet um Regen für die Ernte. Wer diese Zeremonie sehen will, muss den beweglichen Termin einplanen, den sechsten Sonntag der Fastenzeit.
Weiter westlich, im Municipio Huimanguillo, liegt Malpasito, eine Siedlung der Zoque aus der Spätklassik zwischen 650 und 900 nach Christus. Auf 14 Hektar verteilen sich 53 Bauten aus Sandsteinblöcken auf künstlichen Terrassen, dazu Felsritzungen und ein Ballspielplatz. Der Ort war seit Beginn der Pandemie geschlossen und wurde am 4. April 2025 wieder geöffnet, Montag bis Sonntag von 8:00 bis 17:00 Uhr mit letztem Einlass um 16:00 Uhr.
Pantanos de Centla und Yumká – Wasser statt Strand
Nordöstlich der Stadt, dort wo Grijalva und Usumacinta gemeinsam den Golf erreichen, liegt die Reserva de la Biosfera Pantanos de Centla. Das Schutzgebiet wurde am 6. August 1992 per Dekret ausgewiesen, umfasst 302.706 Hektar und gilt als das größte Feuchtgebietssystem Nordamerikas. Es ist als Ramsar-Gebiet Nummer 733 registriert und Teil des MAB-Programms der UNESCO. Zu den Arten zählen die Karibische Seekuh (Trichechus manatus manatus), der Sumpfkrokodil-Verwandte Crocodylus moreletii, Brüllaffen und der Jabiru, Mexikos größter Vogel. Touren starten meist ab Frontera oder ab den Anlegern bei Tres Brazos, gebucht wird vor Ort oder über Anbieter in Villahermosa.
Deutlich näher, etwa 15 Kilometer östlich an der Straße nach Macuspana, liegt Yumká. Der Name stammt aus dem Chontal und bezeichnet den Geist, der Wald und Tiere schützt. Der Rundgang kombiniert einen 700 Meter langen Waldpfad mit Hängebrücke, eine Bootsfahrt auf der Lagune und eine Bahnfahrt durch ein Savannengehege. Wichtig für die Erwartungshaltung: Yumká ist trotz der Bezeichnung Reserva Ecológica in weiten Teilen ein Zoo, in der Savannensektion leben Giraffen, Zebras, Nashörner und Bengaltiger. Die einheimischen Arten und die Seekuh-Station sind der interessantere Teil.
Wer Seekühe in der Stadt sehen will, hat Glück oder Pech. In der Laguna de las Ilusiones direkt neben dem Parque-Museo La Venta leben tatsächlich Manatis, sie zeigen sich aber selten.
Anreise, Verkehr und Sicherheitslage
Villahermosa hat mit dem Aeropuerto Internacional Carlos Rovirosa Pérez (Kürzel VSA) einen gut angebundenen Flughafen mit täglichen Verbindungen nach Mexiko-Stadt, Monterrey und Cancún. Nach Palenque sind es rund 150 Kilometer Straße, nach Comalcalco etwa 60, nach Tapijulapa gut 80.
Bahnreisende sollten eine Besonderheit kennen. Der Tren Maya bedient Tabasco nicht als Hauptstadtstation, und die Linie FA des Tren Interoceánico von Coatzacoalcos nach Pakal Ná bei Palenque hält zwar in Tabasco, aber nicht in Villahermosa. Die drei Halte im Bundesstaat sind Roberto Ayala bei Huimanguillo, Teapa und Pino Suárez. Von der Station Teapa sind es etwa 45 Minuten mit dem Auto nach Tapijulapa, was die Sierra für Bahnreisende erreichbar macht.
Zur Sicherheit ist Klarheit wichtiger als Beschwichtigung. Das Auswärtige Amt führte Tabasco mit Stand 28. Juli 2026 weder in der Liste der Bundesstaaten, für die es dringend von Reisen abrät, noch in der zweiten Kategorie. Gleichzeitig hat die Gewalt im Bundesstaat seit dem Zerfall der lokalen Gruppe La Barredora Ende 2023 zugenommen. Nach Zahlen des Secretariado Ejecutivo del Sistema Nacional de Seguridad Pública stieg die Zahl der Opfer vorsätzlicher Tötungen von 40 im September 2025 auf 54 im April 2026, die registrierten Erpressungsopfer von 17 auf 32. Der frühere Sicherheitsminister des Bundesstaats, Hernán Bermúdez Requena, wurde im September 2025 in Paraguay festgenommen, sitzt im Hochsicherheitsgefängnis Altiplano ein, und die Staatsanwaltschaft von Tabasco forderte im Juni 2026 eine Gesamtstrafe von 154 Jahren.
Für Reisende heißt das in der Praxis: Überlandfahrten nur bei Tageslicht, Mautstraßen bevorzugen, Taxis über App oder Standplatz nehmen, nachts nicht in unbelebten Vierteln unterwegs sein. Dazu kommt ein medizinischer Punkt, den das Auswärtige Amt eigens nennt. In Teilen Tabascos besteht ganzjährig ein geringes bis mittleres Malariarisiko, ausschließlich Malaria tertiana durch Plasmodium vivax. Dengue und Chikungunya werden tagsüber übertragen. Konsequenter Mückenschutz ist in dieser Landschaft ohnehin selbstverständlich.
Wofür sich die Stadt lohnt
Villahermosa ist keine Postkartenstadt, und sie versucht es auch nicht zu sein. Ihr Reiz liegt in Dingen, die anderswo in Mexiko fehlen: Steinköpfe einer Kultur, die dreitausend Jahre alt ist und deren Schrift bis heute nicht gelesen werden kann, eine Mayastadt aus Ziegeln statt Kalkstein, Kakaoplantagen mit Brüllaffen im Schatten und ein Sumpfsystem von der Größe des Saarlands. Drei Tage reichen für die Stadt und zwei Ausflüge. Wer die Route über Palenque nach Chiapas plant, hat mit Villahermosa den logischen Zwischenstopp, und mit Comalcalco und Tapijulapa zwei Ziele, die nur wenige Reisende auf dem Zettel haben.
Quellen und Literatur
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- CENAPRED: Domingo 28 de octubre 2007, mega inundación en Tabasco. Centro Nacional de Prevención de Desastres. gob.mx/cenapred/articulos/domingo-28-de-octubre-2007-mega-inundacion-en-tabasco (abgerufen im August 2026)
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- INAH (2025): Reabre la Zona Arqueológica de Malpasito, en Tabasco. Boletín vom 4. April 2025. inah.gob.mx/boletines/reabre-la-zona-arqueologica-de-malpasito-en-tabasco
- INAH (2026): Recuperan la Estructura 5 de Comalcalco, testimonio de la arquitectura maya yokot’an. Boletín, Mai 2026.
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- Ramsar Sites Information Service: Reserva de la Biosfera Pantanos de Centla, Site 733. rsis.ramsar.org/ris/733
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- SEMARNAT (2010): NOM-059-SEMARNAT-2010, Lista de especies en riesgo. Diario Oficial de la Federación, 30. Dezember 2010.
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- El Universal (2026): Crimen no da tregua en Tabasco pese a captura de Hernán Bermúdez, 2. Juni 2026, mit Daten des SESNSP. eluniversal.com.mx
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- Armijo Torres, R. & Gallegos Gómora, M. J.: Arbeiten zum Proyecto Arqueológico Comalcalco, unter anderem zu dekorierten Ziegeln und zur Kalkherstellung aus Austernschalen. mediateca.inah.gob.mx







