
- Mérida liegt zentral auf der Yucatán-Halbinsel und ist Ausgangspunkt für Maya-Pyramiden, Cenoten, Haciendas, Schutzgebiete, Höhlen, Pueblos Mágicos und Golfstrände, alle als Tagestour erreichbar.
- Seit dem 1. Januar 2026 gelten neue Eintrittspreise: Chichén Itzá kostet Ausländer 676 Pesos, Uxmal 586 Pesos, Ek Balam mit 691 Pesos sogar mehr als Chichén Itzá.
- Sonntags ist der Eintritt in alle INAH-Zonen für Mexikaner und in Mexiko ansässige Ausländer kostenlos, ebenso ganzjährig für Kinder unter 13, Personen über 60 und Studierende.
- Der Tren Maya verbindet die Station Mérida Teya direkt mit Izamal, Chichén Itzá und Valladolid, der Tarif ab Teya nach Chichén liegt für Einheimische bei rund 220 Pesos.
- Cuzamá und Homún bilden den dichtesten Cenoten-Ring der Region, Santa Bárbara in Homún kostet Ausländer ab 250 Pesos für vier Cenoten.
- Flamingos zeigen sich von November bis März vor allem in Celestún (90 Kilometer westlich), von April bis Oktober dagegen in Ría Lagartos im Nordosten.
- Die Grutas de Loltún sind seit der Überschwemmung durch Sturm Cristóbal 2020 geschlossen und sollen 2026 wieder öffnen, ein genaues Datum nennt das Patronato Cultur nicht.
Mérida ist das beste Basislager für Tagesausflüge auf der Yucatán-Halbinsel. Die Stadt liegt fast im geografischen Zentrum, die meisten Highlights erreicht man in unter zwei Stunden, und seit Eröffnung des Tren Maya gibt es neben Mietwagen und Bus eine dritte Anreisemöglichkeit. Dieser Guide ordnet alle wichtigen Ziele nach Kategorien und nennt die ab 2026 gültigen Preise.
Warum Mérida der ideale Ausgangspunkt ist
Anders als von der Riviera Maya aus erreicht man von Mérida fast jede Landschaftsform des nördlichen Yucatán an einem Tag. Die Stadt wurde 1542 von Francisco de Montejo auf der Maya-Stadt T’hó gegründet und ist heute mit Abstand die größte der Halbinsel. Wer hier übernachtet, hat die archäologischen Schwergewichte Chichén Itzá und Uxmal in Reichweite, dazu hunderte Cenoten, lebendige Henequén-Haciendas und zwei der wichtigsten Vogelschutzgebiete Mexikos.
Ein konkreter Vorteil betrifft die Menschenmassen. Die nahen Maya-Stätten und Cenoten sind deutlich leerer als die Pendants nahe Cancún oder Tulum. Der zweite Vorteil ist der Preis. Wer in Yucatán wohnt, zahlt an den Zonen nur die Bundesgebühr des INAH, nicht den Aufschlag des Bundeslandes. Für Touristen ist das nicht relevant, wohl aber die Sonntagsregel, auf die dieser Guide am Ende eingeht.
Maya-Pyramiden und archäologische Zonen
Die Yucatán-Halbinsel trägt die höchste Dichte zugänglicher Maya-Stätten Mexikos, und ein guter Teil davon liegt im Tagesradius von Mérida. Die folgende Auswahl reicht vom Weltwunder bis zur fast menschenleeren Ruine im Dorf.
Chichén Itzá
Chichén Itzá ist die meistbesuchte archäologische Zone Mexikos und seit 1988 UNESCO-Welterbe, seit 2007 zählt sie zu den neuen sieben Weltwundern. 2024 zählte das INAH dort über 2,2 Millionen Besucher. Wahrzeichen ist die Stufenpyramide des Kukulcán, an deren Treppenwangen sich zu den Tagundnachtgleichen im März und September der berühmte Schattenwurf einer herabgleitenden Schlange zeigt. Das Innere der Pyramide ist seit Jahren gesperrt.
Die Strecke ab Mérida beträgt rund 120 Kilometer, mit dem Auto etwa eine Stunde und 45 Minuten. Der Eintritt für Ausländer liegt 2026 bei 676 Pesos, zusammengesetzt aus 105 Pesos INAH und 571 Pesos Cultur. Mexikaner zahlen 303 Pesos. Bei einem Kurs von rund 20 Pesos je Euro entspricht der Ausländertarif etwa 34 Euro. Das abendliche Videomapping Noches de Kukulcán war Anfang 2026 ausgesetzt, der Stand sollte vor der Anreise geprüft werden.
Uxmal und die Ruta Puuc
Uxmal ist die zweite UNESCO-Stätte der Region (Welterbe seit 1996) und für viele die architektonisch schönste. Die Bauten zeigen den Puuc-Stil mit fein gesetzten Steinmosaiken und unzähligen Masken des Regengottes Chaac. Markant ist die ovale Pirámide del Adivino, dazu kommen das Nonnenviereck und der Gouverneurspalast. Uxmal liegt rund 80 Kilometer südlich von Mérida, etwa eine Stunde und 15 Minuten Fahrt. Ausländer zahlen 2026 insgesamt 586 Pesos (105 INAH plus 481 Cultur), Mexikaner 269 Pesos.
Von Uxmal führt die Ruta Puuc weiter zu vier kleineren Stätten, die sich gut an einem Tag verbinden lassen. Kabah ist für den Codz Poop bekannt, eine Fassade aus hunderten Chaac-Masken, und kostet Ausländer 636 Pesos. Sayil mit seinem dreistöckigen Palast, das ruhige Xlapak und Labná mit seinem berühmten Torbogen liegen in der Kategorie mit Ausländertarifen zwischen rund 530 und 620 Pesos. Diese Nebenstätten sind oft fast menschenleer.
Die nahen Stätten rund um Mérida
Im Umkreis von 40 Kilometern liegen mehrere Zonen, die in Überblicksartikeln fast immer fehlen. Dzibilchaltún, nur 17 Kilometer nördlich, ist berühmt für den Templo de las Siete Muñecas, durch dessen Türöffnung zur Tagundnachtgleiche die Sonne direkt scheint, und für den Badecenote Xlacah. Wichtig für 2026: Die Zone ist laut Cultur vorübergehend geschlossen.
Mayapán, rund 40 Kilometer südöstlich, war die letzte große Maya-Hauptstadt der Region und wird wegen seiner verkleinerten Kukulcán-Pyramide oft als Chichén Itzá im Taschenformat bezeichnet. Acanceh überrascht mit einer Pyramide samt großen Stuckmasken mitten im Dorf, gegenüber der Kirche. Aké besitzt ungewöhnliche Säulenreihen, direkt daneben steht eine noch arbeitende Henequén-Fabrik, teils aus Steinen der Ruine erbaut. Oxkintok im Südwesten birgt das labyrinthartige Bauwerk Satunsat und liegt nahe den Höhlen von Calcehtok. Diese Stätten gehören zu den INAH-Kategorien II und III mit moderaten Bundesgebühren von 85 bis 155 Pesos.
Ek Balam
Ek Balam liegt rund 150 Kilometer östlich Richtung Valladolid und damit am äußeren Rand des Tagesradius, etwa zweieinhalb Stunden Fahrt. Der Aufwand lohnt: Die Akropolis trägt einen außergewöhnlich gut erhaltenen Stuckfries mit einem Türrahmen in Gestalt eines Jaguarrachens. Kurios ist der Preis. Mit 691 Pesos für Ausländer ist Ek Balam 2026 die teuerste Maya-Zone des ganzen Landes, noch vor Chichén Itzá. Wer Ek Balam, Chichén Itzá und Uxmal an einer Reise verbindet, gibt allein für Eintritte schnell mehr als 1.900 Pesos aus.
Eintrittspreise und Gratisregeln 2026
Seit dem 1. Januar 2026 wird an den großen Zonen Yucatáns nur noch ein Ticket verkauft, das die frühere Trennung in Bundes- und Landesgebühr ersetzt. Die Bundesgebühr des INAH stieg für Chichén Itzá, Uxmal und Dzibilchaltún auf 104,50 Pesos. Den Löwenanteil macht in Yucatán der Landesaufschlag von Cultur aus.
Drei Befreiungen sollte jeder kennen. Sonntags ist der Eintritt für Mexikaner und in Mexiko ansässige Ausländer kostenlos. Ganzjährig frei sind Kinder unter 13 Jahren, Personen ab 60 Jahren mit INAPAM-Ausweis, Studierende und Lehrkräfte mit Ausweis sowie Menschen mit Behinderung. Diese Regeln gelten an allen INAH-Zonen landesweit.
Cenoten
Cenoten sind eingestürzte Kalksteindolinen mit Süßwasser, durch ein riesiges unterirdisches Flusssystem verbunden. Für die Maya waren sie heilige Zugänge zur Unterwelt Xibalbá. Rund um Mérida liegt einer der dichtesten Cenoten-Ringe der Halbinsel, ideal für einen Badetag.
Cuzamá und der Truck auf Schienen
Cuzamá, rund 48 Kilometer südöstlich, ist für seine ungewöhnliche Fortbewegung bekannt. Auf schmalen Decauville-Schienen ziehen Pferde oder Maultiere offene Holzloren, die sogenannten Trucks, von Cenote zu Cenote. Das Paket kostet rund 300 Pesos und umfasst die Fahrt sowie drei Cenoten, darunter Chelentún und Bolonchojol. Geöffnet ist meist von 8:00 bis 17:00 Uhr.
Homún und die Cenotes Santa Bárbara

Homún hat dem Nachbarort den Rang abgelaufen und gilt heute als das Cenoten-Dorf schlechthin. Über 300 Cenoten sind identifiziert, etwa 15 lassen sich besuchen. Der bekannteste Komplex ist Santa Bárbara mit vier Cenoten: dem geschlossenen Cascabel, dem halboffenen Chaksikín sowie den offenen Xooch‘ und Pool Cocom. Ausländer zahlen ab 250 Pesos für das Basispaket inklusive Schwimmweste und Transport zwischen den Cenoten, Komplettpakete kosten bis 450 Pesos. Geöffnet ist täglich, meist von 9:00 bis 16:00 oder 17:00 Uhr. Santa Bárbara liegt rund 45 Kilometer von Mérida, etwa 55 Minuten Fahrt. Viele kleinere, von Dorffamilien betriebene Cenoten in Homún kosten nur 30 bis 50 Pesos.
Yokdzonot auf dem Weg nach Chichén Itzá
Yokdzonot liegt 15 Kilometer westlich von Chichén Itzá und eignet sich perfekt als Abkühlung nach dem Ruinenbesuch. Der offene Cenote misst 40 Meter im Durchmesser und ist 45 bis 50 Meter tief. Betrieben wird er seit 2005 von der überwiegend weiblichen Maya-Kooperative Zaaz Koolen Haá, was den Namen klares Wasser trägt. Der Basiseintritt kostet 150 Pesos, das Komplettpaket mit Aktivitäten 400 Pesos, Seilrutsche und Abseilen kosten 200 beziehungsweise 250 Pesos extra. Das Restaurant der Kooperative serviert hausgemachte yucatekische Küche.
Stille Alternativen
Wer Menschenmassen meiden will, fährt nach San Antonio Mulix südlich von Mérida, wo die Cenoten X’batún und Dzonbacal von der Dorfkooperative für rund 100 Pesos betreut werden. Es gibt keinen Instagram-Trubel, dafür Authentizität und direkte Unterstützung der Gemeinde.
Haciendas und das grüne Gold
Yucatáns Reichtum im 19. und frühen 20. Jahrhundert beruhte auf dem Henequén, einer faserreichen Agave, die schon die Maya kultivierten. Aus der Faser entstanden Seile und Säcke für den Weltmarkt, weshalb sie das grüne Gold hieß und Mérida zu einer der wohlhabendsten Städte Mexikos machte. Auf dem Höhepunkt gab es über 1.000 Henequén-Haciendas. Nach dem Aufstieg synthetischer Fasern und der mexikanischen Revolution verfielen die meisten. Einige sind heute Museen, Luxushotels oder Restaurants.
Hacienda Sotuta de Peón
Sotuta de Peón bei Tecoh, etwa 35 bis 45 Minuten südlich von Mérida, ist die einzige noch produktiv arbeitende Henequén-Hacienda des Bundesstaats und stellt rund drei Tonnen Faser pro Woche her. Sie entstand Mitte des 19. Jahrhunderts und nahm 1858 den Betrieb auf. Der geführte Rundgang zeigt die Faserverarbeitung von der Pflanze zum fertigen Seil, das Herrenhaus und eine traditionelle Maya-Hütte. Ein Höhepunkt ist die Fahrt auf den mauleselgezogenen Trucks zu den Henequén-Feldern und der Badecenote Dzul-Ha mit Tropfsteinen. Touren starten täglich um 10:00 und 13:00 Uhr auf Spanisch, Englisch und Französisch, der Ausländertarif liegt bei rund 550 Pesos.
Hacienda Yaxcopoil
Yaxcopoil liegt auf dem Weg nach Uxmal, rund 33 Kilometer südwestlich. Das Anwesen reicht ins 17. Jahrhundert zurück und befindet sich seit 1864 in der Familie Faller, der heutige Eigentümer ist die fünfte Generation. Der Selbstführungs-Rundgang durch das Herrenhaus mit Originalmobiliar, das Maschinenhaus und die Lager kostet rund 100 Pesos. Wer mag, übernachtet im hauseigenen Gästehaus.
Luxus und Genuss
Mehrere Haciendas wurden zu Hotels der Spitzenklasse umgebaut, etwa Temozón oder San José Cholul. Die Hacienda Xcanatún am Stadtrand von Mérida lässt sich ohne Übernachtung besuchen, ihr Restaurant Casa de Piedra und das Spa stehen Tagesgästen offen. Sie sind weniger ein klassischer Ausflug als ein kulinarischer Abstecher.
Natur und Schutzgebiete
Zwei Biosphärenreservate der CONANP beherbergen Mexikos berühmteste Flamingo-Kolonien. Welches sich lohnt, hängt von der Jahreszeit ab.
Reserva de la Biosfera Ría Celestún
Celestún liegt rund 90 Kilometer westlich an der Grenze zu Campeche, etwa anderthalb Stunden Fahrt. Das 2000 ausgewiesene und als Ramsar-Feuchtgebiet anerkannte Reservat beherbergt die größte Population des Karibik-Flamingos (Phoenicopterus ruber). Die Bootstouren starten am Fischerhafen, dauern 75 bis 90 Minuten und kosten 2.000 bis 2.500 Pesos pro Boot. Wer sich eine Lancha teilt, zahlt rund 300 bis 400 Pesos pro Person. Geöffnet ist von 8:00 bis 17:00 Uhr, die meisten Flamingos sieht man von November bis März.
Neben Flamingos lohnt das Reservat für weitere Arten, darunter der Sumpfkrokodil (Crocodylus moreletii), der endemische Yucatán-Zaunkönig (Campylorhynchus yucatanicus) und der Kolibri Doricha eliza. Weitere Stopps sind das Süßwasser-Quellauge Ojo de agua Baldiosera, der versteinerte Wald von Tampetén und die handwerklichen Salinen. Wer die Tiere respektieren will, achtet auf einen Mindestabstand von 50 Metern und Bootsführer, die den Motor in der Nähe der Schwärme abstellen.
Ría Lagartos und Las Coloradas
Ría Lagartos im Nordosten ist mit rund 220 Kilometern und etwa drei Stunden Fahrt der entlegenere Zwilling und eher ein sehr langer Tag oder eine Übernachtung. Dafür konzentrieren sich die Flamingos hier von April bis Oktober, der Nistsaison, in der Celestún weniger zu bieten hat. Gleich nebenan liegen die pinken Salzbecken von Las Coloradas, deren Farbe von salzliebenden Mikroorganismen stammt. Für eine Reise von Ende Oktober bis Ende November bietet sich der Übergang an: zu Saisonbeginn sind beide Standorte möglich, mit zunehmender Verlagerung nach Celestún.
Höhlen und Grutas
Unter dem Karst Yucatáns liegt ein weitläufiges Höhlensystem, das die Maya als heilige Orte und während der Kastenkriege als Zuflucht nutzten.
Grutas de Loltún
Loltún bei Oxkutzcab, rund 110 Kilometer südwestlich am Ende der Ruta Puuc, ist das größte und archäologisch bedeutendste Höhlensystem des nördlichen Yucatán. Hier ist die längste menschliche Besiedlungsfolge der Halbinsel belegt, sie reicht bis etwa 9000 vor Christus zurück. Gefunden wurden fossile Knochen von Mammut und Bison, dazu rund 145 Felsbilder und 42 Petroglyphen sowie das Relief des Kriegers von Loltún. Der Name bedeutet Steinblume. Der Rundgang ist nur mit Führung möglich, dauert etwa eine Stunde und führt rund zwei Kilometer in die Tiefe.
Wichtig für die Planung: Loltún ist seit der Überschwemmung durch Tropensturm Cristóbal 2020 geschlossen. Das Patronato Cultur kündigte für 2026 die Wiedereröffnung an, nannte aber kein Datum, weil noch ein neues Beleuchtungssystem installiert werden muss. Vor einer Anreise unbedingt den aktuellen Stand prüfen.
Grutas de Calcehtok
Calcehtok bei Opichén, rund 55 bis 74 Kilometer südwestlich, ist mit über vier erkundeten Kilometern das längste Trockenhöhlensystem der Halbinsel und liegt nahe der Ruine Oxkintok. Hier geht es weniger um einen bequemen Spaziergang als um echtes Abenteuer. Lokale Guides bieten drei Routen von einer bis sieben Stunden Dauer an, die schwerste führt teils kriechend durch enge Gänge. Es gibt keine Treppen, kaum Geländer und keine feste Beleuchtung. Die Preise werden vor Ort vereinbart und beginnen bei rund 200 Pesos.
Pueblos Mágicos und Kolonialstädte
Yucatán zählt mehrere offiziell ausgezeichnete Pueblos Mágicos, die Kolonialgeschichte und Maya-Erbe verbinden.
Izamal
Izamal, rund 70 Kilometer östlich und etwa eine Stunde entfernt, ist die gelbe Stadt, deren Altstadt komplett in Ocker getüncht ist. Zentrum ist das Franziskanerkloster San Antonio de Padua aus dem 16. Jahrhundert, das auf einer Maya-Plattform errichtet wurde und einen der größten Atrien Amerikas besitzt. Über der Stadt erhebt sich die Pyramide Kinich Kakmó. Izamal ist auch per Tren Maya ab Teya erreichbar, der Tarif für Einheimische liegt bei rund 128 Pesos.
Valladolid
Valladolid, rund 160 Kilometer östlich und gut zwei Stunden entfernt, ist eine charmante Kolonialstadt und idealer Zwischenstopp für Ek Balam und Chichén Itzá. Sehenswert sind das Kloster San Bernardino, die Calzada de los Frailes und der Stadtcenote Zací. Auch Valladolid hat eine Tren-Maya-Station.
Maní und die Ruta de los Conventos
Maní, rund 100 Kilometer südlich, trägt eine der dunkelsten Episoden der Kolonialgeschichte. Hier ließ der Franziskaner Diego de Landa im Juli 1562 ein Autodafé abhalten und verbrannte Maya-Bilderhandschriften und Kultgegenstände, ein Verlust für die Maya-Forschung bis heute. Das Kloster San Miguel Arcángel ist Teil der Ruta de los Conventos, einer Strecke historischer Klosterdörfer südlich von Mérida.
Sisal
Sisal an der Nordwestküste, rund 55 Kilometer entfernt, wurde 2020 zum Pueblo Mágico ernannt. Der einstige Haupthafen, dem die Faser ihren internationalen Namen Sisal verdankt, bietet heute ruhige Strände sowie Touren durch Mangroven und zu Flamingos.
Die Küste am Golf von Mexiko
Mérida selbst liegt nicht am Meer, doch der Golf ist nah.
Progreso
Progreso, rund 35 Kilometer nördlich und in einer halben Stunde erreichbar, ist der nächste Badeort. Die lange Strandpromenade und der breite, flach abfallende Strand machen ihn zum klassischen Tagesausflug. Markant ist der etwa 6,5 Kilometer lange Pier, einer der längsten der Welt, an dem Kreuzfahrtschiffe anlegen.
Stille Strände und Mangroven
Östlich und westlich von Progreso reihen sich ruhigere Orte. Telchac Puerto, Chelem und Chuburná bieten entspannte Strandtage. San Crisanto ist für seine von der Gemeinde geführten Mangroven-Touren und versteckten Cenoten bekannt. Dzilam de Bravo im Osten gehört zu einem Schutzgebiet und ist Ausgangspunkt für Bootstouren zu Quellen und Lagunen.
Praktisches zu Anreise, Zeit und Eintritt
Anreise mit Mietwagen, Bus oder Tren Maya
Der Mietwagen bleibt die flexibelste Wahl, besonders für Cenoten und Stätten ohne direkten Busanschluss. Klassische Busziele sind Progreso und Celestún, deren Busse von den Terminals im Zentrum starten. Neu ist der Tren Maya: Ab der Station Mérida Teya am östlichen Stadtrand fahren Züge nach Tixkokob, Izamal, Chichén Itzá und Valladolid. Ab Teya gilt für die Fahrt nach Chichén Itzá ein Einheimischentarif von rund 220 Pesos, nach Izamal rund 128 Pesos. Seit März 2025 gilt dynamische Preisbildung, frühes Buchen ist günstiger. Der Betrieb läuft etwa von 7:00 bis 23:00 Uhr, ab Teya gibt es täglich zwei Abfahrten Richtung Cancún.
Beste Reisezeit
Die Trockenzeit von November bis April bietet das angenehmste Klima für Ausflüge. Die Hurrikansaison von August bis Oktober bringt erhöhtes Risiko und mehr Regen. Für Flamingos gilt die oben genannte Aufteilung: Celestún im Winter, Ría Lagartos im Sommer und Frühherbst. Cenoten lohnen ganzjährig, in der Regenzeit ist das Wasser oft besonders klar.
Eintritt clever planen
Wer flexibel ist, legt Maya-Stätten auf einen Sonntag, wenn der Eintritt für in Mexiko ansässige Personen entfällt. Touristen ohne Wohnsitz zahlen zwar weiter, profitieren aber von kleineren Schlangen außerhalb der Hauptzeiten. An den großen Zonen empfiehlt sich ein früher Start, sowohl wegen der Hitze als auch wegen der Busgruppen. Bargeld ist an vielen Cenoten Pflicht, Sonnencreme sollte biologisch abbaubar sein, da sie an mehreren Cenoten kontrolliert wird.
Von Mérida aus lässt sich die gesamte Bandbreite Yucatáns als Tagestour erleben, von den Weltwundern über stille Dorfruinen bis zu Flamingoschwärmen und Tropfsteinhöhlen. Die größte Veränderung der letzten Jahre betrifft Anreise und Preis: Der Tren Maya öffnet neue Wege, während die Eintritte 2026 erneut gestiegen sind. Wer Öffnungsstände prüft, etwa bei Loltún und Dzibilchaltún, und die Flamingo-Saison im Blick behält, holt das Beste aus jedem Ausflugstag heraus.
Quellen und Literatur
- Instituto Nacional de Antropología e Historia (2026): Cuotas de acceso a zonas arqueológicas y museos, ejercicio 2026. inah.gob.mx
- Diario de Yucatán (2026): Tarifas en zonas arqueológicas de Yucatán en 2026, hasta 691 por persona. Megamedia, Mérida, 2. Januar 2026. yucatan.com.mx
- Por Esto! (2026): Acceso a zonas arqueológicas de Yucatán sube en 2026. Mérida, 7. Januar 2026. poresto.com
- Gobierno del Estado de Yucatán (2025): Decreto 144/2025, exención de derechos en paradores de Cultur. Mérida, 31. Dezember 2025.
- CONANP (o. J.): Reserva de la Biosfera Ría Celestún, ficha del Área Natural Protegida. Comisión Nacional de Áreas Naturales Protegidas. descubreanp.conanp.gob.mx
- CONANP (o. J.): Reserva de la Biosfera Ría Lagartos. gob.mx/conanp
- INAH (o. J.): Zona Arqueológica de Loltún. inah.gob.mx/zonas/zona-arqueologica-de-loltun
- Diario de Yucatán (2025): Las grutas de Lol Tún abrirían al público en 2026, tras años cerradas. Mérida, 29. Dezember 2025. yucatan.com.mx
- Gobierno del Estado de Yucatán (o. J.): Grutas de Loltún, descripción y secuencia cronológica. yucatan.gob.mx
- Guía del Tren Maya (2025): Horarios, precios y rutas del Tren Maya, estaciones Teya, Izamal, Chichén Itzá, Valladolid. guiadeltrenmaya.com
- POSTA México (2026): Precios del Tren Maya para ir a Chichén Itzá desde Mérida y la península. posta.com.mx
- Hacienda Sotuta de Peón (o. J.): Museo Vivo del Henequén, recorridos y horarios. haciendaviva.com
- Yucatán Today (o. J.): Haciendas de Yucatán y Hacienda Yaxcopoil. yucatantoday.com
- Cenotes Santa Bárbara (o. J.): Servicios y paquetes, Homún. cenotessantabarbara.com
- Yucatán Today (o. J.): Celestún, flamencos y tours en lancha. yucatantoday.com/celestun
- Hacienda Sotuta de Peón – Die Henequen-Hacienda Sotuta de Peón bietet eine Vielzahl an kulturellen, historischen, touristischen und gastronomischen Erlebnissen in wunderschönen Naturlandschaften
- Acanceh – ein Dorf mit einer schönen Maya-Pyramide mitten im Zentrum des Dorfes
- Chichén Itzá – Eine der bekanntesten Maya-Ruinenstätten in Mexiko, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
- Cenote Dzitnup – Ein unterirdischer See mit kristallklarem Wasser, der zum Schwimmen und Schnorcheln einlädt.
- Hacienda Yaxcopoil – Eine historische Kaffeefarm mit Gärten und Museen, die Einblicke in das Leben auf einer Hacienda bietet.
- Celestún – Ein Naturreservat am Meer, in dem man Flamingos und andere seltene Vögel beobachten kann.
- Izamal – Eine kleine Stadt mit wunderschönen Kolonialgebäuden und einer beeindruckenden Klosterkirche.
- Río Lagartos – Ein kleiner Fischerort an der Nordküste Yucatáns, von dem aus man Bootstouren zu den nahegelegenen Mangrovenwäldern unternehmen kann.
- Uxmal – Eine weitere berühmte Maya-Ruinenstätte, die für ihre prächtigen Gebäude und die beeindruckende Architektur bekannt ist.







